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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-07-02 · Heft 27 (2.7.1867) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 27 (2.7.1867)
Date
1867-07-02
Page
Seite 534 (sequence 6)
Language
German
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534 *- Mso in jenen Zerwürfnissen wurde von den beiden Parteien der Parnassimversamrnlung, deren Majorität die erbitterten Feinde Chacham Zeb?s waren, die Hülfe der Bürgermeister gesucht. Vor dieser Behörde wird der Prozeß anhängig gemacht, in Folge dessen, vom Jahr 1712 ab, Chacham Zebi durch Hausarrest von der Ausübung seiner amtlichen Funktionen zurückgehalten, und 1714 seines Amtes entsetzt wird. Der in nächster Nr. folgende Bericht möge als Beitrag zur Geschichte dieses traurigen Ereignisses Platz finden; um so mehr, da er, nach der Versicherung des Berichterstatters, Dr. S. I. Mulder, aus authentischen Quellen geschöpft ist. Wir geben ihn, so wie er uns vorliegt, fast wörtlich zurück; nicht etwa um die prophetische Inspiration Chacham Zebi's zu constatiren, oder um ein Beispiel rächender Nemesis bekannt zu machen: sondern um die in jenem Kampfe herrschende Parnassische Selbstverblendung daraus abzuleiten, die in hoch- und übermüthigem Triumphe ein schamlos freches Auftreten gegen einen Mann nicht scheute, dessen Name weit über Europa hinaus Ehrfurcht und Hochachtung gebot, und den man, sollte er auch seine Machtbefugnis überschritten und mit zu wenig Mäßigung gehandelt haben, mindestens gewisse Formen der Achtung schuldete, mochte er auch als Feind angesehen werden?*) (Schluß folgt.) Litrrarischtr Wochenbericht. Paris, im Mai. Jüdische Literatur in Paris. 1. Wer wird es nun noch wagen, zu behaupten, daß unser Rabbinat nichts für die jüdische Literatur thut! Nicht braucht sich mehr Hr. Benoit Levi in seinen Geschäften zu stören, um die Sache der Rabbinen zu vertheidigeu. Thatsachen sind vorhanden, ein Buch ist gedruckt, aus der Rabbinerschule hervorgegangen, schwarz auf weiß ist das erste Plaidoyer, und Du, mein lieber Tschung-ling oder wie sich Ihr Chinese nennen mag, verstumme! Der „Rapport sur la Situation morale du seminaire israelite“ enthält schon eine ganze Literatur aus dem Titclblatte, sowohl in bibliographischer als literarischer Beziehung; auch die Nationalöconomie ist **) Wir entnehmen diesen Bericht einem Aufsatze im „Nederlandsch-IsraOlietisch jaarboekje der Maatscliappij lul nut der Israelielen in Nederland,“ lOe Jaargang. s’Gravenhage. Gebr. Belinlanle 1859, S. 49—50. dabei berücksichtigt, denn wahrlich jedes Räumchen ist da ausgefüllt, und wäre auch für eine Stecknadel kein Platz mehr. — Eine schwere Geburt, aber es kamen Zwillinge zur Welt, das Werkchen enhält außer dem Rapport ein „Leben Hilels 1." und „die Sclaverei nach der Bibel und dem Talmud." Doch ist diese Arbeit das jüngste der Bücher die in letzterer Zeit in Paris erschienen und die ich der Reihe nach hier zu besprechen gedenke; ich will auch das deutsche Sprichwort anwenden: „Ich will keinen Hund beißen, denn ich muß meine Zähne für den Wolf sparen; sagt der Schafhund" und mit der Besprechung des ■pan 'o beginnen. Sepher Tagin, von wem? Haben Sie Platz in Ihrem Blatte, will ich es Ihnen sagen; von Senior Sachs, Abbä Barges und Beer Goldberg; etwa zwei starke Bände? Nein, erschrecken Sie nicht, nur ein kleines Bändchen von 120 Seiten. Die Rollen sind folgendermaßen vertheilt: Abbä Bargös hat eine Vorrede in lateinischer Sprache (31 S.) dazu geschrieben mw hat das Geld zu den Druckkosten hergegeben. Erstere enthält nichts Neues für den jüdischen Leser, und für das letztere sagen wir ihm im Namen des ganzen jüdischen Publikums den herzlichsten Dank. Aus dem Titelblatte nennt er sich „einen Freund der Juden und aller Menschen" b2br rnv:«; nur versteht man nicht gut, ob er die Juden höher als alle Menschen stellt, oder ob er mich gar nicht zu den Menschen zählt (hoffentlich werden Sie wissen, daß ich Jude bin), vielleicht soll es ähnlich der deutschen Redensart „3 Mann und ein Corpora!" sein. Ganz mystisch aber klingt der Zusatz ari'iyb bn1^ C’nori rvobn; indessen kann ihm Niemand verwehren, für sein Geld dasjenige zu erwarten, was er sich denkt. Herr Goldberg hat die Copien der kleinen Tractate, die das Büchlein enthält, besorgt; man findet hier vereinigt: Sepher Tagm, den sechsten Abschnitt aus dem yn« •ns von R. Schein Tob (beide aus Mskr. der kais. Bibliothek in Paris), der ebenfalls auf Tagin Bezug hat, und endlich das Midrasch di R. Akibah über die Krönchen, große und kleine Buchstaben (Mskr. aus der Günzburgischen Sammlung». Man kann diesem Werkchen keinen eigentlichen literarischen Werth beilegen, aber es ist immer ein Beitrag zur Massorah, welche doch sicherlich bestimmt ist, ein neues Licht auf die Abfassung des Canons zu werfen. Besprechenswürdig in unserem Werkchen ist die Vorrede des Hru. Senior Sachs; wie in allen seinen Schrif-

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