Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1867)
- Date
- 1867-05-21
- Page
- Seite 415 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3226581-3226603--24975-3260456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sächlich Datunt l quo“ i sind). n Zug ildeten, Judenh zeigt, ei aller itabile, immer ), als cichtete. rsachen l man Beweis mthu^n mr der achheit, Agende i vorstlichen cfechten Rücken : gegen an diea doch das ist t gern Judenürchtet, einem n nach nthume tb verlplosigrdenheit ommeu Laufe, serieller eht bei ür ihre Grade -enten^. erls zu n nach nicht langer Zeit verschwunden. Die im Jahre 1860 daselbst sich eonstituirende Gemeinde „Schoch're Dea" ist in der Geburt erstickt, obwohl sie sich ein Statut vom Könige bestätigen ließ. Es ist keinesweges unsere Absicht, für- oder gegen diese Gemeinde das Wort zu ergreifen, denn wir kennen die Prinzipien, die sie verfolgen wollte, zu wenig, über welche Prinzipien sie wohl mit sich selber nicht in's Reine gekommen ist. Aber sie hat jedenfalls die Schwäche ihrer Vertreter bekundet. Von Gedenksteinen der Schoch're Dea weiß man wohl noch zu erzählen, aber ,diese Steine haben sich „die Erkenntnißforscher" nicht als Bürgschaft ihres dauernden Bestehens selbst gesetzt, sondern sie sind ihnen aus dem feindlichen Lager vernichtend zugeworfen worden. — Wer zu anklagender Kritelei geneigt ist, könnte sich hierbei vielleicht zu der Bemerkung verleiten lassen: „es war doch rs^pra!" Die Würfe waren nämlich Sabbatswürfe. Jedoch man muß nicht alles in malam partem auslegen wollen; da ja die msrt Freitag geschehen sein kann. Wir dürfen in unseren analytischen Untersuchungen auch der Portugiesen nicht vergessen. Da^ihre Zahl nicht sehr groß ist, und sie von vielen Gebrechen hinsichtlich der Lebensbildung, die ihren anderen Niederländischen Glaubensgenossen anhaften, frei sind (vergl. Sk. II. Ende-, so sind bei ihnen nicht so viele Schattirungen auf dem gottesdienstlichen Standpunkte zu finden, und die Richtung, die sie verfolgen, welche es auch immer sein möge, tritt nie in unangenehmer Form hervor. Im Allgemeinen kann man zwei Klassen bei ihnen unterscheiden: Orthodoxe und Indifferente, die den gleichnamigen^ oben erwähnten ziemlich entsprechen. Nur wäre von ihnen noch zu bemerken, daß in Folge der konservativen gottesdienstlichen Anschauungen, denen sie Me zugethan sind, die Einen in der Praxis, die Anderen in der Theorie bei Ermangelung jeder Praxis, niemals aus ihrer Mitte etwas von einer hervortretenden Neigung zu Neuerungen und Veränderungen kund geworden ist. Im Uebrigen und im Grunde steht es bei ihnen wie bei ihren Glaubensgenossen von deutschem Ritus. Diese gehen „Schulen" oder auch „in Schul';" Jene gehen in die Esnoga oder 'Snoga (eine Portugiesisch-corrumpirte Form von „Synagoge," welche bekanntlich die Ehre hatte, schon in den Sohar ausgenommen zu werden und dort in der Metamorphose fisch iioga (rtnD wrr) figurirt, was der Scharfblick Jacob Emden's zuerst erkannt hat). Die Frucht, deren Saatkörner Religion und Cultur sind, ist die sittliche Erhebung des Menschen, und wir dürfen deshalb, nachdem wir den gottesdienstlichen Standpunkt und die geistige Bildung der Niederländischen Israeliten kennen gelernt, die Frage nach dem sittlichen Verhalten der unteren Schichten — denn von diesen kann natürlich hier nur die Rede sein — nicht übergehen. In Bezug hierauf gelangt man, bei dem Vergleiche statistischer Berichte von mehreren Jahren über die Bestraften, in Folge der correctionellen und criminalen Fälle, zu dem Resultate: daß sich für die Juden im Vergleiche zu den anderen Confessionen, kein ungünstiges Berhältniß herausstellt; keinesweges aber ein so günstiges, wie in Ländern, wo die Cultur in die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung eingedrungen ist. Auch eine andere Frage wollen wir nicht unberührt lassen. Wir haben bisher von den Gliedern gesprochen, die enger oder loser mit dem Gesammtkörper des Judenthums zusammenhängen. Giebt es denn aber in unserem Bereiche auch abgefallene Glieder? Zu unserer und unserer Leser Befriedigung können wir hierauf antworten, daß es in dieser Hinsicht mit dem Judenthume in Holland durchaus nicht ungünstiger als in anderen Ländern bestellt ist. Es existirt zwar zu Amsterdam eine Commandite mit einigen Geschäftsführern der bekannten Bekehrungssirmen. Aber es geht ihnen hier zu Lande wie überall: zij doen geene goede zaken (sie machen keine gute Geschäfte). Auch in der Armuth, die besonders in Amsterdam eine große Anzahl der Juden sehr drückt, findet dies Geschäft keine stützende Bnndesgenossin. Es wird von derselben Seite auch ein Organ in die Welt geschickt „de Heraut“ (der Herold) genannt, dessen Stimme wie die Stimme in der Wüste verhallt. Daß hier und da ein Apostat sich findet, der aufgebläht von seinem Reichthum und leer an Kopf und Herz, aus Gesinnungslosigkeit dem Glauben der Väter entlaufen ist; oder daß niedrige, irdische Absichten, Eitelkeit und ähnliche Beweggründe', vielleicht Jemand zum Ueberläufer gemacht, der doch niemals in Wahrheit dem Judenthume und dessen Lehre angehört hatte: ist ja so wenig von Bedeutung, daß wir uns bei solchen Personnagen nicht weiter aufhalten wollen. Zwei getaufter Juden wollen wir jedoch, ihrer geistigen Fähigkeiten wegen, name^lich erwähnen: des noch lebenden Advokaten Lipman, früher zu Amsterdam, jetzt im Haag, und des vor wenigen Jahren verstorbenen Dichters Da Costa. Lipman ist anerkannt als ein Jurist ersten Ranges;