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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-04-23 · Heft 17 (23.4.1867) · p. Seite 335

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 17 (23.4.1867)
Date
1867-04-23
Page
Seite 335 (sequence 7)
Language
German
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335 stens, für die Führer der ungarischen Partei zu einem persönlichen Eigennutze würde.* *) Literarischer Wochenbericht. Bonn, 4. April. Vorn Redakteur d. Zeit, ist jetzt eine Schrift unter der Presse, welche binnen Kurzem in Baumgartners Buchhandlung erscheinen wird, und durch welche er einem oft gefühlten Bedürfuiß abzuhelfen glaubt. Sie führt den Titel aibiö nttr*) „Rath des Heils eine Mitgabe für das ganze Leben an jüdische Confirmanden (Har mizwah) oder bei dem Austritt aus der Schule," und wird von der Buchhandlung in vorzüglicher Weise ausgestattet. Es liegt der Schrift der Zweck zu Grunde, der jüdischen Jugend, die gewöhnlich nach ihrer Confirmation allem Unterrichte, aller Anleitung und Belebung in der Religion den Rücken wendet, einen Führer zur Hand zu geben, welcher das Band zwischen ihr und der Religion erhält und in allen Lagen des Lebens befestigt; diejenigen, welche einen eigentlichen Confirmandenunterricht nickt genossen haben, in den Wahrheiten und Einrichtungen ihrer Religion zu unterweisen, diejenigen, welche dessen theilhaftig wurden, immer wieder darin zu bestärken und ihnen die weitere religiöse Bildung zugänglich zu machen. Die Schrift ist aus dem Herzen geschrieben und vom frischesten Geiste belebt, und hält sich überall auf dem positiv und historisch gegebenen Boden. So wird sie eine willkommene Gabe sein, welche Eltern bei jenem Akte gern in die Hände ihrer Kinder legen. — „Die rituale Schlachtfrage oder Ist Schächten Thierquälerei?" Auf Grund der eingeholten und mitabgedruckten Gutachten beantwortet und beleuchtet von Dr. M. Kayserliug, Rabbiner der schweiz. Israeliten. Aarau, H. R. Sauerländer 1867. Die in diesen Blättern bereits oft erwähnte Schrift liegt nun vor uns. Sie entscheidet die bekannte Frage in unbedingtester Weise und zwar nicht blos. für die Nicht¬ *) Obiges war bereits unter der Presse, als wir durch ungarische Briefe (s. unten) von der Beantwortung der gedachten Interpellation Kunde erhielten. Es ist also abermals ein Versprechen gegeben — möge das Wort gelöst werden, und zwar in ganzer und rechter Weise. ' Redakt. *) Sechar. 6, 13. juden, sondern auch für manchen Juden, der durch die geschehenen Angriffe zweifelhaft geworden. Es war ein glücklicher Gedanke des Dr. K., die aufgeworfene Frage nicht durch Raisonnements oder durch jüdische Autoritäten zu beantworten, sondern die Gutachten der bedeutendsten christlichen Fachmänner einzuholen, deren unparteiische Stellung nicht auzuzweifeln ist. Die Wissenschaft hat also entschieden, und vor dieser muß sich wohl der Laie beugen. Das theils sentimentale, theils aus Vorurtheilen und Gehässigkeit entsprungene Geschwätz wird nunmehr verstummen, und hiermit auch diejenigen Behörden, welche ihm nachgegeben, ihre Verbannungsdekrete zurücknehmen. Daß die Männer der Wissenschaft in fast allen europäischen Ländern so übereinstimmend das Schächten für keine Thierquälerei, ja sogar die meisten für die zweckmäßigste Tödtungsmethode erklären, ist schon durch die Seltenheit einer solchen Uebereinstimmung in einer wissenschaftlichen Frage merkwürdig und überwindend. Nach einer trefflichen Einleitung, welche das Geschichtliche dieser Frage so wie das Rituale darlegt, werden die Gutachten wörtlich gegeben, von ausländischen wird das Original sannnt der Uebersetzung mitgetheilt. Es sind zwanzig Gutachten von siebenundzwanzig Gelehrten, und zwar aus Aarburg, Zürich, London, Paris, Lyon, Brüssel, Bologna, Hannover, Dresden, Berlin, Eldena, München, Augsburg, Carlsruhe, Wien, Kopenhagen, Stockholm. Wir brauchen daher zur Empfehlung dieser Schrift kein Wort hintuzufügen. Sie hat ein entschiedenes und bleibendes Interesse. — Wie wir bereits mitgetheilt, sind nunmehr die ersten beiden Bände von Rieß er's Schriften unter dem Titel „Gabriel Rieß er's gesammelte Schriften. Herausgegeben im Auftrag des Comitö der Rießer-Stiftung von Dr. M. Jsler. Frankfurt a/Main und Leipzig 1867" erschienen. Wie uns mitgetheilt wird', werden die beiden anderen Bände im Herbste dieses Jahres beendet sein. Somit wäre die Erfüllung des ersten Zweckes der von uns zuerst vorgeschlagenen und begründeten, dann in Frankfurt a/M. weiter verfolgten „Rießerstiftung" ganz nahe. Es versteht sich, daß wir für alle diejenigen, welche zu unserer Sammlung 5 -/:* Thlr. und mehr eingesandt hatten, die gedachte Summe an das Comit6 zu Frankfurt gezahlt haben, welches die Zusendung der Exemplare an jene veranlassen wird. Was nun die Ausga be der Schrifte selbst betrifft, so ist sie, wenn auch nicht glänzend, doch sehr anständig und würdig. Der erste Band mit dem Portrait Rießers' in (mittelmäßigem) Stahlstich versehen,

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