Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1867)
- Date
- 1867-08-06
- Page
- Seite 637 (sequence 9)
- Language
- German
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637 ron den :tt, wem ke, und S auszuverfaßt acht, so ebt sich htet auf ein Per Seitens t's ihm, ' Ariom >en Bees sein rnd ihn l er nun strafe man sich Nicht des ver- )ch ent- SeXicBtcn einenden Schleiers it retten nt denen onoda' hr einst m giebt rschüttet erschloswerden, müßte, cm und etzlichen llte. sen ritten, vört sie d ihren i Allem, länger Wahrrlösung Lonada ist gerührt, innerlich tief ergriffe». Die Hände gefaltet und de» Mick zum Himmel gerichtet betet er: „Jehova steh' mir bei, daß meine Treu „Nicht wank'!" Und hierauf zu Johanna gewendet, fragt er diese: ..„Willst Du, „Daß ich in's Angesicht Jehova lästern, „Daß seine Liebe ich verfluchen soll?" — Die Jungfrau verneint, — worauf der Jüngling fortfährt, indem er sie bittet, mit ihm nunmehr Erbarmen zu haben und nicht weiter in ihn zu dringen, auf daß er mit seinem Schweigen sein „heiliges Gelübde" breche. — Das Mädchen betet: ....... „Muß, Jehovah, denn das Herz „In das Dein Siegeswageu einziehn will „In goldner Majestät, fast immer bluten „Und brechen?" — Sie reicht ihrem Geliebten die Hand mit dem feierlichen Versprechen, fortan ruhig zu sein und ihn nicht mehr mit Thränen und Bitten zu quälen. Er dankt ihr und erklärt, daß er nunmehr getröstet sei und Allem, was da kommen würde, muthigen Sinnes und Herzens entgegensehe. Bon Priestern wird ihm jetzt die Strafe angekündigt, die er als Verläumder zu dulden habe. Doch w ähr end er diese Strafe büßt, wird er von Ariom mit Spott und Hohn überhäuft. Diese Scene erinnert lebhaft an eine ähnliche in Gutzkow's „Acosta," und zwar an diejenige, wo der büßende „Uriel" von seinem rachedürstenden Rivalen „Ben Jvchai" öffentlich verhöhnt wird. Lonoda ist aber von der Grausamkeit Ar io ms dermaßen gereizt, daß er, seiner nicht mehr mächtig, sich wüthend auf den Feind wirft und ihn ersticht. — Aus dem „Verleumder" ist somit ein „Mörder" geworden, und der Strafe der „öffentlichen Beschämung" soll nun, den Gesetzen des Landes gemäß, die des „Todes" folgen. — Wollte Lonoda sein „Gelübde" brechen, so könnt er jetzt noch sich retten. Aber er verschmäht's und — stirbt. — Ein Vergleich der Schristzüge des „Hiob" mit denen der Liebes-Psalmen, die Johanna von Lonoda erhalten, bringt zwar die Wahrheit an den Tag, aber leider „zu spät." — Dies der Inhalt des „Mysterium." — Die Dichtung als solche, ist, wie bereits gesagt, eine ganz schöne. Der Styl ist schwungvoll und, wenige Härtm abgerechnet, recht fließend. — Das Urtheil über die Fabel selber — ihre Erfindung und Ausschmückung muß jedoch dem Leser überlasten bleiben. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, im Juli. lPrivatmitth.s Vor Kurzem wurde der 34. Jahresbericht der Baruch-Auerbach'schen Waisenanstalt für jüdische Knaben ausgegeben. Jedermann wird die Blüthe dieser Anstalt, die jetzt unter dem Sohne des verstorbenen Gründers, Herrn vr. Leonhard Auerbach, steht, mit wahrer Freude und Genugthuung begrüßen I Allein die Pflicht des Berichterstatters geht doch weiter als dlos zu — loben. Man kann sich nämlich die Augen nicht vor der abnormen Kostspieligkeit verschließen, welche der Jahresbericht erkennen läßt. Es heißt hier in der Nachweisung vom 1. April 1866 bis 1. April 1867: „Kosten für den gesammten Bedarf der Anstalt, als Beköstigung von 34 Waisen, 2 Erziehern, 1 Köchin, 1 Pflegemutter, 1 Hausmädchen, Portier, Kleidung, Wäsche, Holz, Gehalte, Pensionen, Schulgeld, Schreib- Materialien, Bücher, Arzneien 7638 Thlr., Haus-Unkosten 460 Thlr." Dies macht zusammen für 34 Waisen 8683 Thlr. in einem Jahre also pro Kopf 237 Thlr.!! I! Wir haben die anderweitigen Ausgaben für den Neubau 7502 Thlr., für den Gottesdienst mit 558 Thlr. nicht mit berechnet, sondern lediglich was für den Unterhalt der 34 Knaben berechnet ist, und dies ergiebt 237 Thlr. für den Kopf. — Da fiel mir der neulichste Bericht in dieser Ztz. aus Paderborn ein, wo das Kind mit 75 Thlr. jährlich berechnet ist. Welch ein Kontrast! Giebt es in Europa noch ein Waisenhaus, das so theuer ist? Müßten nicht für die Mittel dieser Anstalt noch einmal so viel Waisenkinder darin erhalten werden? Dies ist das Bedenken, das uns ans dem Berichte selbst hervorzugehen scheint. Wenn wir irren fordern wir hiermit zur Belehrung auf. Cöln, 25. Juli. (K. Z.) In der Synagoge ist in der verflossenen Nacht Feuer ausgebrochen, welches erst spät bemerkt wurde und große Zerstörunge» an- 32