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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-19 · Heft 8 (19.2.1867) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 8 (19.2.1867)
Date
1867-02-19
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 rühmten John Gamger in London, das andere von dem nicht minder bedeutenden Prof. Gerlach, Direktor der K. Thierarzneischule in Hannover. Dieser gelangt nach genauer Beobachtung des praktischen Schächtens zu dem Schlüsse, daß „das Schlachten nach jüdischen Borschriften, das Schächten, wie er es gesehen und beschrieben hat, keine Thierquälerei ist, sondern im Gegentheil zur humansten Schlachtmethode gehört, die allgemein eingeführt zu werden verdient." Andere Gutachten wie von Augsburg, Dresden, Brüssel, Stuttgart, München, Paris, Lyon, Toulouse, Wien u. a. sind in sichere Aussicht gestellt, und verdient die Bereitwilligkeit, mit welcher außer den erwähnten Männern auch die Herren Oberrabbiner Dr. Landau, Kirchenrath Dr. Maier, Distrikts-Rabbiner Dr. Hirschfeld, Prediger Dr. Jellinek, Grand-Rab. Astruc, der stets dienstfertige Herr Dr. Albert Cohn in Paris, der Herr Banquier Merzb ach er in München und mehrere andere meinen bezüglichen Bitten in dieser Angelegenheit nachkamen, Anerkennung und Dank. Treffend bemerkt einer jener Männer in seiner Zuschrift: „Die ganze Geschichte ist ein neuer Beweis, daß das gegenwärtige Geschlecht an einer Krankheit laborirt, an welcher es, wenn nicht bald eine Umkehr zum Bessern stattfindet, zu Grunde gehen muß. Diese Krankheit heißt: „falsche Humanität." Man schont die Thiere und quält die Menschen; man schafft die Todesstrafe ab und sinnt auf neue Mordgewehre; mau verbessert die Zuchthäuser und macht die ganze Welt zu einem Zuchthause. Das sind Zeichen einer herannahenden Catastropbe, welche nicht nur die politischen, sondern auch die religiösen Gegensätze ausgleichen wird".*- Bis daß die demnächst im Druck erscheinende Denkschrift dem H. Regierungsrathe des Kantons Aargau eingereicht ist, wird, wie mir von dem H. Regierungsrathe in liberalster Weise versichert wurde, die Angelegenheit dem Aargauischen großen Rathe nicht zur Verhandlung und Schlußnahme vorgelegt werden. Mit Gottes Hilfe wird dieselbe zu dem erhofften günstigen Resultate geführt und den „liberalen Wiederkäuern des mittelalterlichen Rischus wiever ein Stück Boden entrissen werden." Kayserling. Nachschrift. Soeben läuft noch ein Gutachten von dem Herrn Dr. Haubner, Medicinalrath, Prof. a. d. 2. *) Dies scheint uns doch etwas allzu schwarz gesehen! Die Redaktion. .Thierarzneischule und K. Sächs. Landesthierarzt und Dr. Leiserin g, Professor an der K. Sächsischen Thierarzneischule zu Dresden, und ein anderes von dem K. bair. Regiments-Beterinärarzt Dr. Probstmayer in München ein. Beide äußern sich dahin, daß das Schächten nicht schmerzhafter und qualvoller für die Thiere ist als der durch andere Schlachtmethoden herbeigeführte Tod, und von Thierqualen daher keine Rede sein könne. Probstmayer gehtnoch weiter und stellt die Behauptung auf, daß die den Juden gebotene Schlachtweise dem zu schlachtenden Thiere im Allgemeinen nicht mehr Schmerzen als die meisten bei den Christen üblichen Schlachtmethoden verursacht, aber den großen Vortheil der Sicherheit für sich hat, trotzdem sie weniger Gewandtheit und Körperkraft von Seiten des Schlächters beansprucht. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 8. Februar. In der heutigen Sitzung kam auch die Petition des Dr. Jolowicz in Königsberg im Abgeordnetenhause zur Verhandlung, welche dahin geht, die geeigneten Schritte zu thun, damit der zur Zeit noch übliche Judeneid durch den allgemeinen Staatsbürgereid ersetzt werde. Abg. Dr. John beantragt als Berichterstatter der Commission, dieselbe der k. Staats- Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Dazu hat der Abg. Dr. Kosch folgendes Amendement gestellt: Die k. Staats-Regierung aufzufordern, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die bisher übliche Formel des Judeneides durch eine angemessene Formel ersetzt. Dieses Amendement wird vom Berichterstatter ausgenommen. Der Vice-Präsident v. Bonin, der den Borsitz übernommen, ertheilt das Wort dem Abg. Dr. Kosch, empfiehlt sein Amendement, und es wird darauf der Commissions-Antrag mit dem Amendement Kosch mit großer Majorität angenommen. Bonn, 8. Febr. (Privatmitth.) Wir hatten uns für verpflichtet erachtet, im Namen der preußischen Gemeinden, welche uns mit Vollmacht für die Petition an das preuß. Abgeordnetenhaus versehen hatten, ein Dank- und Anerkennungsschreiben an den Abg. Herrn Dr. Kosch für sein glänzendes und erfolgreiches Auf-

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