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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-06 · Heft 32 (6.8.1867) · p. Seite 634

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 32 (6.8.1867)
Date
1867-08-06
Page
Seite 634 (sequence 6)
Language
German
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634 welcher die int Hebräischen fremden Namen für Affen, Pfauen, Elfenbein und Sandelholz ursprünglich angehören, so können wir zugleich sicher annehmen, daß das Land, in welchem diese Sprache gesprochen wurde, das Ophir der Bibel gewesen sein muß. Diese Sprache ist aber andere keine als die Sanskritische. Der Affe heißt im Hebräischen Kopb, in den semitischen Sprachen ein Wort ohne Etymologie, aber beinahe gleichklingend mit Kapi, dem Hurtigen, im Sanskrit und Malabarischen. Elfenbein wird entweder Xarnot-seben, Zahnhörner, oder schen-halbim genannt. Dieses halbim läßt sich wieder nicht aus dem Hebräischen ableiten, ist aber höchst wahrscheinlich ans dem Sanskrit-Namen für den Elephanten, ibha, dem der semitische Artikel voransteht, verderbt. Pfauen heißen im Hebräischen tukbi-im. ein Wort, welches aus dem altclassischen Namen des Pfaues in Tamul, tökei, der mundartlich auch tögei ausgesprochen wird, zu erklären ist. Im neuern Tamul oder Tamil bedeutet tökei im Allgemeinen nur Pfauenschweif, aber im altclassischen Tamul bezeichnet es den Pfau selbst. Alle diese Handelsartikel sind in Indien einheimisch, wenn sie natürlich auch in andern Ländern gleichfalls zu finden gewesen sein mögen. Almugim aber, oder der Algum-Baum, gehört insofern, als die Erklärer ihn mit Recht für Sandelholz halten, nur theilweise hierher. Sandelholz wird als einheimisch nur auf der Küste Malabar gefunden und einer seiner vielen Namen ist dort und im Sanskrit valguka. Dieses valgu(ka) ist offenbar der Name, den jüdische und phönizische Kaufleute zu algum verderbten (2. Buch der Chronica, II, 7. IX, 10. 11.) und der im Hebräischen noch weiter in almug (1. Buch von den Königen X, 11. 12.) verwandelt wurde. Der Ort nun, wo die Flotte Salomv's und Hiram's, wenn sie durch das rothe Meer gefahren war, der Wahrscheinlichkeit nach landete, war die Mündung des Indus. Dahin mochten Gold und Edelsteine vom Norden des Indus heruntergebracht worden sein und Sandelholz, Pfauen und Affen aus dem centralen und südlichen Indien eben dahin gelangen. Gerade in dieser Gegend giebt uns Ptolemäus den Nahmen Ahiria oberhalb Pattalene an. In dieselbe Lokalität versetzen Hindu-Geographen das Ab Iura oder Äbhira genannte Volk, und in derselben Gegend kennt Mac Murdo in seinem Berichte über die Provinz Kutsch noch heute einen Volksstamm Ahir, wahrscheinlich die Abkömmlinge jenes Volkes, das an Hiram und Salomo sein Gold, seine Edelsteine, Affen und Pfauen verkaufte. Wenn dann in der Veda-Epoche die Sanskritisch sprechenden Völker noch im Norden Indiens ansäffig waren, während sich zur Zeit Salomv's ihre Sprache bis nach Kutsch und selbst bis an die Küste Malabar ausgebreitet hatte, so wird dies jedenfalls beweisen, daß das Sanskrit nicht von gestern, sondern wenigstens eben so alt ist, als das Buch Hiob, in welchem das Gold von Ophir erwähnt wird." — Wir glauben, daß dieser Beweis, den Prof. Müller geführt zu haben glaubt, nicht gelungen ist. Die alte Streitfrage, wo Ophir gelegen, bleibt unter seiner Behandlung unentschieden. Seiner Annahme, daß es an der Mündung des Indus gelegen, widerstreitet 1. Mos. 10, 29. durchaus, welches Ophir an die Küste Arabiens verweist. Wenn daher poetisch Gold vom Verfasser des Buches Hiob nach Ophir benannt wird, so ist damit für das Alter der Sanskrit-Literatur Nichts gewonnen. Die Erwähnung der zur Zeit Salomv's nach Jerusalem gebrachten indischen Produkte im I.Buch der Könige mit Namen, welche sich nur im Sanskrit wiederfinden, würde im besten Falle nur auf das Zeitalter des Verfassers der beiden Bücher der Könige verweisen, und es ist unzweifelhaft, daß dieser frühestens zur Zeit des babylonischen Exils gelebt hat, also mindestens vier Jahrhunderte später als Salomo. Jndeß abgesehen hiervon, ist die ganze Schlußfolgerung Müller's sehr gewagt. Die Veda's sind im nördlichen Gebirgslande Indiens abgefaßt. Die im Buche der Könige erwähnten indischen Produkte kommen aber aus anderen Landschaften Indiens, und konnten nur von diesen über das Meer nach Palästina gelangt sein. Müller schließt daher, daß, da die Sanskrit sprechenden Völker erst in späterer Zeit als ihre Beschränkung auf das Nordland nach dem übrigen Indien gekommen sein können, die Vedas älter sein müssen, als jene Namen nach Palästina gelangten. Viel logischer kann man aber auf das gerade Gegentheil schließen. Arische Völkerschaften mit, dem Sanskrit ähnlichen Dialekten, hatten sich längst über Indien ausgebreitet, bevor das Volk, welches das eigentliche Sanskrit, in dem die Vedas abgefaßt sind, sprach, aus den nördlichen Gebirgsdistrikten hervorbrach. Somit bleibt das Wer der Vedas völlig ungewiß.

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