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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-12 · Heft 7 (12.2.1867) · p. Seite 134

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 7 (12.2.1867)
Date
1867-02-12
Page
Seite 134 (sequence 10)
Language
German
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134 hier unter Betheiligung vieler Beamten und Bürger in feierlicher Weise die neue Synagoge eingeweiht. Die mit einem tiefen Eindruck auf die Hörer gekrönte Festpredigt hielt der hies. Rabbiner Herr Latzar. Mit dieser Einweihung ist auch eine neue Gebetordnung eingeführt worden, wie auch Orgel und Chorgesang. An Wochentagen finden einige angemessene Auslassungen statt, und die Schemone Csra wird nicht wiederholt. In den Sabbath- und Fest-Gottesdienst sind verschiedene deutsche Gebete eingeschaltet worden, welche aus Philippson's und Stein's Gebetbüchern entlehnt sind. Die Piutim sind abgeschafft. Es macht gewiß der nicht sehr zahlreichen Gemeinde, ihrem Vorstande und ihrem Rabbiner alle Ehre, mit den größten Opfern den Neubau bewerkstelligt und einen würdigen Gottesdienst hergestellt zu haben. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 30. Januar. In der Stadt Prag haben die Deutschen lediglich in der Josephstadt ihre Wahlen durchgesetzt, indem sich von 139 Wahlberechtigten 110 einfanden. Es stimmten 81 für Di-. Wiener und 78 für Dr. Tedesco, beide Juden. Es ist dies um so anerkennenswrther, als czechische Volksgruppen vor dem Wahllokale Pression auszuüben suchten. Auch die Czechen hatten einen Juden, Gottlieb Bondy, aufgestellt, der nur 50 Stimmen für sich erhielt, obgleich er, den Zeitungen zufolge, sehr eigenthümliche Mittel verwandt hatte. Mögen die Deutschen dies wohl beherzigen. Die Prager Handelskammer, welche vier Landtagsabgeordnete zu wählen hat, hat unter diesen drei Juden gewählt, nämlich die.HH. Max Dormitzer, Richard Dotzauer und Joh. Lippmann. Prag, im Januar. lPrivatmitth.) Die hier erscheinenden Journale von der „Polittk" bis zum officiellcn „Prager Abendblatts" hinab berichten theils von der Reorganisirung eines hier unter dem Namen „Talmud Tora" bestehenden Jnstistutes, theils sogar von der Gründung eines jüd. theolog. Seminars. In der That scheint auch obbenanntes Jnstistut, seitdem es unter der umsichtigen Leitung des H. Prof. Wessely steht, seiner Vervollkommung immer mehr und mehr entgegen zu schreiten, so daß sich mir der Zett leicht ein Seminar aus demselben entpuppen könnte. Den eifrigen Bemühungen des H. Prof, ist eS endlich, nach Ueberwindung vieler Hemmnisse, die sich jeder guten Sache, mehr oder weniger, entgegen zu stemmen pfle gen, gelungen, seine Pläne, betreff der Reorganisation obbenannten Jnstttutes, zu verwirklichen. Nicht nur soll denjenigen, welche die Gymnasial- Studien ordentlich durchgemacht haben, Gelegenheit geboten sein, während der Universitätszeit im talmudischen Fache sich aus- oder doch wenigstens fortbilden zu können; auch die zumeist aus Ungarn kommenden Candidaten, die in den sogenannten Jeschuboth das Talmudstudien wenn auch einseitig doch sorgfälttger betrieben haben, als das heut zu Tage, bei dem Stande der jüd. Wissenschaft, unentbehrlich gewordene Studium der classischen Sprachen und anderer Wissenszweige, werden von Monat Februar angefangen, auch hierin von zwei eigens hierzu angestellten Lehrern in den Personen der Hrn. S. Heller und Dr. Rosenauer unentgeltlich Unterricht genießen können. Auch die löbliche Cultusrepräsentanz, die das Institut bis heute stiefmütterlich behandelt hat, ist durch einen äußeren gewichtigen Umstand angeregt, sich desselben wärmer anzunehmen. Laut hoher Entschließung Sr. Majestät des Kaisers ist endlich erlangt, was lange vergebens, mit allem Eifer angestrebt wurde, nemlich die Theilung des böhm. jüd. Landesfonds, der in den Zeiten der weiland Judensteuer entstanden, so zwar, daß auf Prag allein 100000 fl. entfallen. Wie wir ans sicherer Quelle vernehmen, wird ein Theil des Geldes der Erweiterung des hiesigen jüd. Waisenhauses gewidmet werden, welches dann den Namen „Franz Josef Institut" tragen soll, während der andere Theil als Beitrag der Gründung eines Seminars anheim fallen wird. Wir können unseren Bericht nicht schließen, ohne auf einen Mann hinzuweisen, ohne welchen die hiesigen jüd. Theologen trotz des „Talmud Tora" Institutes plan- und ziellos herumirren möchten, ich meine den Hrn. Prof. Kämpf. Außer seinen Vorlesungen über Koheleth an der k. k. Universität, die nicht nur von Juden allein besucht werden, hält derselbe privatim noch wöchentlich einen Vortrag über Homiletik, dem die Hörer mit demselben Interesse lauschen, wie denen an der Universität. Lemberg, 29. Januar. In Sambor treten die Israeliten mit Entschiedenheit gegen den Candidaten aus, der seine judenfeindlichen Gesinnungen wiederholt kundgegeben. Die Juden dürsten diesmal einige neue

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