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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-04-16 · Heft 16 (16.4.1867) · p. Seite 312

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 16 (16.4.1867)
Date
1867-04-16
Page
Seite 312 (sequence 4)
Language
German
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312 von Dr. A. Jellinek. Dieselbe schließt sich dem vor zwei Jahren von demselben Verfasser in derselben Anstalt gehaltenen Vortrage „Salomon Munk" au Gediegenheit des Inhalts und Präeision des Ausdrucks, auch in ihrer äußeren eleganten Ausstattung nach eng an. Jellinek hebt in diesem Vorträge, der auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck gemacht haben muß, das echt Tragische in Munk's Leben und das wahrhaft Ethische „in seiner wissenschaftlichen Thätigkeit" hervor; er schildert Munk als Herausgeber, Uebersetzer und Erklärer fremder Werke, namentlich des More Nebuchim, der treffend „die philosophische Bibel der Juden" genannt wird. Wir können unserm fleißigen Jellinek nur herzlich danken, diese treffliche Rede dem größern Publikum zugänglich gemacht zu haben. — K. Gr. Becskerek, im Jan. (Eine Bibliothek und deren Catalog.) Daß heutzutage an jüd. Buchhändlern vom Fache ein großer Mangel herrscht, und daß dieser Umstand auf eine gedeihliche literarische Productivität sehr nachtheilig einwirkt, ist ein oft bemerkter und gerügter Uebelstand. Bon wahrhaft rationellem Verständnisse ihres Faches ist nur bei Wenigen die Rede, dagegen stößt man umso öfter auf gänzliche Unkenntniß' der Literaturerscheinuugen, der alten wie der neuen, (was auch die Cataloge und Verlagsverzeichnisse, die man hie und da zu Gesichte bekommt, zu beweisen pflegen), und gar was den Betrieb berrifft, so dreht er sich um ein paar Artikel, die nur den erneuerten Abzug brauchen, um ein gutes Quantum Gewinn abzuwerfen, wobei selbst die Correctur noch sehr miserabel wegkommt. Nicht minder arg steht es mit dem Antiquariate. Der Firmen, die mit fachwissenschaftlichem Verständnisse, in großer Ausdehnung mit Energie und Solidität das Antiquariat betreiben, giebt es nur äußerst Wenige, die freilich für die geschickte Anlage sich auch tüchtig bezahlen lassen. Zu diesen Letzteren gehört Herr Frederik Müller in Amsterdam, der ein bedeutendes Antiquariat betreibt und auch große Sammlungen Jiulaica ankauft, Kurland. Wir thun dies nicht blos der Kürze wegen, sondern aus dem Grunde, um ihm zu zeigen, daß wir 3. Mos. 19, 17. 18. treu befolgen. Herr M. nennt uns immer den „Reformjuden," „Reformrabbiner" u.s.w. Wir könnten uns nun verleiten lassen, ihn „Missionspastor," „Pietistenpastor," „Muckerpastor" u. s. w. zu betiteln, darum halten wir uns nur an seinen ehrlichen Namen Müller. wozu in Amsterdam, das noch immer ein großer jüdischer Büchermarkt ist, unstreitig viel Gelegenheit sich darbietet. Auch an tüchtigen Bibliographen ist in Amsterdam kein Mangel (Gabr. M. Polak, Roest, van Biema) und Herr Müller scheint in der That die ihm zu Gebote stehenden Kräfte zu benutzen, denn 2 Cataloge von Muller'- schen hebr. Sammlungen, die 1864 erschienen, wurden von Kennern belobt und die Verlagswerke zeugen von wissenschaftlicher Anlage. Dieser Tage erhielten wir den „Probebogen eines bibliographisch genauen und ausführlichen Catalogs der reichhaltigen Sammlungen hebr. u. jüdischer Bücher und Mss., nachgelassen vom Rabbiner Jakob Emden, vom Oberabb. M. I. Lewenstein in Paramaribo u. A., welche gegen Ende 1867 öffentlich versteigert werden durch F. Müller in Amsterdam." Dieser Catalog soll aber nicht allein bloßer Auctionscatalog sein, der Herausgeber beabsichtigt noch einen anderen Zweck damit, will er zugleich einen Beitrag zu einer vollständigen BibHotheca judaica liefern. Der Catalogist spricht sich im Prospectus (S. 1 u. 2) über Beschaffenheit der Bibliothek, Anlage und Zweck des Catalogs in folgender Weise aus. „Wir glauben, ohne Widerlegung zu fürchten, behaupten zu dürfen, daß eine Sammlung wie die gedachte wohl nie in eine öffentliche Versteigerung gekommen ist. Dieselbe zeichnet sich nicht allein durch ihre Quantität, die große Anzahl der Nummern (über 5000), sondern auch durch ihre Qualität, den wissenschaftlichen und antiquarischen Werth vieler, wenn auch nicht der meisten derselben, aus. Denn sie enthält mehrere höchst schätzbare und unedirte Manuscripte, wie auch mit handschriftlichen Randbemerkungen berühmter Männer versehene Werke , die ersten und seltesten hebr. Wiegendrucke, mehrere auf Velin gedruckte Bücher und überhaupt sehr viele höchst seltene Ausgaben. Sie gewährt ferner eine zieml. vollständige Uebersicht der schriftstellerischen Thätigkeit des jüd. Geistes insofern derselbe sich der hebr. Sprache bedient hat. Denn sowohl die ältere als neuere und neueste jüd. Literatur ist in derselben vertreten. Auch läßt sich aus derselben einigermaßen entnehmen, welchen Antheil die nichtjüdische Welt an der Pflege jüd. Wissenschaft genommen hat. In dieser Beziehung enthält sie manches Product, das bis jetzt der speziell jüd. Literaturgesch. und Bibliographie unbekannt geblieben ist. — Bekanntlich giebt es für die Kenntniß der allgemeinen hebr. Bibliographie und Literaturgesch. 6 Hauptwerke: Bartolocci's Libliotbeea magna rabbin., Sabb. Bassista's

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