Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1867)
- Date
- 1867-07-30
- Page
- Seite 612 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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612 h. Behausung mit Zürnen und Eifer ob seiner Söhne und die Erde wird erbeben. Bis zu ihren Enden wird es Einsturz geben, und die hohen Berge werden erniedrigt und verschüttet und -die Thäler sinken. Die Sonne giebt kein Licht und in Nacht wandeln sich die Hörner des Mondes, und werden zerbrechen, und ganz wird er sich verwandeln in Blut, und das Heer der Sterne wird verwirrt. Und das Meer weicht bis zum Abgrund zurück, und die Wasserquellen werden ausgehen und die Flüsse stauen (expavescent). Denn es erhebt sich der höchste Gott, der Ewige, der Alleinige (summus ve»8. aetermis, solus), und hervor tritt er, um zu züchtigen die Heiden und alle ihre Götzenbilder zu vernichten. Cp. 15. Dann wirst du glücklich sein, Israel, und aufsteigen über die Nacken und Flügel des Adlers, und sie haben ihre Erfüllung. Und erhöhen wird dich Gott und machen, daß du am Sternhimmel schwebest, an der Stelle ihrer (irdischen) Wohnung; uud herabblicken wirst du von oben und deine Feinde sehen auf Erden und sie erkennen und dich freuen, und Dank sagen und bekennen Deinem Schöpfer! Jetzt, du Josua Nave, bewahre diese Worte und dies Buch. Denn von meinem Sterben und Ausfahren (a raorte (et) receplione m.) an bis zur Parusie von ihm (usque ad adventum illius)' sind 250 „Zeiten" (lempora CCL), die kommen. Und dergestalt wird ihr Lauf sein, den sie einschlagen, bis sie vollendet sein werden. Ich aber will zur Ruhe meiner Väter gehen. Also, du Äosua Nave, enmanne dich! Dich hat Gott erwählt, mir ein Nachfolger desselben Bundes zu werden!" Mit dem sechszehnten Capitel beginnt der zweite Theil des Buches „der Tod und die Hinwegnahme Mose's." Von diesem sind nur vier Capitel erhalten, welche ein Zweigespräch Josua's und Mose's geben, analog den Einreden Mose's vor dem brennenden Dornbusch: Josua zweifelt voll Zagens an seiner Kraft, und Moses flößt ihm Vertrauen und Muth ein. Hier bricht das Fragment ab. Allein aus einigen Notizen der Kirchenväter wissen wir, daß der übrige Theil der Schrift folgendes enthielt: Moses stirbt; an seiner Leiche erscheinen der Erzengel Michael, um sie zum Himmel zu erheben, und der Satan, um sie für die Erde zu requiriren, wobei er sich auf den an dem ägyptischen Voigte vollbrachten Mord beruft. Hieraus fließt ein langer Redestreit zwischen den Beiden, der sehr viel Erbauliches enthalten mußte, weil um deffentwillen das Buch in den ersten Jahrhunderten als Andachtsbuch verbreitet war, und die Entscheidung fällt dahinaus, daß Michael einen Theil zum Himmel führt, der andere seine Ruhestätte in der Erde findet. Dieser Ausgang ist jedenfalls characteristisch, wenn er mit der Auffahrt des Propheten Elias nach der Schrift und mit der christlichen Erzählung von der Himmelfahrt Jesu verglichen wird. Hervorzuheben ist auch der Wegfall der Messias-Idee, und daß die Wiederherstellung Israels durch Gott selbst geschieht. Spricht dieser Umstand für den jüdischen Verfasser überhaupt, so auch besonders für die nächste Periode nach dem Falle Bar- Kochba's. „Das spätere Judenthum hat das Buch in rabbinischem Dialekt erneuert — nach manchen Anzeichen aus dem Griechischen oder Lateinischen — unter dem Titel m^as: Auffahrt Mose, mit einiger Variation. Das Haupt der Dämonen steht hier dem Mose nach dem Leben, aber der Schutzgeist Israels beschirmt dies und schlägt den Satan in die Flucht. Ferner wirft Gott selbst, nicht der Satan, dem Mose den Mord des Aegypters vor." So sagt der Herausgeber, und beruft sich dabei auf Fabricius Cod. Pseudepigr. V: T. Vol. I. Glrörer Prophelae Veteres pseudepigr. SuUgart 1840. p. 317. Ceriani p. 10 f. Hilgenfeld: lüpistolae Clemenlis. Lipsiae 1866, p. 115. Uns ist dies unbekannt, dagegen wissen wir, daß Aron ben Samuel, Frankfurt a. O. 1693 in Quart rron ri-puc über das Hinscheiden Mosis in jüdisch-deutscher Sprache edirte. Literarischer Wochenbericht. Neu-Verbäß, Mitte Juli. Bei Kertsß in Pest ist nunmehr die in d. Bl. bereits früher angekündigte ungarische Uebersetzung der bedeutungsvollen Abhandlung IV. Ludwig Philippson's: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?" von H. I. und R. F. erschienen. Die Uebersetzung ist nach dem „Magyar Izraeliia“ — befriedigend. Die Redaktion der ebengenannten Wochenschrift macht bezüglich der gerühmten Abhandlung folgende Bemerkung: „Der Verfaffer bestrebt sich, die Frage, welche er sich gestellt, in möglichst objectiver Weise zu beantworten. Er ist entfernt von jeder Feindseligkeit und tritt nicht gegen die Glaubenssätze Anderer auf; vielmehr bemüht er sich den -Frieden zwischen den verschiedenen Confesfionen zu fördern."*) *) Wir bitten um Zusendung eines Exemplars. Wir ergreifen die Gelegenheit um auch den Uebersetzer in's Holländische um ein Expl. zu ersuchen. Dr. Ph.