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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-26 · Heft 9 (26.2.1867) · p. Seite 168

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 9 (26.2.1867)
Date
1867-02-26
Page
Seite 168 (sequence 4)
Language
German
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168 niß seiner Mittel der Literatur wenig Aufmerksamkeit schenkt, da ferner der Jndifferentiswus gegen religiöse Interessen in unserer Zeit sehr groß ist, so Icudjtet es ein, mit welchen äußeren Schwierigkeiten die jüdische Literatur zu kämpfen hat. Um ihr hierin durch Bereinigung der Kräfte zu Hülfe zu kommen, wurde das „Institut zur Förderung der israelitischen Literatur" gegründet, das seit zwölf Jahren besteht, auch das schwierige verflossenene Jahr überstanden hat, und welchem eine Gesellschaft zur Herausgabe alter hebräischer Werke bis jetzt in zwei Jahrgängen sich angereiht hat. (Fortsetzung folgt.) Die Petition an das norddeutsche Parlament. Derselben haben sich ferner angeschlossen die Gemeinden zu Dresden und Harburg. Selbstverständlich führen wir die preußischen Gemeinden, welche die Petition an das preußische Abgeordnetenhaus unterzeichnet hatten, in dieser Zeitung nicht wieder namentlich auf. Aus Holland. Sinken aus Holland. I. Wer die Allgm. Ztg. d. Judth. und andere Zeitschriften für jüdische Interessen regelmäßig liest, muß mit Recht staunen, daß aus dem Niederländischen Israel — es seien denn hin und wieder einige Curiosa — Nichts zur öffentlichen Kenntniß gelangt; Nichts von dem Leben und Wirken, Nichts von den Bestrebungen auf geistigem Gebiete im Allgemeinen und auf religiösem Boden insbesondere, aus einem Kreise, der ca. 70,fl00 Israelitische Seelen einschließt. Während wir mit den Verhältnissen unserer Glaubensgenossen in Asien, Afrika und Amerika durch die jüdische Journalistik bekannt gemacht werden; während man in China mühsam die Spuren des Judenthums aufzustnden sucht und über die gewonnenen Ergebnisse gewissenhaft berichtet: bleibt das Judenthum in Holland von dem allgemeinen Leben und Streben, beharrlich schweigend, gleichsam durch eine chinesische Mauer getrennt und in sich selbst verschlossen. Sollte es nun nicht heilsam sein, einmal Bresche in diese Mauer zu legen? Sollte es nicht Zeit sein, einmal zu sehen, ob sick denn innerhalb dieser Abgeschlossenheit das Reich des Messias schon verwirklicht hat, wo Jeder unter feinem Weinstocke und seinem Feigenbäume sitzt, um nur der Ruhe zu pflegen? Und wäre dies in der That der Fall, so bliebe es doch immer in mannigfacher Hinsicht wünschenswerth, daß eine Kunde von diesen glückseligen Gefilden nach Außen dringe. Oder sollten die in Dunkel gehüllten Verhältnisse zu der Annahme berechtigen, daß gerade in dem Lande, dessen Auen von Strömen und Kanälen bespült und durchschnitten sind, der lebensvolle Strom Israelitischen Geistes in Stagnation gerathen ist? Nun, dann müßte sicherlich die freie Mittheilung von wohlthätigem Einflüsse sein; denn nur auf diesem Wege konnten die Hinderniffe der gehemmten Strömung entfernt und Kanäle gezogen werden zur Verbindung mit dem rastlos vorwärts strebenden Meere des gesummten jüdischen Geisteslebens, um so aus einem stillstehenden und deshalb sumpfig-trüben, ein klar fließendes Wasser zu gestalten. In jedem Falle muß dieser Mangel an Oesfentlichkeit von nachtheiligen Folgen für die freie Entwickelung der gottesdienstlichen Verhältnisse der holländischen Israeliten werden, und im Allgemeinen eine Lücke in der Kenntniß des gegenwärtigen Judenthums verursachen. Ja, der zukünftige Historiker würde sich, wenn dies geheimnißvolle Schweigen nicht gebrochen werden sollte, in eine Verlegenheit versetzt fühlen bei der Behandlung des Kapitels von den Niederländischen Israeliten in unseren Tagen. Er würde, unbefriedigt von dem Materiale und den unmittelbaren Quellen, sich an Hypothesen abquälen müssen, und manche Erscheinungen nicht begreifen, die sich als Wirkungen unbekannter Ursachen geben; während Berichte über Thatsachen, aus der Zeit, in welcher sie geschehen — wie unbedeutend sie auch scheinen mögen — von dem historischen Forscher als werthvolle Bausteine ausgenommen werden. — Wenn es nun auch sehr ehrenwerthe Ausnahmen giebt, die die Nothwendigkeit der öffentlichen Besprechung erkennen, so liebt man im Allgemeinen hier zu Lande nicht die gründliche Mittheilung der jüdischen Verhältnisse, des gottesdienstlichen und des Gemeindelebens, und besonders nicht, wenn dergleichen in die Ferne getragen wird. Man liebt sie nicht, weil man aus Gewohnheit die Verschlossenheit und hochmüthige Selbstgenügsamkeit lieb gewonnen; oder weil man die eigentliche geistige Spannkraft sich nicht aneignen will, die die Theilnahme an dem Wirken

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