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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-06-18 · Heft 25 (18.6.1867) · p. Seite 500

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 25 (18.6.1867)
Date
1867-06-18
Page
Seite 500 (sequence 12)
Language
German
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500 rirten Tempel durch eine öffentliche Feier einzuweihen. Diese Frage blieb von dem Fürsten unbeantwortet, während er im übrigen der Deputation sein Bedauern aussprach, daß die Emancipation der Juden in Rumänien noch nicht platzgegriffen habe. Auch hieraus erkennt man die Gesetzlichkeit und die Macht der Obrigkeit, wie sie hier in Rumänien vorhanden sind. Daraus kann man aber wieder schließen, wie es aussehen würde, wenn in der Türkei die Herrschaft auf die dortigen christlichen Völkerschaften übergehen sollte. Die jüngst veröffentlichten Berichte der englischen Gesandten und Agenten an Lord Stanley geben ein unparteiisches Urtheil darüber. Macht man auch die geschichtlichen Verhältnisse für den sittlichen und intellektuellen Zustand dieser Völkerstämme verantwortlich, so kann man doch vor den Thatsachen die Augen nicht schließen. Die Feindschaft untereinander und ihre Gehässigkeit gegen Alle, die nicht zu ihrem Stamme gehören, würde sofort die schrecklichsten Flammen entzünden. Sie alle wollen die Herrschaft nur für sich, für alle anderen Menschen die Sklaverei oder den Untergang. Schweiz. Basel, den 28. Mai. (Privatmitth.) Am 24. d. wurde mit angemessener Feierlichkeit der Grundstein unserer neuen Synagoge gelegt. Trotz bescheidenen Dimensionen wird der Bau eine Zierde der Stadt werden. Es sind dafür von den Mitgliedern der hiesigen Gemeinde an freiwilligen Beiträgen 60000 Fr. gezeichnet worden. In Zürich, wo der Bau einer Synagoge ebenfalls besprochen wird, erwarb vor einigen Wochen der in hoher Achtung stehende Banquier Jaques Ris das Bürgerrecht; es ist das der erste Jude, der in Zürich als Bürger ausgenommen wurde. Großbritannien. London, im Mai. Die jüdische Gemeinde hat von einem Christen Namens Hall ein Legat von 50,000 Fr. erhalten. Der vor Kurzem verstorbene Moritz Worms hat eine gleiche Summe jeder der Synagogen, der Kreat Street und Portland Street, 1000 L. St. der Synagoge von Margaret street und 1500 L. St. den Armen vermacht. Der Verstorbene hatte 25 Jahr die Insel Ceylon als Kaffeepflanzer bewohnt, nachher sich nach London zurückgezogen und starb hier 62 Jahre alt. London, 7. Juni. Der Florentiner Correspondent der Daily News macht darauf aufmerksam, daß Erlanger — kein Jude, sondern ein Getaufter, ein Katholik ist; daß also die jüdische Firma zurückgetreten, während die katholische Firma den Handel aufnimmt. Der Clerus hätte also mit seinem Wüthen gegen die Juden nichts erreicht, als daß seine Güter durch Christen säkularisirt werden. (Die ital. Deputirtenkammmer hat auch dieses Projekt verworfen, und wird einen Gegenentwurf bringen — durch den jedenfalls der Clerus noch schlimmer daran sein wird. Red. d. A. Z. d. Jud.) Correspondenz. Die Mission aus der Ausstellung?u Paris. Paris, im Juni. Die bekannte englische Gesellschaft zur Verbreitung des Christenthums unter den Juden hat es sich nicht nehmen lasten, einen ausgedehnten Platz auf der allgemeinen Ausstellung dieses Jahres einzunehmen. Es ist dieses Institut eines der fremdartigsten Gegenstände auf dem Boden Frankreichs, wo die religiöse Toleranz längst die Sitten gänzlich durchdrungen hat und wo man seit vielen Jahrzehnten den Juden eben so ungestört seinen Glauben bekennen läßt, wie den Katholiken oder den Muselmann. Während aber sonst die fremdartigen Produkte auf der Ausstellung eifrig von den Franzosen studirt und besprochen werden, so gereicht es den letzteren zur Ehre, daß sie dem „Werke der Mission" keinerlei Aufmerksamkeit widmen. Aber für uns ist es doch Pflicht, das Verfahren unsrer Gegner etwas schärfer ins Auge zu faffen. Dieselben haben in ihrer bekannten fteigebigen Manier keine Kosten gescheut. In der englischen Abtheilung des Parkes, welcher die Ausstellung umgiebt, erheben sich vier Gebäude, die von der Gesellschaft errichtet worden sind. Das erste unter denselben ist eine Kirche, in

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