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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-19 · Heft 8 (19.2.1867) · p. Seite 149

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 8 (19.2.1867)
Date
1867-02-19
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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149 führlicher CommenLar wurde von Philippson geliefert. Derselbe strebte dahin, außer den Einleitungen in jedes Buch, außer den eingehenden historischen, topographischen und naturwissenschaftlichen Notizen die wichtigsten Auslegungen aller früheren Erklärer zu geben; wobei er selbstverständlich einen besonderen Accent auf die jüdischen Exegeten legte, und hieran die eigene Forschung zu knüpfen. Die mehrfachen Auflagen, welche diese beiden Werke erfuhren und die namentlich bei dem kostspieligen Philippson'schen Bibelwerke sehr groß waren, so wie die höchst bedeutenden, sich immer mehrenden Auflagen der Bibelausgaben der israelitischen Bibelanstalt beweisen, von welcher tiefgehenden Wirksamkeit diese Arbeiten waren, und wie dadurch die Theilnahme am Bibelworte zu einem neuen, energischen Leben geweckt ward. Aus den vielseitigen anderen Thätigkeiten im wissenschaftlichen Leben des Judenthums muß es wohl erklärt werden, daß neben den aufgeführten Arbeiten die biblische Exegese bei den Juden im gedachten Zeiträume nicht allzuviele Früchte reifte. Hervorzuheben sind die hebräisch geschriebenen Arbeiten Luzzatto's, die bei vielen grammatikalischen, lexikographischen und exegetischen Erfolgen .an einer willkürlichen Kritik leiden, willkürlich, weil L. bei der Tradition nicht stehen bleibt, aber an einer gewissen Linie angekommen, die Kritik mit einer anmaßlichen Despotie abschneiden will. Außerdem haben nur einzelne Bücher eine besondere Bearbeitung erfahren, wie Koheleth von Herzfeld, die Psalmen von Della Torre, die zwei ersten Bücher der Thorah von Dr. M. Kalisch in London, Hiob von Wolfssohn, das hohe Lied von Bielen. Was endlich die biblische Kritik betrifft, so ist sie von Geiger l Urschrift) in einer scharfsinnigen, aber hypothesenreichen Weise geübt worden, deren Resultate wissenschaftlich noch nicht begründet sind und über das jüdische Bewußtsein hinausgehen. Ebenso wenig hat der Talmud umfassende Bearbeitungen gefunden. Für die Geschichte ist er bereits vielfach benutzt, die Kritik an seinen historischen Notizen geübt, das Wesen der Halacha zum Theil beleuchtet und über mancherlei spezielle Gegenstände mit mehr oder weniger Gründlichkeit gehandelt worden. Aber für den Talmud im Ganzen, für seine Geschichte, Sprache, Kritik, Methode und Tendenz ist wenig geschehen. Als verdienstvoll haben wir nur die Einleitung in die Mifchnah von Frankel und die halachische Exegese von Hirschfeld hervorzuheben. Für die hebräische und chaldäische Lexikographie und Grammatik leistete nur Fürst Bedeutendes, über viele Spezialitäten Geiger, über einzelne Sachs. Diese Skizze beansprucht nur, die allgemeinen Gesichtspunkte für die und in der Wissenschaft des Judenthums, wie sie in den letzten dreißig Jahren geschaffen und fortgeführt wurde, zu beleuchten. Wir mußten uns auf die Anführung des Hauptsächlichsten beschränken, und vieles einzelne Verdienstliche unerwähnt lassen. Anderes wird noch in dem Rückblick zu bemerken sein, den wir jetzt noch auf die jüdische Literatur zu werfen haben. Dann erst, und nach einigen anderen Betrachtungen, werden wir zur Erwägung der durch diese wissenschaftliche Bearbeitung völlig veränderten Stellung des Judenthums nach Innen und Außen zurückkehren können. (Fortsetzung folgt.) Lengnau, lAargau), 3. Februar 1867. Das perbot des Schächtens der Thiere nach jüdischem Nitus in der Schwei;. Um dieser Angelegenheit, welche in der Schweiz jetzt nicht zum ersten Male auftaucht und die, falls das Verbot des Schächtens im Aargau ausgesprochen würde, nicht allein auf alle anderen Kantone einwirkend sein, sondern auch, wie ich von gut unterrichteter Seite weiß, in anderen Staaten sehr bald Nachahmung finden dürfte, kräftig und nachdrücklichst entgegen zu treten und derartige Vorkommnisse ein für alle Male zu beseitigen, habe ich bereits vor einigen Monaten den Entschluß gefaßt, das ganze Vorgehen dieser „liberalen Menschenquälerei" in einer umfassenden Denkschrift zu beleuchten. Zu diesem Zwecke habe ich von den bedeutendsten Autoritäten auf dem Gebiete der Veterinärkrankheiten, die allein zu entscheiden haben, ob das rituelle Schächten Thierquälerei ist, Gutachten eingefordert. Nachdem eine Autorität wie Zangger in Zürich sich zu Gunsten des Schächtens ausgesprochen, durfte man erwarten, daß alle übrigen Fachmänner sich in gleichem Sinne über diese wichtige Frage äußern würden. Wir sehen uns in unseren Erwartungen nicht getäuscht. Durch dankenswerthe Bemühungen der Herrn Oberrabbiner Dr. Adler in London und Landrabbiner Dr. Meyer in Hannover erhielt ich dieser Tage zwei Gutachten, welche sich ganz zu unseren Gunsten aussprechen; das eine von dem be-

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