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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-04-23 · Heft 17 (23.4.1867) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 17 (23.4.1867)
Date
1867-04-23
Page
Seite 341 (sequence 13)
Language
German
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841 Ziel los? Warum nimmt er seine Zuflucht hinter leeren Worten und Versprechungen? Glücklicherweise braucht er diese Fragen nicht blos den viermalhnnderttausend Juden Ungarns zu beantworten, denn diese erhielten wahrscheinlich garkeine Antwort. Aber in Sachen der Glaubensfreiheit und bürgerlichen Gleichberechtigung ist die ganze civilisirte Welt solidarisch, und dieser muß daher der ungarische Landtag Rede stehen. Er, der mit so vieler Ausdauer und so vielem Geschick die Sache Ungarns auf den nationalen Boden zurückversetzt, hat den Augenblick verpaßt, um der Welt zu beweisen, daß er nicht engherzig national und engherzig confessionell sei, sondern innerhalb seines nationalen Staates dem Rechte und der Freiheit ihren vollen Platz einräumen wolle. Wir bedauern dies vom vaterländischen Gesichtspunkte aus, ohne zu verzweifeln. Eine Strafe, nach unserer Ansicht, hat die jetzt herrschende, d. i. die Deük'sche Partei erhalten, da es die Linke war, die durch ihren Führer Tisza eine Interpellation wegen der israelitischen Angelegenheit an das Ministerium richtete, worauf Eötvös die Antwort nach der Krönungsfeier versprochen hat. Wir wollen wünschen, daß das ganze Verfahren nicht ein solches sei, um den Gegnern der Gleichstellung Zeit zu lassen, das Volk zu bearbeiten und zu Demonstrationen gegen diese zu veranlassen, und überhaupt der Linken das Odium der Anregung für die Juden zuzuschieben. Die Führer Ungarns sind leider allzusehr genöthigt gewesen „politisch" oder „staatsmännisch^ oder „diplomatisch" zu Werke zu gehen, daß sie vielleicht in dieser Schule allzuviel angenommen haben. Ich zweifle nicht, daß man auf Kosten der Juden in ihren inneren Angelegenheiten rechtsreisinnig zu Werke zu gehen gedenkt, aber wie man mit der unumwundenen Gleichberechtigung umgehen werde, ist mir nicht ganz zweifellos. Portugal. Lissabon, im März. (Jew. Chr.) Erster halbjähriger Bericht der Unterstützungs-Gesellschaft. — Die Stadt, in welcher dieser Bericht veröffentlicht ist, besitzt ein besonderes Interesse. Portugal war ein Land, welches seine jüdischen Bewohner grausam verfolgte und zuletzt wie Spanien verbannte. Aber ungleich Spanien bereute es später seine Unthat, und seine Hauptstadt, mit voller Genehmigung der erleuchteten Regierung, nimmt von Neuem eine beträchtliche jüdische Bevölkerung auf, der gestattet wurde, eine Gemeinde zu bilden und eine Synagoge zu erbauen. Die Wohlthätigkeit (v'bv- -zniv „Aufrichtung der Fallenden") ist eines der erfreulichen Anzeichen des Lebens, welches in den Adern der neuerstandenen Gemeinde pulsirt. Aus der uns vorliegenden Liste der Subskribenten ersehen wir, daß die Gesellschaft 58 Mitglieder zählt. Möge die Gemeinde fortfahren zu blühen, und möge der Ruf zur Wohlthätigkeit immermehr in freigebiger Weise beantwortet werden. 'Anzeigen. Concurs. Bei der Israelitischen Cultusgemeinde der kroatischen Landeshauptstadt Agram, sind nachverzeichnete Stellen zu besetzen. eines Rabbiners und Predigers mit dem Jahresgehalte von fl. 1500. eines Cantors mit dem Jähresgehalte von fl. >200. eines Bassisten, verbunden mit anderen Funktionen, mit dem Jahresgehalte von fl. 600. Bewerber, welche die erforderliche Eignung für diese Stellen besitzen, wollen ihre Gesuche bis Ende Mai l. I. an den Gemeinde-Borstand adressiren, wo auch nähere Auskünfte eingeholt werden können. Bemerkt wird, daß die Herren Bewerber ihre Fachbildung, dann ihre Familienverhältnisfe, erstere thunlichst belegt, angeben wollen, daß Probevorträge erforderlich sind, und Reisespesen nicht vergütet werden. Bekanntmachung. Die Gemeinde Shaari Zedek in Oew-Nork wünscht einen Prediger anzustellen, der auch als Cantor fungiren kann. Geneigte Bewerber wollen daher Zeugnisse nebst Belegen über religiösen Lebenswandel an den Präsidenten der Gemeinde Herrn Cphraim Japha Nr. 14 Barclaystreet New-Pork sofort einsenden. Fixirt. Gehalt: Zweitausend Dollars jährlich und Nebeneinkünfte damit verbunden. Ritus: Minhag Polen. Im Aufträge des Vorstandes S. Latz, Sekretair. Vaeanz. An der von mir geleiteten Schule finden zum 1. Juli a. c. ein geprüfter Lehrer und ein Sch ulpräparand Anstellung. Ersterer muß sich durch pädagogische Bildung, hebr. Wissen und religiös sittlichen Wandel Hervorthun, wo möglich auch tmp bss sein, und erhält ein Fixum von 350—400 Thlr. p. a. Letzterer dagegen 100 Thaler. Meldungen und Zeugnisse sind baldigst zu richten an Rabbiner D,'. Daniel Fraenkel zu Rhbnik O/S.

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