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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-06-04 · Heft 23 (4.6.1867) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 23 (4.6.1867)
Date
1867-06-04
Page
Seite 451 (sequence 3)
Language
German
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451 lgnornt oncllcn Juden Feld wovon i dieses te Thal äcitlum erfassen mntfyeu Mens tt @tubic gc ätigen, o enton die cte sich Ischule, en gciiele zu . Alg., tut crachten Ifatii ihrlich tnetcTu e weit nde sr u Aul rvorihre ortugiesen sagen, daß, wenn sie sich auch sonst separatistischen Ansichten in ihrem Gemeindewesen, ihren anderen Glaubensgenossen gegenüber, zuneigen, wir sie bei der Errichtung der Maatschappij tot Nut der Israeliten nicht allein würdig vertreten sehen, sondern gerade in den Männern, die sich an die Spitze stellten, erkennen wir Mitglieder der Portugiesischen Gemeinden. Dies zeugt von der richtigen Auffassung der seit Alters her so oft bewährten Wahrheit: daß, wenn es sich um Vorurtheile gegen die Juden handelt und man sie social zu isoliren wünscht, man immer über die Fusion einig ist, und keinen Unterschied bezüglich ihrer Abkunft oder ihres gottesdienstlichen Rituals kennt, sondern auf alle Juden zielt. — Die neue Schöpfung hatte aber schon in ihrem Werden viele Hindernisse zu bekämpfen, die aus der eigenen Mitte ihr entgegentraten. Denn während die Gebildeten, Denkenden, die Bedürfnisse der Zeit Erkennenden, die Ehre des Judenthums und seiner Bekenner Verfechtenden sich wann der Sache annahmmen, war und blieb die früher erwähnte überwiegend große Mehrheit der Juden ihr abgeneigt, weil es etwas Neues war, das man nicht kannte und worin man deshalb Nachtheiliges für den väterlichen Glauben vermuthete. Also, wie immer, aus Prinziplosigkeit, die nicht untersucht, sondern das Unbekannte, Neue, weil es eben unbekannt und neu ist, mißtrauisch zurückweist. Ein reicher Mann, der, wo man diesen Anschauungen huldigt, Ton angebe.nd war, soll sich folgendermaßen geäußert haben: „das ist eine Maatschappij loi onmil (zum Verderben) der Israeliten. Ich kenne nur Eine Maatschappij tot Nut der Israeliten: Zizith und T’phillin." Die Indifferenten blieben auch hier kalt, und wurden sie auch zum Theil äußerlich für das neue Institut gewonnen, so gehörten sie ihm doch nicht mit Herz und Seele an. Andere endlich meinten, dem Institute, bei aller Anerkennung seiner guten Absichten, ihre Unterstützung nicht znwenden zu können, weil sie darin ein Anbahnen zu einer Absonderung sahen, die von den Juden selber gewiß nicht ausgehen müßte. Wir wollen über diese Schwierigkeiten und Hindernisse bie Maatscliaiipij selbst sprechen lassen, wobei zugleich die Beharrlichkeit der Maatsch. t. N. v. h. Algm. in ihrem Ansschließungsprinzipe sich zeigen wird, das sie — wohl in Folge der durch die Juden errichteten Maatschappij veranlaßt — zu verdecken, aber nicht zu beseitigen bereit war. — Im Januar 1855 nämlich fand sich die Hauptverwaltung (het Iloofdbcstuur) der Maatseh. t. N. d. Isr. gedrungen, eine Brochüre zu veröffentlichen, gezeichnet von A. De Pinto, Präsident und I. Teixeira De Mattos, Sekretair*). Der Zweck derselben ist die Beleuchtung einer Aenderung in den Statuten der Maatseh. t. N. v. h. Algm. Hören wir nun einige Stellen aus dieser Brochüre: „Als vor länger als sechs Jahren bei Einigen unter uns die Idee zur Errichtung einer Gesellschaft zum Nutzen der Israeliten sich befestigt hatte, und hierzu die Mitwirkung unserer Glaubensgenossen angerufen wurde: sahen sie voraus, und mußten sie voraussehen, daß, außer anderen gegründeten und ungegründeten Bedenken, die gegen die Verwirklichung dieses Planes geäußert werden sollten, auch diese Beschwerde hervortreten würde: daß ein Verein, ausschließlich bestimmt für die Bekenner der Israelitischen Religion, nothwendig die Beharrlichkeit und Befestigung des isolirten Standpunkts, auf welchem in mancher Hinsicht die Israeliten noch gestellt waren oder sich selber stellten, bewirken müßte. Dieses Bedenken war es, das manchen wohlgesinnten und gebildeten Glaubensgenossen, dessen Unterstützung uns sehr schätzenswerth wäre, zurückhielt, an einem Vereine Theil zu nehmen, mit dessen Bestrebungen er übrigens sehr sympathisirte; und von welch warmem Eifer Biele auch beseelt waren, um das materielle und sittliche Wohl der Israeliten zu fördern, so konnten sie sich doch nicht bewegen lassen, ein Institut zu unterstützen, das, nach ihrem Urtheil, eine neue Scheidewand zwischen Israeliten und Nicht-Israeliten in den Niederlanden errichten würde, wo weder faktisch eine herrschende Kirche besteht, noch gesetzlich zwischen den Angehörigen der verschiedenen Confessionen irgend ein Unterschied anerkannt ist" (S. 3—4). „Dieses Raisonnement, wiewohl nicht ganz grundlos, konnte uns nicht überzeugen, daß wir einen Irrweg betreten hätten, indem wir von zwei wichtigen Motiven geleitet wurden. Erstens, gesetzt auch, daß den Israeliten als solchen nichts verhinderte, als Mitglied der Maatseh. t. N. v. h. Algm.» deren Ziel mit zu befördern, bestanden doch für die Israeliten in den Niederlanden eigene Bedürfnisse, deren Befriedigung uns besser bewirkt *) Der Titel dieser Brochüre ist: Een woord van het Iloofdbcstuur van de Maatschappij tot Nut der Israeliten in Nederland aan zjine geloofsgenoolen, naar aanleiding der laatste verandering in de wetten van de Maatschappij tot Nut van het Algemeen. s’Gravenhage, Gebroeder Belinfante 1855. 23*

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