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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-13 · Heft 33 (13.8.1867) · p. Seite 652

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 33 (13.8.1867)
Date
1867-08-13
Page
Seite 652 (sequence 4)
Language
German
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652 Messiashoffnung ausgedrückt, abermals ihrer allgemeineren Anerkennung und damit ihrer Verwirklichung riähör tritt. Dir haben ihr daher zu dienen auf jede mögliche Weise. Wir haben aber auch deshalb um so mehr die Obliegenheit, sie unsrerseits, so weit wir es vermögen, vor jedem politischen Parteicharaktcr zu schützen, wodurch sie doch nur gefälscht und verhindert werden könntet Die Verfolgungen in den Donaufürsten- Ihümern. Leider haben diese ihr Ende noch nicht erreicht. Aus Bukarest vom 31. Juli wird gemeldet: Nicht allein, daß der Fürst Carl den Vertretern der Schutzmächte die erbetene Collectiv-Audienz verweigerte, falls sie ihm andere Dinge, als die Versicherung ihrer tiefsten Devotion vorzutragen wünschen sollten; nicht allein, daß die aus den Herren Papiu, Hilariano, Michalesco und Jarca bestehende Commission, welche die Galaczer Vorfälle untersuchen sollte, zum Hohne sämmtlicher Consuln und vieler tausend Augenzeugen den Ausspruch that, daß der Präfekt von Galacz, Herr Lupaschko, nach seiner Pflicht gehandelt habe, und alle Schuld beim Ertrinken der unglücklichen Israeliten nur die Türken treffe; nicht allein, daß Herr Lupaschko hierauf an die Consuln in Galaez ein anmaßendes und abfertigendes Schreiben als Antwort auf ihren Protest schrieb, in welchem er ihre Berechtigung zu letzterem bestreitet; nicht allein, daß das Organ des Herrn Bratiano, der Romanul, die Galaczer Affaire in einer Weise bespricht, welche darin gipfelt, daß der Artikel behauptet, die Consuln hätten ihre Befugnisse überschritten und müßten widerrufen, wenn sie in den rumänischen Staaten noch länger ihre Functionen ausüben wollten, sondern die Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten gegen die von dem Minister Bratiano außerhalb des Gesetzes gestellten Israeliten nehmen auch ihre Fortgang. In Galacz wurde neuerdings ein des Diebstahls beschuldigter Jude, welcher sich angeblich der Behörde (deren Verfahren dem Unglücklichen hinreichend bekannt zu sein schien) durch die Flucht zu entziehen suchte, von einem Soldaten ohne Weiteres niedergeschossen, und in Jassy wurde einem andern Juden der Schädel von einem mvldau-walachischen Officier mit dem Säbel gespalten. Wird und kann die beleidigte und verhöhnte Civilisation Europas einem solchen Treiben noch länger Zusehen, ohne auf andere Weise, als mit Noten zu interveniren, welche Herr Bratiano lächelnd in seinen Papierkorb legt, oder wollen die europäischen Mächte abwarten, bis die zur Verzweiflung getriebenen Moldauer sich um Schutz und Hilfe an Rußland wenden? Der russische General-Consul in Bukarest war der einzige, welcher von seiner Regierung die Instruction erhielt, sich nach der verweigerten Collectiv-Audienz beim Prinzen Hohenzollern eine besondere Audienz auszubitten, um die Vorstellungen des Petersburger Cabinets nichtsdestoweniger zu übermitteln. Gegen die sogenannte „amtliche Erhebung" der Bratianoschen Commission über' die Ereignisse in Galacz protestirt übrigens mit lauter Stimme der General-Gouvernenr der „Pforte" in Bulgarien, welche eine zweite, unparteiliche Feststellung der Thatsachen, womöglich durch eine internationle Commission verlangt. Wie wir schon mitgetheilt, reiste dieser Tage Sir Moses Montefiore mit Dr. Löwe, einem Neffen und einem Arzte nach Bukarest ab. Bei der Lage der Dinge erhoffen wir wenig von den Bemühungen des edlen Greises. Man wird Versprechungen machen, und — hinterdrein thun, was man will. Die Dinge müssen zu einem andern Ziele kommen. Von den zehn Juden in Galacz sind einige geisteskrank geworden. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 5. August. Das in dieser Zeitung bereits angekündigte Werk: mbtö Rath des Heils. Eine Mitgabe für das ganze Leben an den israelitischen Confirmanden (Kar Miz wali) und die israelitische Con - firmandin oder bei dem Austritt aus der Schule von Dr. Ludwig Philippson. (Leipzig, Baumgärtners Buchhandlung.) — liegt jetzt in ausgezeichneter Ausstattung, mit einem Stahlstich, einem Titelkupfer und in kostbarem Einbande vor uns. Wer hat nicht, Eltern, Verwandte und Lehrer, schon die Verlegenheit empfunden, in der Stunde, wo der Consirwand, Bar Mizwali, oder die Confirmandin von der h. Handlung zurückkehrt, ihnen eine passende Schrift zu übergeben, die an den eben vollzogenen Akt anknüpfend, dessen Werk gleichsam fortsetzend, für den Jüngling und die Jungfrau einen Füh-

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