Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1867)
- Date
- 1867-04-16
- Page
- Seite 314 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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314 gewiß nur förderlich ist. — Die Beschreibung ist, nach den 6 Probeseiten (8°) zu schließen, in der That eine genaue und verräth eingehende Bekanntschaft mit der einschlägigen Literatur, obwohl etwas mehr Uebersichtlichlichkeit erwünscht wäre, Typen und Druck sind schön, die Correctur der Accuratesse, die ein derartiges Werk verlangt, entsprechend. Bon den im Probebogen beschriebenen Handschriften ist die Gnomensammlung von Elija Rava die wichtigste, und scheint die Anthologie dieses Italieners aus dem 16. Jahrhundert in der That höchst interessant zu sein. Auf die Interpunktion der 4 Turim Jakob b. Aschers durch I. Emden, die der Catalogist so besonders betont, ist nicht gar so viel Gewicht zu legen, mehr Wichtigkeit dürfte die Interpunktion des Emden'schen Talmud-Exemplares haben, wenn sie sorgfältig gearbeitet ist. Die Randnoten Emden's sind gewiß von Werth. — Der angebliche Anhang (biurha-Get) zum Nehar Pischon von Aboab fehlt auch in meinem Exempl. der ed. Soncino und scheint in der That diese Angabe )>urch einen Jrrthum Wolfs entstanden zu sein. — Wenn der Catalog ganz erschienen sein sollte, so werden wir wahrscheinlich nochmals auf denselben zurückkommen, um über die Bibliothek selbst, ihren Gehalt, über Anlage und Bedeutung zu sprechen und die Aufmerksamkeit des großen Publikums auf diesselbe zu lenken. Wie schön und practisch wäre es, wenn die jüdischen Großgemeinden sich bewogen fühlten, durch Anlegung von Bibliotheken die Wissenschaft und Literatur zu fördern. Früher besaßen jedes Bet-ha-Midrasch und viele Privatpersonen ziemliche Büchersammlungen, dafür sollte heutzutage jede größere Gemeinde aus Gesammtmitteln eine gut ausgestattete Sammlung anschaffen, dieselbe durch allmäligen Zukauf besonders neuerer Werke — alljährlich vermehren, und es wäre so der Grund gelegt zu stattlichen Bibliotheken, an denen bekanntlich bei uns kein Ueberfluß herrscht. Eine bescheidene Ziffer zur Unterstützung unserer Literaturdürste wohl mit Recht in den Budgets jüd. Gemeinden siguriren: pflegen doch überhaupt große Communen im Besitze von Bibliotheken zu sein, die alle Wissenschaften umfassen, während die jüd. Literatur doch immer nur eine Specialität ist. Ein Anderes, worauf wir bei dieser Gelegenheit noch zurückkommen möchten, wäre der Wunsch, daß in jüd. Zeitschriften eine stehende Rubrik für Bibliographie -- ich meine für bibliographische Zusammenstellung der neuen Erscheinungen — sollte eingerichtet werden —- ein Umstand, dessen Vernachlässigung jetzt um so fühlbarer wird, als die Fachschrift, die früher für hebr. Bibliographie erschien (ha-Masldr), nicht mehr besteht. Ein, wo möglich vollständiges, übersichtliches Aneinanderreihen der Novitäten ist eine zwar nicht so leichte, aber höchst verdienstvolle Arbeit, da man sonst, besonders was die in Polen, Rußland, in der Türkei erscheinenden hebr. Bücher betrifft — nicht einmal von der Existenz der Erscheinungen etwas weiß. Redakteure von Zeitschriften dürften sich dieser wichtigen Aufgabe aus dem Grunde unterziehen, weil sie durch Correspondenten, Buchhändlerverbindungen, durch andere Blätter u. s. w. von den Neuigkeiten des Büchermarktes am ehesten Kenntniß erhalten können. 0. O-m. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 28. März. (Privatmitth.) Seit Kurzem halten die hies. Repräsentanten ihre Sitzungen öffentlich, wozu der herrliche Saal, der in der neuen Synagoge für die Repräsentantenversammlung bestimmt ist, mit seinen Galerien zweckmäßig paßt. Die erste öffentliche Sitzung hat bereits stattgefunden, und es war recht viel Publikum da. Jedenfalls ist dies ein geeignetes Mittel, die Theilnahme für das Gemeindeleben zu wecken, und dem Publikum Gelegenheit zu verschaffen, sich ein Urtheil über seine Vertreter zu bilden. — Unter den Ordensverleihungen, die in jüngster Zeit stattgefunden, namentlich auch des Luisenordens an Damen, befinden sich nicht wenige Glaubensgenossen, einige auch in der Provinz Schlesien. Nachdem aber das Prinzip der Gleichberechtigung auch hier sich Bahn gebrochen, wäre eine Aufzählung der einzelnen Fälle, wenn nicht irgend ein besonderer Uinstand damit verbunden ist, sehr überflüssig. Berlin, 3. April. Die „K. Z." schreibt: „Abermals ist cs, diesmal in Elbing, vorgekommen, daß ein zum richterlichen Beisitzer gewählter Banquicr seines jüdischen Glaubens wegen von dem Justiz-Minister nicht bestätigt worden ist. Alle dagegen etwa anzubringenden Recursgesuche werden, wie in ähnlichen