Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-06 · Heft 32 (6.8.1867) · p. Seite 631

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 32 (6.8.1867)
Date
1867-08-06
Page
Seite 631 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226581-3226614--25206-3260698
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

631 otit bei rstrvphe versuche wurde. kkundig. dich an ser uumsulatc eichische {} rüholdauiihn zu Juden Nach ich geer ins liegen ausge- Zudenremer, genten kundii auch ebung schastuach re neidische ch an ierreu i als > ihre rssen; urige ad er umen nrde. hat , als dien; Boteine Zruse chen :nl" Der Fürst soll so bestürzt gewesen sein, daß er diesen Ausruf unbeachtet hingehen ließ, und nur die Bemerkung machte: '„daß die europäische Presse wieder einmal großen Lärm schlagen und ihm die Schuld an Allem beimeffen werde." Die „Wiener Abendpost" veröffentlicht folgendes Telegramm des k. k. General-Consulats in Bukarest au das Ministerium des Aeußern: „Bukarest, 20. Juli. Ich erhielt den telegraphischen Befehl vom 18. heute Früh und habe ihm entsprechend meine Schritte bei der fürstliche» Regierung gethan. Bon Seite des Ministers des Innern wurde mir die Zusage sofortiger Einstellung aller Maßregeln gegen die Israeliten ertheilt. Nach Galaez wurde vor einigen Tagen eine Commission der Regierung zur Feststellung des Sachverhalts abgeschickt. Weitere Juden Verfolgungen sind, wie es scheint, hier nicht zu besorgen." Auch der Pariser „Moniteur" spricht sich darüber aus, mit welchem Nachdruck und welcher Entrüstung der Kaiser sich nach Bukarest darüber geäußert habe. Daß übrigens auf das Vertrauen, welches der k. k. österreichische Generalconsul im obigen Telegramm ausspricht nichts zu geben sei, erweisen die Vorgänge in Galacz. Der Worte sind genug geschehen, ohne thatsächliche Folge wird dort nichts ausgerichtet. Wie die öffentlichen Blätter berichten, wird Fürst Carl nach Paris kommen. Bei dieser Gelegenheit irgend wie Schritte bei ihm zu thun, halten wir für sehr überflüffig, denn er hat sich eben als ohnmächtig, die rumänischen Parteien zu beherrschen, erwiesen. Das Urtheil der öffentlichen Meinung brandmarkt selbstverständlich das Verfahren der rumänischen Regierung in schärfster Weise. Wiener Blätter sagen unter Andern: „Nicht gegen die Juden allein, sondern gegen die Fremden überhaupt ist es abgesehen, daher auch jene Scenen, welche feit einiger Zeit aus der Moldau gemeldet werden, nur als ein Vorspiel angesehen werden können. Der Haß der Rumänen gegen alle unter ihnen ansässigen Fremden ist ein notorischer, und wir haben schon sehr viele Scheußlichkeiten zu verzeichnen gehabt, welche auf dem Boden der Donaufürstenthümer gegen österreichische Staatsangehörige begangen wurden. Die Industrie und der Handel liegen dort ausschließlich in den Händen der Juden und Fremden, weil die heillose Rotte der Rumänen zu dumm, zu faul und zu verkommen ist, als daß sie selbst für die Bedürfnisse des Landes sorgte. Nur neidet letztere den Fremden ihren Erwerb, und wartet mit Ungeduld auf das Zeichen, um auf sie loszustürzen, um den wohlhabenden Bürgerstand zu berauben und nackt aus dem Lande zu jagen. Daß die Rumänen dabei nur verlieren, daß sie noch weiter in den Unflath der Verwilderung zurücksinken würden, geht weit über ihren Horizont. Fürst Carl hat den besten Willen, der mit jedem Augenblicke steigenden Verwirrung in seinem Lande auch nach dieser Richtung zu steuern; allein es steht unter den Rumänen nahezu so, wie Maximilian von Oesterreich zwischen den mexicanischen Parteien sich bewegte. Die conservative Bojaren- Partei mußte es aufgeben, ihn zu stützen, weil sie durch Verfolgung ihrer Sonder-Jnteressen allen Einfluß auf das Land verloren hat, und so ist Fürst Carl, da auch er seiner Mission nicht entsagen zu wollen scheint, gezwungen, unter immerwährenden Parteikämpfen sich auf der Oberfläche zu erhalten. Die Dinge in den Donaufürstenthümern treiben der Revolution entgegen; die blinde Leidenschaft sitzt am Staatsruder, und wenn nicht zeitlich vorgesehen wird, so werden die Fremden der Brutalität des Pöbels zum Opfer fallen." Das Urtheil, welches hier über die Rumänen gefüllt wird, ist hart, aber — leider! wahr. Wir haben vor Monaten unparteiische Reisende, ja einen hochgebildeten preußischen Officier gesprochen, der sich längere Zeit in Rumänien aufgehalten', und nicht genug Worte über die Verkommenheit und Lasterhaftigkeit aller Schichten des rumänischen Volkes finden konnte. Wir ahnten damals nicht, so bald derartige thatsächliche Beweise vorliegen zu haben. Jndeß, jemehr auch diese Vorgänge nur Symptome der inneren Fäulniß sind, desto eher müssen wir eine Aenderung in der Lage und den Verhältnissen erwarten. Es ist offenbar, daß dieses Volk nicht befähigt ist, selbstständig zu sein, und es muß daher dem Schicksal, anders woher regiert zu werden, anheimfallen. Die Köln. Zeit, enthält folgenden Artikel: „Paris, 23. Juli. Nach Mittheilungen, welche Herr Picot, der jetzt in Paris weilende Secretär des Fürsten Carl, in der gestrigen Sitzung der Alliance israöliie gegeben, sind die Tage des Ministeriums Bratiano gezählt. Der Fürst ist entschlossen, diesen Mann, wenn nicht schon vorher, so doch sicher im October den zu erwartenden Angriffen der Kammer gegenüber fallen zu lassen. Constitutionelle Einschränkungen aller Art, welche die rumänische Verfassung ihm auferlege, hinder- 32*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.