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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-06-11 · Heft 24 (11.6.1867) · p. Seite 476

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 24 (11.6.1867)
Date
1867-06-11
Page
Seite 476 (sequence 8)
Language
German
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476 mittag eine Deputation der Gemeinde, ihre Vorstände an der Spitze, sich zu dem würdigen Geistlichen begab, um ihm ihren Dank und ihre Sympathie auszudrücken und sich den Text der Predigt zu erbitten, die demnächst im Druck erscheinen wird. Reunionen und Bälle schlossen die schöne Feier, die durch keinen weiteren Mißton gestört wurde. Möge das neue Gotteshaus und der verbesserte würdige Gottesdienst in ihm blühen und ein neues Band werden, das die verschiedenen in ungetrübter Eintracht lebenden Confessionen unserer Stadt zum Heile Aller gemeinsam umschlingt! Schwerin ä/W. Mai. lPrivatmitth.) Auf Grund von Statuten, welche unter dem 16. März d. I. die königliche Sanktion erhalten haben, wird am 1. Juli allhier ein Israelitisches Waisenhaus für Knaben eröffnet, das von Herrn Jean Benda in Berlin gegründet worde. Derselbe hat nämlich der hiesigen Gemeinde zwei Grundstücke geschenkt, von denen das eine zu einem Waisenhause, das andre zu einer Alterversorgungsanstalt benutzt werden soll. Außerdem hat er für den ersteren Zweck ein mit 5°/o verzinsliches. Kapital von 2000 Thalern gestiftet, zu welchem bereits kleinere anderweite Legate gekommen sind. Das Statut ist mit vielem Geschick und mit reiflicher Umsicht abgefaßt, so daß die wohlthätige Anstalt zum weitern Wachsthum befähigt und die innere Verwaltung passend geregelt und gesichert ist. Die Anstalt wird mit 2 Knaben eröffnet, hat aber eine schnelle Erweiterung in Aussicht. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 9. Mai. tPrivatmitth.» Das wieder errichtete Unterrichtsministerinm (seit dem Jahre 1860 war es eine Abtheilung des Staatsministeriums) beabsichtigt jetzt in energischer Weise die Errichtung eines Seminars zu fördern. Dasselbe soll, so zu sagen, auf der Höhe der Zeit stehen und in einer Universitätsstadt begründet werden. Die Mittel dazu sollen zum Theil aus bestehenden jüdischen Fonden genommen werden. Außer diesem, ich möchte sagen, Staatsseminare, will auch das Ministerium, falls ein Kronland oder eine Gemeinde ein Seminar zu errichten gedenkt, dasselbe fördern, wenn es den gestellten Anforderungen entspricht. Wie natürlich, ist hier bloß die Rede von den Ländern außer Ungarn. Dort dürste sich die bis herige Gepflogenheit noch längere Zeit erhalten. Wien, 27. Mai. In Bezug auf die gegen die jüdische Bevölkerung in Jassy und dem rumänischen Gebiete gerichteten Verfolgungen vernimmt die „Wiener Abendpost," „daß sowohl der k. k. Consul in Jassy, als auch der k. k. Gcneral-Consul in Bukarest angewiesen sind, in Verbindung mit den Vertretern Frankreichs, denen von Seite ihrer Regierung gleichartige Instructionen ertheilt wurden, sich auf das Lebhafteste zu Gunsten der Bedrückten zu verwenden." Wie man uns berichtet, ist der österreichische General-Consul angewiesen, peremptorisch Entschädigung für die österreichischen Unterthanen zugefügten Eigenthums-Berletzungen, sowie Garantien für Leben und Eigenthum für die Zukunft zu verlangen. Das energische Einschreiten der österreichischen Regierung wird des guten Eindruckes im In- und Auslande nicht verfehlen." Wien, im Mai. (Privatmitth.) Die inimer fester werdende Sitte der größeren Gemeinden, jährlich einen Rechenschaftsbericht zu veröffentlichen, gewährt große Vortheile. Jedermann ersieht daraus, wofür er steuert, was mit seinen Geldopfern geschieht, und leistet um so lieber, was er als gerecht und zweckmäßig erkannte. Auch die hies. „israelitische Cultusgemeinde" hat ihren Rechenschaftsbericht für 1866 ausgegeben. In der Ansprache ist es interessant zu ersehen, auf welche Weise das Verhältniß zwischen den beiden Predigern der Gemeinde geordnet worden. Es ist dies ein nicht unwichtiges Moment, da vorauszusehen ist, daß immer mehr größere Gemeinden sich dazu verstehen werden müssen, sich nicht mehr auf einen geistlichen Lehrer zu beschränken, sondern deren mehrere neben einander auszustellen. Es heißt hierüber: „Herr Dr. Güdemann ist zunächst am Bethause in der Leopöldstadt thätig; es wurde jedoch, um der Parität der beiden Bethäuser der Cultusgemeinde Ausdruck zu geben, die Einrichtung getroffen, daß die beiden Herren Prediger Dr. Adolf Jellinek und Dr. Moriz Güdemann sechsmal im Jahre: am Passah- und Sukkotfeste, dann an vier Sabbaten, welche den Andächtigen werden bekannt gegeben werden, alterniren, und zwar so, daß Herr Dr. Jellinek im Bethause in der Leopoldstadt, Herr Dr. Güdemann in dem der Stadt die Predigt abhält. — Rücksichtlich der Trauungen,

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