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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-07-09 · Heft 28 (9.7.1867) · p. Seite 553

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 28 (9.7.1867)
Date
1867-07-09
Page
Seite 553 (sequence 5)
Language
German
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unterstützt. Der Inhalt dieses großartigen Werkes wird ausführlicher aufgeführt. Zunächst erscheint das Werk wisnr-n in vier Theilen von Herrn H. M. Rabinowitz in Dünaburg. — Vor Kurzem erschien: A Hebrew and Chaldee Lexicon to the old Testament, witli an introduction giving a short history of hebrew lexicography by Dr. Julius Fürst, Professor at the university of Leipzig. Third edilion improved and enlargeil containing a grammatical and analylical appendix. Translaled from the german by Samuel Davidson D. D. of the university of Halle, and L. L. D. London. Leipzig, Bernhard Tauchnitz, London: Williams & Norgate 1867. Diese englische Ilebersetzung wird als dritte Ausgabe bezeichnet, da sie viele Verbesserungen und Vermehrungen der beiden ersten deutschen Auflagen bringt. Wie uns mitgetheilt wird, erscheint in kurzer Zeit die vierte Ausgabe, nemlich die dritte Auflage in deutscher Sprache. Es ist dieses Werk unstreitig jetzt das beste hebräische Handwörterbuch und hat das Lexikon von Gesenius weit überholt. Um so mehr machen wir darauf aufmerksam, als es gerade in jüdischen Kreisen bis jetzt weniger Verbreitung gefunden hat, und das wiederholte Bedürfniß uach neuen Auflagen in so kurzer Zeit gewiß für die Trefflichkeit des Werkes spricht. — In diesen Tagen kamen uns zwei Gelegenheitspredigten zu. Die erste ist vom Rabbiner, Kirchenrath Dr. Maier zu Stuttgart, gehalten am 7. Tage Pessach dieses Jahres zum „Schlüsse seines siebenzigsten Lebensjahres," und führt Pf. 118, 17. im Titel. Aus jedem Worte dieser trefflichen Rede spricht die tiefe Bewegung heraus, welche den Redner in solchem Momente ergriffen haben mnß. Er erinnert zuerst an Ps. 90, 10. und knüpft daran die Frage, welche Bestimmung der Mensch auf Erden hat? Er findet die Antwort in Ps. 118, 17, indem er die Worte deutet: Noch lebe ich, und so lange ich lebe, will ich das Wirken und Thun Gottes den Brüdern kundthun. Gerechtigkeit und Liebe sind die Thaten Gottes und Gerechtigkeit und Liebe zu lehren, erscheint dem Redner das eigentliche Amt des Rabbi. Er vertheidigt bk 4 gegen solche, welche Anderes meinen. Er wirft einen Blick auf sein Leben und auf seine Amtsthätigkeit zurück, und bittet seine Zuhörer um Theilnahme, auch wenn die Tage geringerer Kraft für ihn gekommen sein werden. Wir können hier wohl im Namen Vieler dem verdienstvollen Greise unsre besten Glück- und Segenswünsche aussprechen. Möge die Dauer seines Lebens und seiner Amtsthätigkeit sich noch weithin erstrecken! — Die 2. Predigt ist „die Synagogenweihe in Gießen, am 31. Mai 1867 von Dr. Levi, Großherzogl. Rabbiner der Provinz Oberhessen, Gießen 1867." Wir erhalten hier die Abschiedsrede in der alten Synagoge, die Weihegebete und Predigt in der neuen. Alle drei Stücke sind trefflich an Form und Inhalt, vom frömmsten Geiste in edelster Sprache beseelt. Text 3. Mos. 26, 11—13. Der Redner weist nach: 1) „Israels neue Gotteshäuser zeugen davon, daß Israels Glaube zwar alt, aber nicht veraltet ist; 2) daß er sich in seinen Formen allen Bildungsstufen und allen Heimathsverhältnissen anschmiegt, und 3) zeugen sie davon, daß die Menschheit immer mehr und mehr der höheren Vollendung entgegen reift, die ihr von den alten Propheten als Endziel vorgesteckt und verheißen worden ist." Die neue Synagoge ist mit einer Orgel versehen, welche im Gottesdienste eine wesentliche Verwendung gefunden. — Hieran knüpfen wir die Erwähnung eines schönen Gelegenheitsgedichtes in hebräischer und ungarischer Sprache zur Krönung Franz Josephs von Simon Bacher, in vorzüglicher Ausstattung auf Kosten der israelitischen Gemeinde von Pest gedruckt: ■nr» „Eljen a Kiraly!" Der Name des Verfassers, eines unserer besten neuhebräischen Dichter, des llebersetzers des Nathan des Weisen, bürgt schon für den Werth des Gedichtes. — Zur Vervollständigung und um Irrungen zu vermeiden, wollen wir betreffs des in Nr. 23 besprochenen Werkes Etudes sur le Mecklenbourg et sur la Question allemande par Dr. M. Borchard, Paris 1867. 80. hier hinzufügen und rühmend hervorheben, daß in demselben die Gleichstellung der Juden in Mecklenburg so wie überhaupt in deutschen Staaten mit ebenso großer Energie wie Belesenheit vertheidigt und gefordert wird. Ein beträchtlicher Raum der' Schrift ist diesem Gegenstände gewidmet, und der Verfasser zeigt, indem er die bedeutendsten Vorfechter dieser Sache so wie ihre Gegner zeichnet, welchen großen Antheil er daran nimm und wie viel er sich damit beschäftigt hat. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 23. Juni. Auf den Antrag des Ober- Präsidenten v. Möller zu Cassel ist die Begünstigung;, der Militärpflicht durch eine sechswöchentliche Dienstleistung bei einem Infanterieregimente zu genügen, auch den Zöglingen des dortigen israelitischen Schul-

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