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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-03-05 · Heft 10 (5.3.1867) · p. Seite 199

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 10 (5.3.1867)
Date
1867-03-05
Page
Seite 199 (sequence 15)
Language
German
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m Aftonbladet vom 16. Febr. schreibt: Wir haben heute einen Reichstagsbeschluß zu registrireu, welcher im Lande einen um so schmerzlicheren Eindruck machen wird, als man einen solchen von einer Repräsentation in der gegenwärtigen Zusammensetzung nicht erwarten konnte. Der unbedeutende Fortschritt, den wir auf der Bahn der Toleranz mit Annahme des Vorschlags zur Aenderung des §. 28 machen konnten, ist durch die erste Kammer verworfen worden. So traurig dieses Resultat auch ist, so erfreulich ist es für die Aussichten, welche die glückliche Lösung dieser Frage in Zukunft hat, daß die zweite Kammer-den Vorschlag fast einstimmig angenommen. Diese Abstimmung ist die beste Antwort auf die von den „kreuzgeschmückten" Rednern der ersten Kammer ausgesprochene Ansicht, daß das Schwedische Volk sich in seinen religiösen Gefühlen verletzt sehen würde durch Annahme des in Frage stehenden Vorschlags. Die Vertheidiger des Antrags, Rydin, Waern, Graf UgglaS bemühten sich das Ungereimte dieser Ansicht dem Hause klar zu machen, doch aber gaben die formellen Bedenklichkeiten der Bischöfe Björck und Beckman den Ausschlag. Wir nehmen an, daß es die formellen Bedenklichkeiten waren, denn so schlimm wollen wir nicht von der Majorität der ersten Kammer denken, zu glauben, daß sie mit Bischof Björck „einen leichten Druck" auf die Bekenner der mosaischen Lehre beibehalten wollen, in der liebevollen Absicht dadurch die „Züchtigung" anzuwenden, durch welche, nach des frommen Redners Björck Meinung, die Juden zu der „Auffassung der rechten christlichen Wahrheit" hingeführt werden können.*) — Aber wenn auch die Majorität des Hauses nicht von der krassen Intoleranz des Göteborger Bischofs zur Verwerfung des Antrages veranlaßt worden, so ist es doch immer zu beklagen, daß sich das erste Mal, da die neue Repräsentation in einer großen Humanitätsfrage sich äußern soll, eine, wenn auch schwache Majorität finden soll gegen einen Antrag, wie der in Rede stehende.— Göteborgs Handelsoch Sjöfarts-Tidning vom *) Man sieht, daß Intoleranz und Ungerechtigkeit stets durch die wiederfinnigste Verletzung aller Logik bestraft werden. Der gegen die Juden geübte Druck soll diese von der Wahrheit des Christenthums überzeugen! Und macht dies der evangelische Bischof auch hinsichtlich der Katholiken gellend? Red. d. A. Z. d. I. 18. Febr., deren Redakteur, Hedlund, selbst Mitglied der zweiten Kammer ist, schreibt: Die sehr interessante Debatte wurde von einem jungen Mann aus Dalekarlien eingelcitct, welcher gegen den vorgeschlagenen Fortschritt auf der Bahn des Rechts sprach. Gegen ihn erhoben sich von allen Seiten Proteste und die zum Schlüsse gestellte Frage wurde, Liss Ola Larsson ausgenommen, mit einem einstimmigen donnernden „Ja" beantwortet. Aber einen um so gewaltigeren Eindruck machte die Nachricht, welche im Anfänge Niemand glauben wollte, daß die erste Kammer den Antrag verworfen. Das Ereigniß ist ein in verschiedenen Beziehungen bedauernswerches. 3m Aus laride wird man die Verwerfung eines so unendlich gemäßigten Fortschritts als eine Aeußerung der Intoleranz, ja der Rohheit ansehen, und dem ganzen Reichstage zur'Last legen. — Unsere höchst achtungswerthen und geachteten Mitbürger anderen Glaubens sehen sich in ihren Hoffnungen betrogen. Viele junge Männer von besonderem Talent, welche auf den Reichstagsbeschluß gewartet, um angestellt werden zu können <worauf sie das höchste Recht haben), sehen sich zurückgesetzt. Und zwischen beiden Kammern hat sich eine Kluft geöffnet, welche nicht leicht wieder ausgefüllt werden kann. Die zweite Kammer hat, mit Schrecken, vernommen, daß sie in Allem, was sich auf einen Fortschrttt auf der Bahn der Humanität bezieht, von der ersten Kammer gebunden und gelähmt wird, anstatt von dieser aufgemuntert und unterstützt zu werden. Sicher hat die Majorität, welche den unheilvollen Beschuß gefaßt, sich die Consequenzen nicht klar gemacht. — Leopold Sander. Nordamerika« Aus Nordamerika, Ende Januar, >Privatmitth.) Ich glaube, schon in meinen früheren Berichten darauf hingewiesen zu haben, daß die sogenannte radicale Partei in den B. St., entgegen der Praxis dieser Kartei in anderen Ländern, mit dem Pfaffenthume lief äugelt und Alles aufbietet, das Christenthum in die Konstitution hineinzuschmuggeln. Der Führer der Radicalen im Senate, Charles Sumner, ist heute noch dem Herrn Di-. Einhorn die Antwort auf seinen herrlichen Brief schuldig, den Sie, wenn ich nicht irre, seiner Zeit in diesen Blättern mittheilten, wenigstens

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