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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-06-18 · Heft 25 (18.6.1867) · p. Seite 492

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 25 (18.6.1867)
Date
1867-06-18
Page
Seite 492 (sequence 4)
Language
German
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492 - A«S Holland. StchM aus Holland. IV. Die Widerstandskraft gegen Ausschließungsbestr ebun gen. (Fortsetzung u. Schluß). Wie bereits oben angedeutet worden, ist im Jahre 1806 die gesetzliche Regelung der Volksschule zu Stande gekommen. Von den fundamentalen Bestimmungen dieses Gesetzes müssen wir zu unserem Zwecke folgende anführen : „Der Unterricht muß so eingerichtet sein, daß das Lehren nützlicher Kenntnisse mit der Entwickelung des Denkvermögens gepaart werde, und daß die Zöglinge vorbereitet werden zur Ausbildung aller christlichen Tugenden. Es sollen Maaßregeln genommen werden, daß die Schüler nicht des Unterrichtes in dem theoretischen Theile des Religionsbekenntnisses entbehren, zu welchem sie gehören. Jedoch soll dieser Zweig des Unterrichtes nicht dem Lehrer aufgetragen werden."*) Hiermit ist das Prinzip der von spezifisch confessionellem Charakter freien Schule (kerkelooze school) ausgesprochen, und die Niederlande haben das Verdienst, zuerst der Volksschule diesen Charakter verliehen zu haben. In Folge dieses Gesetzes, das bis 1857 in Kraft blieb, war die Volksschule daher zugänglich für alle Confessionen (gemengcle school). Indessen gab es auch noch confessionelle Schulen (8ekien-sebolen). Das Staats- Grundgesetz von 1848 erheischte aber eine Aenderung der Schulgesetze, um diese mit dem Grundgesetze in Einklang zu bringen; und die bezügliche Gesetzesvorlage geschah im Jahre 1857. Uns berührt hier aus diesem Gesetze über den elementaren Unterricht (tVet tot rege- Ung van het Lager-Ondenvijs) außer Art. 16, Alin. 1; „In jeder Gemeinde wird Elementarunterricht gege- *) Uet onderwijs moet zoo zijn ingerigt, dal hct aanleeren van nuttige kundigheden gepaard ga met de onlwikkeling der verstandelijke Vermögens, en dal de leerlingen worden voorbereid toi de beoefening van alle christelijke deugden. En zullen maalregelen genomeu worden, dat de schoberen niet verstoken blijven van bet onderwijs in het leerslellig gedeelle van de godsdienslige belijdenis waartoe zij behooren; doch dit deel van het onderwijs zal den onderwijzer niet zijn opgedragen. Ben in einer für die Bevölkerung und das Bedürfniß genügenden Anzahl Schulen, zugänglich für alle Kinder ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses",*) ganz besonders der Art. 23, den wir, um deutlich zu werden, vollständig wiedergeben: „Der Schulunterricht bezweckt mit der Belehrung von angemessenen und nützlichen Kenntnißen die Entwickelung des Denkvermögens der Kinder und ihre Anleitung zu allen christlichen und gesellschaftlichen**) Tugenden. Der Lehrer enthält sich etwas zu unterrichten, zu thun oder zuzulassen, was der Ehrerbietung widerstrebt, die man den gottesdienstlichen Begriffen Andersdenkender schuldet. Das Ertheilen des Religionsunterrichts wird den kirchlichen Genossenschaften überlaffen. Hierüber können die Schullocale außer den Schulstunden zur Benutzung der Schüler, die da zur Schule gehen, zur Verfügung gestellt werden."***) Die Debatten in der zweiten Kammer zeugten von der Wichtigkeit, die man der betreffenden Regierungsvorlage mit Recht beilegte, und die Artikel, in welchen man die Religion in irgend einer Beziehung zur Schule zu sehen glaubte, nahmen je nach der Färbung der Parteien, zur Vertheidigung oder zur Abwehr, am meisten die Streitkräfte in Anspruch. Jedes religiöse, jedes politische Bekentniß wollte sein Recht wahren und jede Gefahr seinen Interessen fern halten. Der citirte Art. 23, und ganz besonders Alin. t desselben, veranlasse sehr *) In elke «gemeente wordt lager onderwijs gegevcn in een voor de bevolking en behoefte voidoend getal scliolen, toegankelijk vor alle kinderen zonder onderscheid van godsdienslige gezindheid. **) Vergl. Sk. I, wo bemerkt ist, daß und aus welchem Grunde man keinen treu entsprechenden deutschen Ausdruck für „maatschappelijk“ hat. ***) Het schoolonderwijs wordt, onder het aanleeren van gepaste en nuttige kundigheden, dienstbaar gemaakt aan de onlwikkeling van de verstandelijke Vermögens der kinderen en aan hunne opleiding tot alle christelijke en maatschappelijke deugden. De onderwijzer onthoudt zieh van iets te leeren, te doen of toe te laten, wat strijdig is met den eerbied, verschuldigd aan de godsdienslige begrippen van andersdenkenden. Het geven van onderwijs in de godsdienst wordt overgelaten aan de kerkgenootsehappen. Hiervoor kunnen de schoollocalen buiten de schooluren ten behoeve van de leerlingen, die er der school gaan, beschikbaar worden gesteh!.

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