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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-19 · Heft 8 (19.2.1867) · p. Seite 152

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 8 (19.2.1867)
Date
1867-02-19
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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1-52 Handlungsweise einsehend, hat er uns versprochen, und andere gebildete und wohldenkende Männer aus Wilna, die sich gerade hier aufhieltcn, haben dafür Gewährleistung gegeben, daß der Knabe nunmehr in der Rabbinerschule zu Wilna einen geregelten und zeitgemäßen Unterricht empfangen solle." — An diesen Vorgang knüpfte sich aber noch eine Polemik zwischen dem Dr. R. und dem Missionär Hefter in einer Memeler Zeitung, die endlich, da das Blatt die ausführliche Widerlegung seitens des Herrn Dr. R. nicht mehr aufnehmen wollte, ihren Austrag in der vorliegenden Broschüre fand, welche zugleich die sämmtlichen gewechselten Streitschriften enthält. Man kann sich denken, daß in denselben nichts geradezu Neues vorkommt. Der Missionär verwendet die alten Mittel, das Judenthum zu schmähen, und der jüdische Prediger widerlegt dieselben, und kehrt den Stiel um. Es versteht sich, daß der letztere hierbei auch zwischen Christenthum und englischer Missionsgesellschaft zu unterscheiden vermag, der Missionär aber sie identifiziren will. Wir können dem Herrn Prediger Hefter viel Geschicklichkeit und Sprachgewandtheit in diesem Streite nicht absprechen; nur ließ er sich, zu viel auf seinen Eisenmenger und M'Caul sich verlassend, verleiten, auf ein Gebiet überzugehen, auf das talmudische, wo sich alsbald seine Unwissenheit dokumentiren mußte. War es Herrn Prediger Dr. Rülf dadurch leichter, seinem Gegner die Waffen zu entwinden, so erwies er auch seine Befähigung, dies zu benutzen, und seine Antworten zeugen von einer tüchtigen Kraft. Dennoch wollen wir nicht verhehlen, daß die Schuld, den öffentlichen Streit begonnen zu haben, auf Seiten des jüdischen Predigers liegt, und daß dieser von seiner Entrüstung sich zu einer Schärfe der Auslassung hat hinreißen lassen, die um so mehr zu beklagen war, weil das klare Recht auf unserer Seite stand und, mit Ruhe zur Sprache gebracht, einen großen Einfluß erwirkt hätte. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, Anfang Februar. Bei den jetzt beendigten Landtagswahlen in den cisleithanischen Ländern des Kaiserstaates sind außer den schon erwähnten Israeliten noch folgende erwählt worden: In Wien selbst der bekannte Redakteur K u r a n d a; in Lemberg D u b s, in Kolomea Advokat Landsberger. — Dem sechsten Jahresberichte des israelitischen Waisenvereines entnehmen wir folgende Daten: Das Vorjahr 1865 schloß mit einem Stande von 89 Waisen, und zwar 46 Knaben und 43 Mädchen. Im Verlaufe des Jahres 1866 wurden neu ausgenommen: 21 Waisen, und zwar 13 Knaben und 8 Mädchen. In Folge des erreichten statutenmäßigen Alters wurden ausgeschieden 5 Waisen, und zwar 3 Knaben und 2 Mädchen; gestorben ist 1 Mädchen. Es verblieben daher am Schluffe des verflossenen Jahres 104 Waisen in Obhut des Vereines, und zwar 56 Knaben und 48 Mädchen. Was nun die finanzielle Gebahrung dieses Vereines betrifft, so lassen sich dieselben in folgende Resultate zusammenfassen: Die Ausgaben beliefen sich im Jahre 1866 auf 9114 fl. 9. kr. Die Einnahmen erreichten die Höhe von 8654 fl. 51 kr. Es war mithin ein Abgang von 459 fl. 58 kr. zu decken, welche dem für solche Eventualitäten gegründeten Reservefonds entnommen wurden, der dadurch von seinem vorjährigen Stande von 2787 fl. 38 kr. auf 2327 fl. 80 kr. herabsank. Unter den Ausgaben nahmen die Erziehungs-Beiträge für obige 104 Zöglinge die Summe von 8632 fl. 40 kr. in Anspruch. Eine bedeutende Bereicherung der Vereinsmittel fand statt durch die von Seite des Magistrates erfolgte Auszahlung der Zinsen des von Fräulein Emilie Figdor errichteten Legates im Betrage von 967 fl. 20 kr. Die ausgetretenen Waisenkinder haben sich nützlichen Berufsarten zugewendet. Wien, im Jan. iPrivatmitth.) Wie unsere Regierung oftmals zum Liberalismus einen gewaltigen Anlauf zu nehmen pflegt, bald darauf aber durch ein ernstes Memento an -ihre eigentliche „Mission" erinnert in den alten ultramontanen Schlendrian zurückverfällt, das beweist wieder einmal schlagend die Feld - prediger-Affaire. Nachdem nämlich das Gesuch des Feldpredigers I. Szäntö um definitive Anstellung mit der Erklärung abschlägig beschieden wurde, es sei in dem bereits fertigen Budget für 1867 die Ausgabe für eine solche Stelle nicht vorhergesehen (die österr. Monarchie hat keine 500 fl. mehr!), so wurde selbst das 2. Gesuch des isr. Feldpredigers, worin er erklärte auf jedwede Besoldung gänzlich zu verzichten, ebenfalls zurückgewiesen. So soll es auch den Eingaben des hies. Gemeindevorstandes ergangen sein. Das

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