Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1867)
- Date
- 1867-04-30
- Page
- Seite 357 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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3L7 lar in wirklich ausgezeichneter Predigt zu seiner Gemeinde sprach. Nach beendigtem Gottesdienste wurde dem verehrten Jubilar, der selbst ein Kind der Gemeinde, ein geborner Offenbacher ist, nicht allein durch den Gemeindevorstand im Namen der Gemeinde ein werthvolles Ehrengeschenk überreicht, sondern es übersandte auch eine nahe stehende Gesellschaft aus Frankfurt a. M. durch eine Abordnung einen prachtvollen Pokal. Sonntag Mittag fand im Lokale der Gesellschaft „zur Erholung" ein feierliches Festmahl statt, zu dem u. A. auch die Spitzen der Behörden, der Geistlichkeit und der städtischen Schulen, so wie viele Mitglieder der Gesellschaft „zum Frankfurter Adler" von Frankfurt, eine Deputation der hiesigen Loge und des naturhistorischen Vereins als Ehrengäste geladen »raren. Nachdem Herr Dr. Formstecher vom Festcomits empfangen und an den Ehrenplatz geleitet, darauf von Herrn Theodor Maynz Namens aller An-- wesenden in herzlicher Weise begrüßt und von Hrn. Julius Rehsus auch in gebundener Rede gefeiert worden war, ergriff der Jubilar selbst das Wort, um auf's tiefste gerührt von diesen Ehrenbezeugungen mit der ihm eigenen Bescheidenheit dafür zu danken. Herr Löwengard brachte ihm sodann ein Hoch aus, worauf Herr Kreisrath von Starck im Namen der Ehrengäste in einer trefflichen Rede dankte. Herr Feldmaier hieß die Logenbrüder aus Frankfurt willkommen, worauf Herr Durlacher aus Frankfurt und Herr vr. Meyer von hier den Dank und die Grüße ihrer Logen aussprachen. Herr Schuldirector Grein gedachte des Jubilars in seiner Eigenschaft als Naturforscher und Ährer, »vährend Herr Schönhof von Frankfurt in schöner und humoristischer Weise dem Dank der Herren a»is Frankfurt nochmals Ausdruck lieh. Außerdem erfreuten noch die Herren Pfarrer Braun, Bomhard und Kerbler die Versammlung durch gediegene Worte. Die Zwischenpausen wurden durch den bekaimtcn Violinvirtuosen Herrn Concertmeister Maximilian Wolf aus Frankfurt auf das angenehmste ausgefüllt. Mainz, 2. April. (Privatmitth.) „Der zweite Rechenschaftsbericht des Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer-Wittwen und Waisen in Deutschland" liegt vor uns. Hat der Verein auch bei Weitem nicht denjenigen Umfang erreicht, welchen die Gründer im Auge gehabt und erhofft hatten, so besteht er doch und macht Fortschritte, und kann so bei ausdauernder Pflege noch zu gutem Ziele gelangen. Der Bericht befaßt das Jahr vom 1. Oktober 1865 bis I. Oktober 1866 und zeigt zunächst an einmaligen Spenden die Summe von 1164 fl. und an jährlichen Spenden 173 fl. Die Zahl der Mitglieder beträgt 181. Zusammen wurden 4266 fl. vereinnahmt. Der Verein hat bereits Pensionen zu zahlen begonnen und gab im verflossenen Jahre an 9 Nummern 430 fl. Wenn unter den Einnahmen 1328 fl. als Erlös für das Jahrbuch des Vereins, die „Achava" stehen, so erfordert die Herstellung des letzteren 1612 fl. und nimmt den größeren Theil der mit 248 fl. berechneten Porto- und Versendungskosten in Anspruch. Von viesen Summen kommen nur 56 fl. auf das Honorar für die Beiträge zur Achaaa. Hieraus ergiebt sich, daß die Herausgabe dieses Jahrbuchs dem Verein so viel »vie gar nichts nützt, noch dazu, da sicherlich von Nr. H und III der Ausgaben, Geschäftsführung, Berwaltungskosten u. s. w. mit 288 fl. ein großer Theil Wegfällen würde, wenn dieses Jahrbuch nicht erschiene. Wir glauben sogar, daß der Verein direkten Schaden durch dieses Jahrbuch hat. Denn eine große Zahl der Abnehmer thun es in der Absicht, dem Vereine eine kleine Behülfe dadurch zu geivähren, der halbe Thaler soll dem Vereine zu Gute kommen. Da dies aber nicht geschieht, sondern auf die Papier-, Drucku. s. w. Kosten drauf geht, viele der Abnehmer aber auch ohnehin ihre kleine Beihülfe geben »vürden, hat der Verein offenbaren Schaden. Ich mache diese Bemerkung nicht, als ob dieselbe die »veitere Herausgabe behindern solle, »vohl aber, um den Vorstand des Vereins aufmerksam zu machen, bei fernerer Erfahrung doch hierauf zu achten. Der Verein hatte in dem Jahre einen Ueberschuß von 2226 fl. und einen eisernen Fond aus dem vorigen Jahre von 1300 fl. In der That kann man von einem so jungen Verein noch dazu unter so ungünstigen Zeitverhältnissen nicht mehr verlangen, und hoffen wir, daß er bald die Periode irgend eines Zweifels an seiner Lebensfähigkeit hinter sich haben werde. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 28. März. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde wurde von.dem Minister des Innern dieser Tage empfangen, um ein Memoire rücksichtlich 18