Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1867)
- Date
- 1867-08-06
- Page
- Seite 640 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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m des Advocaten Szabö, bezüglich der Gleichstellung der Israeliten, zur Sprache. Derselbe beabsichtigt nämlich, das hauptstädtische Municipium zu einer Manifestation zu Gunsten der Israeliten zu veranlassen. Nach langen und heftigen Debatten wurde endlich der Antragsteller dazu bewogen, seine Motion znrückzuziehen. Pest lehnt es also ab, für die Sache des Liberalismus einzustehen, und in einer Frage der Freiheit und des Rechts den übrigen Munizipien die Wege zu zeigen, die sie zu wandeln haben. Auch an diesem Beschlüsse hat Szentkirülhi den Löwenantheil. Er setzte auseinander, daß die in Sachen der Emanzipation in Scene gesetzte Agitation allüberall die größte Reaction hervorgerufen, und daß er, der doch gewiß liberal sei, durch dieselbe ebenfalls aufs Tiefste verletzt worden sei! Unser Bürgermeister mag von seinem Liberalismus noch so sehr durchdrungen sein, in unseren Augen und in den Augen Aller, denen die Freiheit mehr als Phrase ist, wird er immer nur «in engherziger, in beschränkten Anschauungen befangener Pseudo-Liberaler sein. Das hat er zu wiederholtenmalen bewiesen, darüber sind die Acten geschlossen. Frankreich. Paris, 15. Juli. Bei Gelegenheit der Preisvertheilung in der Weltausstellung haben folgende Israeliten das Ritterkreuz der Ehrenlegion erhalten: Gustav von Rothschild als Mitglied der Jury, Georg Halphen als Mtglied der kaiserlichen Commission, Mhrtil Dupont, Schmiedemeister zu Ars-sur-Moselle, wegen Verbesserung der Fabrikation von Bauketten und zahlreicher Stiftungen für das Wohl der Arbeiter, I. Haas, Hutsabrikant in Paris, wegen Vervollkommnung der Fabrikatton und als Sekretär der Jury, 57. Classe, Martin Coster, Diamantschneider, Mit-, glied der niederländischen Commission, Emile Levy, Geschichtsmaler in Paris, Israels, Maler in Amsterdam. Außerdem wurde zum Offiziergrade der Ehrenlegion befördert Aldrophe, Architekt der kais. Commission. — Während des Aufenthalts des Sultans in Paris wurde alles Fleisch für diesen und sein Gefolge voneinem jüdischen Fleischer besorgt (bekanntlich lassen ■ die Muselmänner in Städten, wo auch Juden wohnen, das Vieh von diesen schlachten). — Baron Ferdinand von Rothschild, deffen junge Gattin vor einigen Monaten an den Folgen des Wochenbettes verstorben, hat die Gründung eines Hospitals zum Andenken an die Verstorbene beschlossen. Bereits ist der Grundstein gelegt. Der großmüthige Stifter hat 10,008 L. St. ür den Bau besttmmt. (Arch. isr.) Asien. Smyrna, 7. Juni. Die Wirkung des von uns bereits erwähnten Ankaufs der aus Candia geraubten Kirchengloken, so wie der Uebergabe derselben an den Erzbischof seitens der israelitischen Gemeinde ist eine sehr günstige. Die Arch. isr. berichten hierüber noch Folgendes: Mittwoch, am 5. d. stattete der Erzbischof, von seiner Geistlichkeit begleitet, .dem Großrabbiner Haim Palacci einen Besuch ab, welcher ihn mit allen seinem Stande gebührenden Ehren empfing. Nach den üblichen Förmlichkeiten sagte der Erzbischof zum Großrabbiner, daß er durch diesen Besuch nicht allein einer Pflicht, sondern auch dem Aufträge seitens des Pattiarchen von Constantinopel nachgekommen sei, der durch den Erzbischof von Smyrna mit dieser groß müthigen Handlung der Gemeinde bekannt gemacht worden, und da er nicht wußte, wie er seine persönliche Dankbarkett wie die seiner Beichtttnder zu erkennen geben sollte, den Großrabbiner von Constantinopel, Aakir Effendi, besucht habe, um seine Befriedigung über die Annäherung auszudrücken, welche das Licht des Fortschrttts zwischen der griechischen und der jüdischen Natton hervorgerufen, sowie um ihm auch gleichzeitig anzuzeigen, daß er ihm, dem Erzbischof, den Auftrag ertheilen wolle, dem Großrabbiner vo» Smyrna dieselben Gefühle auszusprechen. Herr Joseph Ventura, der bei dieser Gelegenheit dem Großrabbiner als Dolmetscher diente, übersetzte ihm auf Spanisch die im Namen des eumenischen Patriarchen gehaltene Rede Was ihn persönlich beträfe, so wiederholte er, was er Herrn VeMma an dem Tage gesagt habe, wo er ihm im Namen der Gemeinde die sechs Glocken übergab, nämlich: daß jener Tag der glänzendste seines Lebens sei, weil er sich an ihm überzeugt habe, daß die Ander desselben Gottes sich endlich alle als Brüder erkennen, und daß er nie ausgehört habe und nie