Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1867)
- Date
- 1867-03-05
- Page
- Seite 194 (sequence 10)
- Language
- German
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194 Sonne seine glühenden Strahlen weit nach allen Richtungen hin entsendet.*) Dieser Letztere hat nun, wie eingangs erwähnt, einen Aufruf an die Gemeinden erlassen, der in möglichst treuer deutscher Uebersetzung wie folgt lautet: ,,Wie bekannt entstand eine große Meinungsverschiedenheit und Spaltung in Israel wegen der neuen Vögel (''wann nwürt), die der Eine erlaubt, der Andere verbietet. Ich habe nach dem heiligen Lande geschrieben um nach dem Grunde der Sache zu forschen, und man hat mir geschrieben, daß man unmöglich bestimmen könne, ob die außerpalästinischen Vögel (b"na® niswn) denen *) Ich kann mich nicht enthalten, ein sehr ergötzliches Geschichtchen, welches mir soeben ein Geschäftsfreund aus Tarnow als Allerneustes aus dem Leben und Treiben der Chassidim erzählt, hier den geehrten Lesern mitzutheilen, weil dies sehr geeignet ist, einerseits die Dummgläubigleit, welche die Masse der galizischen Judenschaft trotz Eisenbahnen und Telegraphen znm großen Theile noch immer beherrscht, sowie andererseits den Mißbrauch, den die sogenannten Heiligen mit der „frommen Einfalt" treiben, damit ihre götzenhafte Autorität auf dem immer höher werdenden Piedestal der Unvernunft noch höher erscheine, auf drastische Weise zu illustrireu. Die Frau eines armen Handwerkers ist bedenklich krank, der darüber beunruhigte Mann sieht daher mit Ungeduld das Wochenfest herannahen, um mittelst der Fürsprache eines Einflußreichen, der sich eben anschickt, die Wallfahrt nach Neu-Sandez anzutreten, um, wie üblich, die Feiertage in unmittelbarer Nähe des Rebbe zu verleben, einen Genesung verheißenden Segen für seine Frau von dem Heiligen zu erbitten. Alles geht in bester Ordnung vor sich. Der unwissende aber reiche und wohlbeleibte Verehrer des Rebbe, der nie mit leeren Händen zu kommen pflegt, wird von demselben mit auffallender Freundlichkeit ausgenommen und behandelt, das Quittl betreffs der kranken Handwerkersfrau wird nicht nur mit Wohlwollen entgegengenommen, sondern der heilige Mann fügt noch laut die Erfolg versprechenden Worte hinzu: „Der kenn sick dosmol e güten Jontef machen!" Der Mann, der diese humane Mission übernommen, war überglücklich, sowohl wegen der freundlichen Aufnahme als auch wegen des guten Erfolges seiner Sendung. Kanin ist er daher nach den Feiertagen zu Hause angelangt, ließ er sogleich dem Handwerker die frohe Botschaft von der nahe bevorstehenden Genesung seiner Frau und zwar wörtlich so, wie er sie unmittelbar aus dem Munde des Heiligen vernommen, mittheilen. Der Ueberbringer dieser frohen Botschaft war aber nicht wenig verblüfft, als er den Handwerker auf der Erde sitzend fand. Er hielt eben die siebentägige Trauer um seine Fran ab, die er unmittelbar nach der zuversichtlichen Genesungsverheißung des Sgnzer durch den Tod verloren hatte. — von Zafet gleichen, und daß zwei Männer nach der Insel Kibpitz*) reisen und dort viele Paare von denen, die nach der Tradition unseres Lehrers des Beth- Josef, sein Andenken sei zum Segen, ankaufen müßten; sie würden dann mehrere Paare hierher schicken; dann könnten Alle sehen, alle Großen und das ganze Haus Israel, ob sie den unserigen gleichen oder nicht." Hier werden die Gemeinden zur Einsendung von Beiträgen behufs Herbeischaffung der erforderlichen Kosten auf gefordert. „Wir sind verpflichtet," so schließt der Aufruf, „das Gebot der Untersuchung der Vögel zu befolgen." (msiy rp->aa msia rrnpb)**) Die Zeitgemäßheit dieses oberhirtlichen Schrittes wird wohl kein Zurechnungsfähiger in Abrede stelle«; man kann es daher nur als Zeichen unserer von Materialismus leider nur zu sehr durchwühlten Zeit tief beklagen, wenn sich dennoch Stimmen gegen dieses Projekt vernehmen lassen. So soll bereits von einer Gemeinde die allgemeine große Geschäftsstockung und Geldkalamität zum Vorwände der Beitragsverweigerung angeführt worden sein. Eine andere Gemeinde soll den Antrag gestellt haben: den R. Chaim Lisboner, der vor mehreren Jahren seinen Wohnort verlassen und nach dem heiligen Lande gereiset, und zwar aus *) Unter Kibritz ist die Insel Cypern zu verstehen. **) Der hebräische Wortlaut dieses denkwürdigen Aktenstückes darf in der A. Z. d. I., dieser schätzbaren Fundgrube für jüdisch-geschichtliche Materialien, um so weniger fehlen, als es durch die Uebertragung ins Deutsche viel von seiner charakteristischen Eigenthümlichkeit verliert. Es ist folgender: .73N3: psb iban ■'"aab ab 'a n"a cap^n anaoaisian annan O'iatnn aiaab mi® .i®,'...'pn nbnp noNai pn®’ rvw ->bnaia n^bicai ■>"3 maab aiami bin npibrna tunro n:n -pm: 7171 aaiN N7 yiYO y'ivann piaiyn nm« n"n® ->b iarai ■pyn pin ins* aipnb prt&tb marai a'bin nci: b® niewb b"na® neiyn piaia cn “nab man a® mapbi ■pna'ip ->«b wo'is cwa« ->:® "pasi am b"7 ""an 153a» naioa. ^bt d® 0■'baten man a’bnan ba ban i«rn 7Ni mai7 maa zerab inb®-1 anm “N .«bn i?b®b anaia bn bin©i rna bai naia ’bna ab by aaab mant» neb nana nNxmn® n®apn nu -anaia ay "man öi®bi mbiaa mbnpa® 13s Q’a'iniai aaab am -ab nbnp ba mb®-1 man® 'iai 'm pa bnanbi meiy np-na nsn O'-pb n73 nN mtsai i'n a'Nxva iP®r>3 tjtiatab Nb® ®-vai aib® 'mn .■'aaab Bipij i:m® bNa®i ma ncNm pnn 'pn (?) nsba bNa®1 ^a® aib® ®aia ®c:a ,DNu®aabNn