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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-05-14 · Heft 20 (14.5.1867) · p. Seite 397

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 20 (14.5.1867)
Date
1867-05-14
Page
Seite 397 (sequence 9)
Language
German
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397 §io des ett, daß 'r blos rechten Auch abbiner t seine ibiners ltusge- Juden - r relihkeiten stetzeng auf. edürfe, md es n eine s gilt, I, Und l Der- 'Haupt fuoeitenlose dazu ugenühlen : von e der rankassau, Gutn in lichen rußen Herdrei ' sich ftität, t ein tbcvc seelchenbeiur Wien, 1 7. April. lPrivatmitth.) Das neue Wehrgesetz hat in jüdischen Kreisen Aufregung hervorgerufen. Mit diesem Gesetze ist die allgemeine Wehrpflicht eingeführt, ausgenommen jedoch seien die Rabbinatskandidaten. Nun giebt es Rabbinatskandidaten, aber es giebt keine Rabbinerschule in Oesterreich. Wohl besteht in Preßburg eine Rabbinerschule und kurz vor Thorsperre, bevor das frühere System in Ungarn siel, wurden noch etliche und dreißig Rabbiner in Ungarn von der ehemaligen ungarischen Hofkanzlei autorisirt, Rabbinatskandidaten zu unterrichten. Mit Ausnahme einiger weniger können die Herren kaum deutsch lesen und die hebräische Grammatik ist für sie ein Greuel. Wie natürlich nehmen diejenigen Rabbinatskandidaten, die z. B. Herrn Hirsch als Autorität anerkennen, der doch deutsch schreibt, Anstand, eine derartige Rabbinerschule zu besuchen oder bei einem Rabbiner dieses Genres Unterricht zu nehmen. Die hiesigen Vertreter haben sich deßhalb an den Minister des Innern gewendet und dieser vertröstete sie auf den Reichsrath. Inzwischen, höre ich, werden Berathungen im Schooße des Vorstandes über die Errichtung eines Senlinars gepflogen. Wahrlich, nirgends könnten leichter Seminare errichtet werden, als in Oesterreich. Die Mittel dazu sind vorhanden, wie dieses Dr. Wolf in seinen „Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität" nachgewiesen hat, und sind nur die Juden selbst daran schuld, wenn die betreffenden Fonds zu minder wichtigen Zwecken verwendet werden. — Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Kneppler, ein Israelit, regte jüngst in der hiesigen Advokatcnkammer die Frage an, die letzten Reste des hier bestehenden Judeneides abzuschaffen. Die Kammer stimmte diesem Anträge Lei, sie wünschte jedoch zuvor ein jüdisch-theologisches Gutachten über diese Frage, bevor sie sie höhern Ortes befürwortet. Wir gestehen aufrichtig, wir wissen nicht, zu welchem Zwecke dieses Gutachten sein soll. In der Biographie des sel. Mannheimer von dem bereits genannten Dr. Wolf wird berichtet, daß im Jahre 1843 24 Rabbiner über die Eidesfrage der Juden Gutachten abgaben, darunter Rappaport und Freund in Prag, Frank in Collin, das Rabbinatscollegium in Nicolsburg, Christianopoler in Brodh, Hirsch Chajes in Zolkiew rc. rc. (Wir sollten glauben, diese Männer sind Autoritäten und dazu makellose Orthodoxe.) Alle diese Herren erklärten, daß der Eid, wie er für die Christen vorgeschrieben ist: „So wahr mir Gott helfe," auch für die Juden bindend und verpflichtend sei rc. Was will man heute noch begutachten? Soll noch „schätzbares" Material für die Archive gesammelt werden? Die Judenfrage in Ungarn ist vorläufig vertagt worden. Unwillkührlich fällt mir das Sprichwort ein: Chi se fa pecorn mangiano i lupi. — (Presse.) Der Vorstand der israelitischen Cultnsgemeinde hat beschlossen, in Angelegenheit der Filial- Bcthäuser, die alljährlich als Unternehmungen der Privat-Speculation zur Zeit des jüdischen Neujahr- und Versöhnungsfestes eröffnet werden, eine Eingabe an die competente Behörde zu richten, in welcher das dringende Ansuchen gestellt wird, in Zukunft keine derartige Licenz mehr zu ertheilen, da die bestehenden Bethäuser für die jüdische Population vollkommen genügend seien. Prag, 26. April. Die „Presse" bringt folgendes Telegramm: Die Hetzereien der czechischen Blätter wegen der letzten Handelskammcrwahl scheinen bereits Früchte zu tragen. In mehreren Orten auf dem Lande haben Demonstrationen gegen jüdische, der deutschen Partei augehörige Kaufleute stattgefunden. Besonders lebhaft, von Fenster-Einwürfen und Häuser-Demolirungs- Versuchen begleitet, waren dieselben vorgestern in Bjela. Von Seiten der Statthalterei wurde die strengste Untersuchung angeordnet. Pest, im April. (Privatmitth.) Ein Aufruf der Pester Wähler, bei Gelegenheit der Wahl eines Oberbürgermeisters für Pest, an die christlichen Bürger der Stadt bedauert die Nichtemancipation der Juden. So lesen wir unter anderm: „Möge man beherzigen, welche große Niederlage für die Stadt Pest es wäre, würde die Partei Szentkirälyi (Deük) Angesichts der Partei Bidatö (äußerste Linke) unterliegen. Schon der Gedanke ist monströs! Ja wären die Israeliten der Stadt wahlfähig, und hätte man Sorge getragen, diesen schwarzen Fleck der demokratischen Gesetzgebung von 1848 zu beseitigen, so würden wir nur lächeln über die Agitation der Partei „Bidats," denn die „rothc Feder" hat keine Anhänger unter unfern israelitischen Mitbürgern. Möchten doch die Israeliten den Undank der Gesetzgebung durch patriotischen Hochsinn vergelten, möchten sic ihren Einfluß aufbieten, damit die Wohlfahrt und der gute Ruf der Stadt Pest durch die nächste Restauration keinen Nachtheil erleide. Wenn die Israeliten in diesem Sinne wirken, so werden sie Jene 20

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