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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-06 · Heft 32 (6.8.1867) · p. Seite 647

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 32 (6.8.1867)
Date
1867-08-06
Page
Seite 647 (sequence 19)
Language
German
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647 3 Abso- >ie Ber- -z erho- Maudat i's Priich und Tagen, ern Beeichstag tze als ÜLaffen- . Das >en soll- Seine rz ver- :nn ich Gütliche lntersuißt. wurde Krimi- 1849, i Hoch- 1s losollbesitz widmete hte der 848 in er ist rüderes oird es rasche schnelle daß Zrfolge fettigen i Kürze i Pha- Bolkes icalsten gerade hah es ersten ,u Wien >en und ls g«n; öffmt egendeil ' 0,/F. all »ud ns dies weil es ul sind, >en Befrühere P. Phase, bald überholt wurde, und, da er vom Standpunkte weiser Besonnenheit und Mäßigkeit nicht zu weichen die Kraft hatte, konnte ihm die nachfolgende Reaction Nichts anhaben, und mußte sich begnügen, ihre Rache an ihm durch eine verzögerte Untersuchungshaft zu nehmen, während die Reinheit seiner Handlungsweise auch den Radikalen die Gelegenheit entzog, ihn zu vernichten. Vielleicht würde bei längerer Dauer Fischhof dem gewöhnlichen Geschicke, daß die Revolution ihre Kinder selbst verschlingt, doch nicht entgangen sein. Man kann voraussetzen, daß die späteren tragischen Geschicke Oesterreichs einen aufrichtigen Patrioten wie Fischhof nicht gleichgiltig ließen. Diese traurigen Geschicke erkennen wir weniger in den Niederlagen bei Solferino und Sadowa, als vielmehr in den inneren Zerrüttungen, in der krankhaften Auflösung des ganzen Staatsorganismus. Im Jahre 1861 gab er in Geineinschaft mit Professor Unger eine Broschüre heraus: „Zur Lösung der ungarischen Frage", in welcher er den Ausgleich mit Ungarn auf Grundlagen empfahl, ganz denen analog, auf welchen er jetzt durchzuführen versucht wird. Die zweite: „Ein Blick auf Oesterreichs Lage" erschien im September 1866 und trat der Entmuthigung entgegen, welche sich der Gemüther in Oesterreich nach der Katastrophe von Königgrätz bemächtigt hatte. Der Verfasser wies darin nach, daß gerade jetzt ein tüchtiger Staatsmann die Monarchie dauernd zu gestalten besser in der Lage wäre als früher, im Januar 1866 gab Fischhof eine Reihe von Artikeln im „Pester Lloyd" unter der Ueberschrift: „Kritische Bemerkungen über ungarische Ausgleichungsideen", in welchen die damals noch excessiven Forderungen der ungarischen Parteien einer scharfen Beurtheilung unterzogen wurden. Das Ziel aller dieser publicistischen Arbeiten Fischhof's war: die Verständigung und Versöhnung der Parteien in Oesterreich anzubahnen. Es war natürlich, daß ein so lauteres Leben und eine so bedeutende geistige Kraft den Wunsch rege machen mußten, Fischhof wieder im Reichs- und Landtage zusehen. Die medicinische Facultät beschloß daher, bei der Staatsregierung auf Amnestierung Fischhof's anzutragen, damit er wieder gewählt werden könne. Als F. dies vernahm, lehnte er die Ausführung dieses Beschlusses ab. Dasselbe that er, als sie ihm ausnahmsweise in Folge eines Antrages des Staatsministers, Grafen Belcredi gewährt werden sollte. Er wollte Gerechtigkeit, aber keine Gnade, noch weniger eine Ausnahme für sich. Die letzte, bei Gelegenheit der ungarischen Krönung erlassene allgemeine Amnestie hat nunmehr dieses Hinderniß beseitigt, und wir glauben uns nicht zu irren, wenn wir Fischhof, der jetzt erst fünfzig Jahre zählt, noch eine politische Zukunft zuschreiben, welche für die Verwirklichung echter liberaler Ideen wohlthätig wirken würde. Kuriosa. Äus Neapel. Es giebt Dinge, an denen die Jahrtausende noch wenig verändert haben. Es giebt Volsschichten, an deren Sinn und geistiger Beschaffenheit die Jahrtausende spurlos vorübergegangen. Jesajas sagt im 44. Kap. V. 13ff.: „Der behaut Holz, spannt die Schnur, zeichnet es mit dem Stifte, fertigt es mit den Hobeln, zeichnet es mit dem Zirkel, und fertigt es nach Mannesgestalt, nach Menschenschönheit, ein Haus zu bewohnen. Er fällt sich Cedern, nahm Steineiche und Eiche, traf die Wahl unter den Bäumen des Waldes, Esche hatte er gepflanzt, und der Regen groß gezogen. Es dient dem Menschen zum Brennen, er nimmt davon und wärmt sich, auch heizt er und bäckt Brod, auch macht er einen Gott und bückt sich davor nieder. Deß Hälfte verbrannt' er im Feuer, durch die Hälfte verzehrt er Fleisch, brät Braten und sättigt sich, wärmt sich auch und spricht: Ach, ich werde warm, und spüre Feuer. Aber den Ueberrest macht er zum Gotte, zu seinem Götzenbilde, wirft sich nieder davor und beugt sich, betet zu ihm und spricht: Rette mich, denn du bist mein Gott! Sie erkennen nicht, sie sehen nicht ein, denn überzogen sind sie, daß sie nicht sehen, ihre Augen, daß es nicht verstehe, ihr Herz. Nicht beherzigt er, nicht Erkenntniß, nicht Einsicht hat er, zu sprechen: Deß Hälfte verbrannt' ich im Feuer, auch buk auf seinen Kohlen ich Brod, briet Fleisch und aß, und deß Rest will ich zum Gräuel machen, vor einem Holzklotz mich niederwerfen?" — Diese Verse kamen mir in den Sinn, als ich in diesen Tagen folgende Stelle in „Siciliana von Ferdinand Gregorovius (Leipzig 1866)" las. „Endlich muß man einen Blick in irgend eine Werkstätte der Heiligen Neapels thun, um sich gründlich darüber zu belehren, wie in diesem Süden Religion und Kunst zugleich dem Volk vor die Sinne gebracht und vom Volke empfangen wird. Ich war eines Tages in eine jener engen und unheimlichen Straßen gekommen, welche vom Hafen sich quer gegen die Berghöhen emporziehen; der Anblick von emsig beschäftigten Künstlern, welche in einem offenen Zimmer saßen, fesselte mich. Ich blickte in ein langes, tiefes, nach innen sich verdunkelndes Gemach hinein, dort standen an den Wänden übereinander Reihen von schon fertigen Heiligenbildern, in der Mitte aber eine Agnes mit dem Lamm, im fliegenden weißen Röckchen, mit kirschroth gefärbten Wangen. Am Eingänge arbeiteten die Künstler, von denen einer eben beschäftigt war, eine hölzerne Puppe mit Flittern auszuputzen. Ganz seltsam war diese Erscheinung; es gab da wohl Hunderte von Heiligen in jeder beliebigen Größe von der Puppengestalt bis zu menschlicher Höhe, mit Gold und Silber auf das Sonderbarste überflittert, in den ungeheuerlichsten Stellungen, geräderte, gespießte, mit dem Beil zerhackte, geschundene, an den Gliedern verstümmelte Figuren. Wie

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