Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1867)
- Date
- 1867-02-19
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Oberrabbinen, resp. Rabbinen auf Grund Allerh. Entschließung die Berechtigung ertheilt, die Gegenstände der zwei unteren Jahrgänge der ersten Klasse des Preßburger Rab biner-Seminars vorzutragen: 1. I. Bayern, Rab. in S-irospatak, 2. A. I. Glück, Oberrab. in Toltschwa, 3. Jerem. Ww, Oberrab. in S. A. Ujhely und 4. I. Tannenbaum, Rabb. in T-'ckycr für das Komitat Zemplin. 5. D. Schikh, Rabb. in Szächeny u. 6. D. Deutsch, Oberrab. in B.-Gyarmath für d. Kom. Neograd. 7. Menach. Eisenstädter, Oberr. in Unghvär f. d. Kom. Ungh. 8. L. Fürst, Oberr. in Gyöngyös und 9. W. Tannenbauni, Oberr. in Berpelöt f. d. Kom. Heves. 10. M. Groß, Oberr. in Pecseneudorf n. 11. L. Jaules, Rab. in Sebes f.d. Kom. Säros. 12. N. Jenegreiß, Oberr. in F.-Gharmath u. 13. M. Perls, Oberr. in N.-Käroly f. d. Kom. Szatmär. 14. I. Spitzer, Rab. in Tab f. d. Kom. Somogy. 15. Jgn. Kunstadt, Rab. in Abony f. d. Kom. Pest. 16. Hillel Lichtenstein l!>, Rab. in Szikszo, f. d. Kom. Abauj. 17. H. Mannheimer, Rab. in Berböz u. 18. Ph. Flaut, Rab. in N.-Suräny f. d. Kom. Neutra. 19. N. Schreiber, Rab. in Karlburg, f. d. Kom. Wiesel bürg. 20. M. Reichsfeld, Oberr. in Jänosh-lza, f. d. Kom. Eisenburg. 21. I. Samuel, Oberr. in N.-Szöllös f. d. Kom. U gocsa. 22. A. 8. Schwarz, Bezirksr. inBeregszäsz f. d. Kom. Bereg. 23. M. Schikh, Rab. in Huszt f. d. Kom. Marmaros. 24. S. Schlesinger, Rab. in Abräny u. 25. I. Schreiber Rab. in St. Peter f. d. Kom. Borsod. 26. S. Weinbcrger, Oberr. in Kl.-Wardein f. d. Kom. Szabolcs. 27. A. Cohn, Rab. in Görbö u. 28. W. Sußmann Bezirksr. in St. Groth f. d. Kom. Aala. 29. I. A. Landsberger, Oberr. in Gr. Wardein, 30. Dr. I. Hildesheimer, Oberr. in Eisenstadt, 31. Benj. Schächter, Rab. in Bösing, 32. I. Assöd, Rab. in Szerdahely, 33. W. Fuchs, Oberr. in Szered, 34. M. Löwy, Oberr. in Milichdorf, 35. S. Tannhofer Rab. in Magendorf u. 36. I. Scheyders Rab. in St. Georgen f. d. Kom. Preßburg." Darauf wird in dem angeführten Jntimate zur pünktlichen Darnachhaltung bemerkt, „daß die genannten Oberrabbinen und Rabbinen verpflichtet sind die Namenstisten von den ihren Unterricht genießenden Schülern wegen der durch die betreffende unmittelbare polit. Behörde zu übenden Kontrole derselben halbjährlich vorzuzeigen, welch letztere die auszufolgenden Zeugnisse der aus den ersten zwei Jahrgängen austretenden Zöglinge regelmäßig mit einer Bidimirungsklausel zu versehen gehalten ist" und weiter wird den einzelnen Komitatsgemeinden aufgetragen, „die nothwendigen Maßregeln zu treffen, daß der betreffende zum Unterrichte berechtigte Rabbiner die Namensliste jener Zöglinge mit Pünktlichkeit ausfertige, und daß die berufenen und dazu zu ermächtigenden Organe die Aufsicht mit Strenge üben sollen," endlich werden die eben erwähnten Organe gehalten ebenfalls Namenslisten zu führen, um sich zeitweilig Kenntniß dariiber zu verschaffen, ob die betreffenden Zöglinge „in Wahrheit zugegen" sind, und ob sie den vorgeschriebenen Studien in der That obliegen; auf Grund dieser Listen werden sodann die auszustellenden Abgangszeugnisse mit der vorgeschriebenen Vidimirungsklausel zu versehen sein. 36 Schulen für Vorbereitung zmn Rabbinate! — und jetzt klage noch Einer, daß die Regierung unsere religiösen Angelegenheiten stiefmütterlich behandle. Es muß uns ja nun völlig unverständlich sein, was jetzt soviel debattirt, besprochen, vorgeschlagen und geschrieben wird betreffs der Errichtung eines Rabbinerseminars, da wir doch in jedem nordungar. Marktflecken ein solches haben! Oder wollte vielleicht Jemand die Befähigung dieser Herren bezweifeln — wo anders sitzen heutzutage die Geonim Oesterreichs als in den Winkeln Rordungarn's? Wir fragen also, wozu der Lärm? — Für Rabbinen wird reichlich gesorgt sein, dafür ist unsere Regierung genug bemüht, wie wir ja sehen. Freilich sagt man, dürften die Dinge unter einem Cultusministerium Eötvös sich anders gestalte», und man glaubt, daß dann das Reich unserer Geoniin seinem Ende sich nahen dürfte, und darum sei jetzt Schweigen das Beste — eine Ansicht, der auch wir uns anschließen. Ob allenfallsige Petitionen der oster r. Hauptgemeinden betreffs des oft besprochenen aus de» jüd. Landesfonds zu erhaltenden allgeinein-östcrr. Seminars von Resultaten begleitet sein dürften, iß nach alledem, was wir bisher in ähnlichen Fällen erfahren, höchst zweifelhaft. Diese Frage wird hoffentlich in Ungarn eher zur Entscheidung kommen, dann dürfte sich auch drüben etwas Ganzes gestalten. Denn die Transleithaner müssen erst in allen Dingen von hundert Seiten beeinflußt und gepreßt werden, bevor sie zu irgend einer Erungenschaft kommen; so ist es in allen Dingen, in der Politik am meisten, in jüd. Angelegenheiten lvomöglich noch mehr. — Ch—m.