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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-04-16 · Heft 16 (16.4.1867) · p. Seite 313

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 16 (16.4.1867)
Date
1867-04-16
Page
Seite 313 (sequence 5)
Language
German
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Sifte J’schenim, Wolfis Biblioth. hebr., AsulaLs Sehern ha-G’dolim, gürffS Biblioth. Judaica und Steinschneiders Bibloth. hebr. Bodleiana. Ohne gegenwärtig über Anlage und Werth dieser Werke in ausführliche Erörterungen treten zu wollen, wollen wir vorläufig nur hervorheben, daß dieselben mit Ausnahme des Fürst'schen Handbuches, theils in einer nicht allgemein zugänglichen (?) Sprache verfaßt, und theils sich nur bis auf einen gewissen Zeitpunkt erstrecken, und außerdem wegen ihrer geringen Auflage gänzlich vergriffen, oder wegen ihres hohen Preises dem allgemeinen Gebrauche entzogen sind. Unter diesen macht, wie gesagt, das Fürst'sche Werk in mehrfacher Beziehung eure günstige Ausnahme. Es ist in einer Weltsprache geschrieben, umfaßt das ganze jüd-. literarische Gebiet, und eignet sich außerdem wegen der breiteren Grundlage, auf welcher es angelegt ist, zum allgem. Handbuche. Räumen wir nun demselben einerseits auch seine vielen und großen Borzüge gern ein, so müssen wir andererseits unser Bedauern darüber aussprechen, daß sich in dasselbe viele Fehler hinsichtlich der Jnhaltsbeschreibung der Bücher sowohl, als auch der Angaben in Betreff der Druckorte, Jahreszahlen, Verfasser- und Druckernamen, Format, Ausgaben rc. eingeschlichen haben, sodaß es keineswegs als zuverlässige Hülfsquelle betrachtet werden kann. — Wir haben daher in der Anfertigung eines Catalogs von der gedachten Sammlung eine günstige Gelegenheit gesehen, den bisher gemachten aber unbefriedigt gebliebenen bibliograph. Ansprüchen, sofern dieß in diesem Falle möglich ist, entgegenzukommen. Dieser Catalog beabsichtigt also zugleich einen Beitrag zu einer vollständigen Bibi. Judaica zu liefern. Es versteht sich, daß derselbe dadurch seinen Hauptzweck nicht aus dem Auge verlieren darf. Er wird sich daher auf eine obschon genaue, doch kurz gefaßte Beschreibung beschränken. Noch eine Absicht lag dieser aus einer genauen Autopsie hervorgehenden Beschreibung zu Grunde, nämlich auch den nichtjüd. Gelehrten einigermaßen mit der jüd. Literatur bekannt zu ruachen, und sein Interesse für dieselbe zu wecken. Daher werden die hebr. Büchernamen auch in nichthebr. Characteren und übersetzt gegeben. In der I. Abtheilung haben wir, insofern deren Ermittelung uns möglich war, bei jedem Autor dessen Zeitalter und Wohnort angegeben. — Was die Anordnungen der verschiedenen Abtheilungen des Catalogs betrifft, so zerfällt derselbe in 2 Adtheilungen: Hebraica und Judaica, von denen jede wieder in A. Druckwerke, B. Manuscripte. In Abtheilung I. ist das Verzeichniß alphabetisch nach den hebr. Titeln, nach welchen die hebr. Werke gewöhnlich genannt werden, in Abth. II. dagegen nach den Fächern mit jedesmaliger, vorhergehender Angabe der Autoren geordnet. Zum Schlüsse folgt ein Anhang mit folgendem dreifachen Register: a) Register der Autoren in alphabetischer Ordnung; 1>) aller hebr. Titel, und zwar sowohl der Texte als der denselben beigedruckten Commentare; e) Register aller (auch der in Abth. 1. beschriebenen ) nach den Fächern geordneten Werke." So weit der Prospectus! Was den Werth dieser allein Anscheine nach wirklich bedeutenden Collection betrifft, so können wir uns natürlich hierüber kein Urtheil erlauben, weil wir nur einige Nummern derselben kennen und der Catalog noch nicht vorliegt. Einen Auktionsealalog derart anzulegen, daß er wissenschaftlichen Werth hat, ist eine plausible Idee, und besonders auf dem Gebiete der jüd. Literatur gut durchführbar, weil bei dem umfassenden, vielseitigen Character derselben, noch immer viel aus Bibliotheken zu schöpfen und zu lernen ist, besonders wenn diese an Handschriften reich sind. Dagegen scheint uns die Absicht eine verfehlte, mit diesem Cataloge auch dem Laien ein Buch zu bieten, das ihn mit der jüd. Literatur bekannt machen soll. Ein Solcher wird zu diesem Zwecke nimmer einen Catalog zur Hand nehmen, da dieser aus demselben nur Bücher- und Autornamen sich aneignen könnte, was sicherlich nicht die „jüd. Literatur" ausmacht. Ein rein bibliographisches Werk kann nimmer ein Handbuch der Literaturgeschichte ersetzen, und bietet nur dem Kenner eigentlichen Nutzen. Es sollte also die auf Rechnung dieser Absicht der Popularisirung zu bringende Ausführlichkeit in der Beschreibung der Drucke vermieden werden, da diese zumeist hinlänglich und oft beschrieben wurden und doch vorausznsetzen ist, daß die meisten Käufer dieses Catalogs auch andere bibliograph. Werke besitzen. Dagegen wäre es wünschenswerth, daß bei Beschreibung der Handschriften so viel Material als möglich gegeben, und daß man ganz genau mit Inhalt und Charakter des handschriftl. Werkes vertraut gemack)t werde, was den Werth des Cataloges gewiß erhöhen wird. Werden die Druckwerke kürzer beschrieben sein, so wird dann auch der Umfang des Buches, der auf 80—100 Halbbogen veranschlagt ist, und dadurch natürlich auch der Preis (4—5 Lieferr. ä i i/6 Thlr.) geringer werden, was der Verbreitung

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