Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1867)
- Date
- 1867-06-04
- Page
- Seite 452 (sequence 4)
- Language
- German
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452 werden zu fButten schien durch' einen Verein, dessen ausschließliches, dessen vornehmliches Streben ist: Verbesserung des Looses der unvermögenden Israeliten, als durch einen solchen, dessen Wirkungskreis weiter und dessen Ziel utnsassender war und sein mußte. Außerdem aber fiel der ganze Entwurf unserer Gegner durch den triftigen Grund, daß wir es nicht waren, die uns an die Mansch, i. N. v. h. Algm. anzuschließen weigerten; sondern daß diese es war, die uns ausschloß." (S. 4—5). In Bezug auf die Veränderung der Statuten der Maalsdi. i. N. v. li. Algm. heißt es: „Wir haben bereits erwähnt, daß Art. 1 (f. oben) der allgemeinen Bestimruungen unverändert geblieben ist, und daraus folgt, daß auch fortan Gottesfurcht, gute Sitten, Kenntniß und Wissenschaft allgemein verbreitet werden sollen, und also auch unter den Israeliten, die einen Thleil der allgemeinen Bevölkerung bilden, ausschließlich nach christlichen Grundsätzen." (S. 7.) „Da ist nicht, anstatt der früheren, ausdrücklichen Ausschließung, eine Bestimmung getreten, gleich Art. 7 unserer Statuten: daß Jeder, von welchem religiösen Bekenntnisse er auch sei, zur Mitgliedschaft zugelassen wird. Der Artikel, der bestimmt ist, das Verbot des früheren Artikel 5 zu ersetzen lautet also: „Jeder, der das Ziel der Maatschappij, so wie es in Art. 1 bezeichnet ist, will befördern helfen, kann als ordentliches Mitglied der Maalscli. aufgenommen werden." re. iS. 9.) Bon einer sehr richtigen Auffassung der Sache zeugt folgende Stelle: „Meint nun die Maatseli. t. N. v. li. Mgm. feine andere als christliche Grundsätze der Gottesfurcht und Sittlichkeit anerkennen zu müssen, so ist dies ihre Sache. Aber eine Frage ist es: ob nicht der Israelit, der sich unter dieser Flagge ihr anschließt, stillschweigend dasselbe anerkennt; ob dies durch ihn, ohne öffentliche Verleugnung seines Bekenntnisses und des jüdischen Prinzips, geschehen kamt, und ob nicht sogar früher oder später gerade darbt von Seiten einer nicht so wohlgesinnten Verwaltung der Maatschappij ein Mittel zur Fortpflanzung und Unterstützung des Werkes der sogenannten Judenbekehrung würde gesucht und gefunden werden können." (S. 7—8.) Die Opposition, die die Maalscli. i. ». d. Isr. erfahren, und die Gleichgültigkeit, mit der man ihr begegnet, geht aus detn neunten Jahresberichte hervor, der i S5S Namens der Hauptverwaltung durch den Haupt- '^ecretär salgemcen Seerelaris) Ä. Teixeira De Mattos erstattet wurde.*) Es wird darin über Rückschritte geklagt, die an dem Vereine wahrgenommen wurden, und in Bezug hierauf heißt es: „Und wäre nun die Ursache dieses Rückschrittes in der Opposition, die wir von verschiedenen Seiten erfuhren, allein zu suchen, so würden wir deswegen weniger besorgt sein, denn die Opposition allein ist wahrlich nicht am meisten für unseren Verein zu fürchten. Wo warmes Interesse und warmer Eifer für eine gute Sache vorhanden sind, da erweckt Opposition Thatkraft, da entsteht Streit, und die muthigen Kämpfer für die gute Sache werden endlich siegen, sei es früher oder später. Aber die Ursache dieses Rückschrittes muß anderwärts gesucht werden, und zwar besonders in dem so geringen Interesse', in der Gleichgültigkeit und Thatlosigkeit so Vieler außer uns, und was das Schlimmste von Alletu ist, auch von Manchem aus unsrer Mitte. Dadurch wird der Verein unterwühlt." (S. 2.) „Hände und Herzen also vereinigt! und diejenigen aus unserer Mitte, die allmählig einzuschlummern begintten, oder bereits ruhig schlafen, aufgerüttelt und auch diejenigen erweckt, die in ihrem dolee far niente nicht daran denken, oder selbst nicht einmal wissen, daß wir existiren, daß wir wirken, und die allein dann sich behaglich und zufrieden fühlen, wenn sie nur den Lehnstuhl und den Heerd nicht zu verlassen brauchen." (S. 22.) Wir verlassen jetzt die Maalschappij t. n. d. Isr. um später bei der Betrachtung der Resultate ihres Wirkens und ihrer jetzigen Verhältnisse auf sie zurückzukotnmen, wobei die vorstehenden Geständnisse der Hauptverwaltung selbst zu Anhaltspunkten dienen sollen. Da wir nun einmal von Ausschließungsbestrebungen sprechen, so wollen wir auch nicht unbemerkt lassen, daß es auch sonst noch hie und da einen Verein in Holland giebt, dessen Entstehen ebenfalls in das vorige Jahrhundert fällt und in dessen Statuten die Ausschließung der Juden nicht vergessen worden. Wir nennen die gelehrte Gesellschaft Felix Meritis zu Amsterdam. Wir haben bisher nicht vernommen, daß diese Gesellschaft den betreffenden Artikel ihres Statuts gestrichen hätte, und ist wohl um so mehr anzunehmen, daß er noch besteht, da Di'. A. Pierson, der, von seiner Ueberzeugung gedrungen, aus seinem Wirkungskreise als protestantischer Geistlicher zu Rotterdam schied, in einer diesen Schritt rechtfertigeu- *) Negende jaarlijksch Verslag 1857—1858.