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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-07-30 · Heft 31 (30.7.1867) · p. Seite 613

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 31 (30.7.1867)
Date
1867-07-30
Page
Seite 613 (sequence 5)
Language
German
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615 In wenigen Wochen soll die Presse verlassen: „kebid hazahab,“ enthaltend die Entscheidungen der frühern und spätem jüdisch-theologischen Autoritäten über den Inhalt des doro Dea. Das Werk erscheint in hebräischer und deutscher Sprache. Der Verfasser, Herr Josef Finke Ist ein aus Pest, ist von zahlreichen ausgezeichneten Theologen als talmudische Capacität anerkannt, und sein genanntes Werk bereits in mehreren Zeitschriften bestens empfohlen worden. Dem „Hon“ zufolge wird die von dem wackern Musterlehrer Nathan Fischer in Ujhely redigirte pädagogische Zeitschrift: „Izraelila magvar NSptanitö,“ deren Erscheinen in letzterer Zeit wegen Uebersiedlung des Verlegers nach Pest wieder sistirt war , nunmehr in regel-. mäßigen Zeiträumen erscheinen. Ohne Zweifel wird nun auch der ebenfalls von dem verdienstvollen N. Fischer redigirte „Jüd. Schulbote," mit dem „Ndptanitö“ zugleich, seine erneuere Wanderung beginnen*) und hoffentlich von den Lehrern und Schulfreunden Oesterreichs, wie bisher in geistiger, eben so von nun an auch in materieller Hinsicht genügend unterstützt werden, damit dieses einzige Organ für die jüdischen Schulen Oesterreichs nicht vegetire, sondern slorire, und so zur Hebung des österreichisch-jüdischen Schulwesens wesentlich beizutragen befähigt werde. Sal. Blum, Hauptschullehrer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Paderborn, 9. Juli. (Privatmitth.) Vor einigen Wochen wurde in dieser vielgelesenen Zeitung der Stiftung gedacht, welche der selige Fulda Hey in Coblenz, im Verein mit seiner edlen Gattin, der Frau Jsabella Fulda Hey, bestehend in 2900 Thlrn. unserm Baisenhause für Westfalen und Rheinland bestimmte. Heute veröffentlicht die Unterzeichnete die Schenkung eines edlen hochherzigen Mannes, der seit der Gründung der Anstalt von Zeit zu Zeit unsre Waisen mit reichen Gaben bedachte. Es ist dieses der Name des Hrn. Ban- *) Außer den, in Nr. 28 d. Bl. erwähnten Nr. 18—20 des „Jüd. Schulboten" ist, wohl in Folge der Uebersiedlung des Verlegers, noch keine weitere Nr. erschienen. quier J.Rothfels in Hessen-Cassel, welcher eine Schenkung von 1900 Thlr. mir in einer Art und Weise einhändigte, auf die der Lenker aller Geschicke nur segnend blicken konnte, mich aber in meinem schweren Berufe stärkte und ermuthigte. Möchten noch viele Edle sich dem Werke der Barmherzigkeit anreihen, auf daß keine Thränen der armen Waisen mehr fließen. Fan nh ^Nath an. Brilon, 6. Juli. (Privatmtth.) Der heutige Tag, welcher in der Erinnerung an Preußens Sieg bei Königgrätz jedes Preußenherz freudig erregt, hatte für einen kleinen Kreis unserer Stadt noch eine andere Veranlassung denselben festlich zu begehen; das Personal der M. Friedländcr'schen*) Offizin feierte nämlich das 25jährige Jubiläum seines Prinzipals, —zugleich Redacteur des Sauerländischen und Waldeck'- schen Anzeigers, — der im Jahre 1842 zuerst seine hiesige Buchdruckerei übernahm. Morgens übergaben Gehülfen und Lehrlinge der Buchdruckerei dem Jubilar ein zu dem Tage eigens verfaßtes Festgedicht, welches der Factor der Offizin vortrug, und welches in typographischer Ausstattung den Arbeiten größerer Druckereien nicht nachsteht; alle Räume des Hauses und der Geschäftslokale waren festlich geschmückt. Nachmittags vereinigte sich das ganze Personal mit dem Jubilar in einem nahe gelegenen Kaffeehause, wo bei vollem Glase mancher schöne Trinkspruch zur Feier des Tages ausgebracht wurde und bis spät in die Nacht die Festgenossen zusammenhielt. N. Katz. Hannover, 30. Juni. (Privatmitth.) Vor einigen Wochen hatten die Vorsteher unserer Gemeinde nebst dem hiesigen Landrabbiner eine Audienz bei dem Generalwie auch bei dem Civil - Gouverneur unseres ehemaligen Königreichs, in welcher sie in ihrem wie in dem Namen der vielen zustimmenden Gemeinden unseres Landes die bereits früher in diesen Blättern erwähnte Petition um Beibehaltung der unser Synagogen- und Schulwesen betreffenden berechtigten Eigenthümlichkeiten überreichten, und es ist nunmehr abzuwarten, ob dieselbe bei der jetzt in Ausführung begriffenen Organisation unserer Provinz Berücksichtigung finden werde. *1 M. Friedländer ist der Enkel des sel. Rabbinen I. Friedländer und der einzige Jude Westphalens, der eine Buchdruckerei besitzt.

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