Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-02-12 · Heft 7 (12.2.1867) · p. Seite 133

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 7 (12.2.1867)
Date
1867-02-12
Page
Seite 133 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226581-3226589--24677-3260144
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

133 Nö rdlinger, und die Ehrengabe übermittelte Herr Oberkirchenvvrsteher Elias Pflaum aus Stuttgart. — Diese Blätter sind der Moniteur für Synagoge und Schule der deutschen Juden, und so soll er auch eine andere ehrenvolle Auszeichnung, die eine Gemeinde ihrem Rabbinen widmete, kundgeben. Herr Rabbiner Max Sänger aus Mergentheim fungirte am Sabbat Waere in Berlichingen, einer streng orthodoxen Gemeinde, beim gesetzlichen Turnus, als die Chewrat Nearim eine Thora-Rolle stiftete. Die Professoren des evangelisch-theologischen Seminars in Schönthal betheiligten sich bei der Feier, die durch die meistervollc Predigt des Rabbinen die schönste Weihe erhielt. Gerade in Schönthal sind es die Herren Ephorus vr. Eyth, bekannt als Dichter, und Professor vr. Metzger, die mit der alttestamentlichen und orientalischen Literatur sehr vertraut sind und deren Urtheil ein gereiftes ist. Die Gemeinde Berlichingen brachte dem Rabbinen ihre Huldigung durch einen schönen, silbernen Pokal dar. Herr Sänger weiß aber schöneres Metall aus den Schachten der Literatur zu heben; er hat mit dem edlen, zu früh verstorbenen Professor Luzzato die hebräische Grammatik des Eso di zu Tage fördern helfen. Schon in den Jahren 1854 nnd 55 hat er in der Frankcl'schen Monatschrist über Efodi geschrieben und ihn als Verfasser der anonymen Schrift Kelimath haggojim, eines polemisch, antichristlichen Werks entdeckt und nachgewiesen. Wir hoffen, daß er auch in Bälde seine exegetischen Studien über „die zwölf kleinen Propheten," die neue Forschungen auf biblischem Gebiete bekunden, veröffentlicht. Rabbiner Sänger hat über den Berus als Kanzelredner, den als Diener der Wissenschaft des Judenthums nicht vernachlässigt und findet auch noch Zeit und Lust dem Jugendunterricht fördernd unter die Arme zu greifen. — A tempo Jugendämter - richt muß man beklagen, daß mit der massenhaften Uebersiedlung der Juden Württembergs in die Städte, die jüdischen Volksschulen auf dem Laude eingchen, und in den Städten, da will man kein specifisches Judenthum; die Jugend soll sich mit den Jünglingen und Jnstitutsfräuleins anderer Eonfessionen amalgamiren. Der Eifer für specifisch jüdische Institute, wie Bibelanstalt, Literaturvereine u. dgl. erkaltet bei der Jugend. . Da leuchtet als edles Vorbild der kürzlich verstorbene Buchhändler Heß vor, der in seiner Muttergemeinde Lauchheim eine Stiftung zur Begründung einer Bibliothek für religiöse und wissenschaftliche Förderung des Judenthums gemacht, und seine Söhne, die Buchhändler Gebrüder Heß in Ellwangen eifern, ihm nach, indem sie zu gleichem Zwecke einen Verein gegründet. Thuet desgleichen!! Breslau, 29. Januar. (Privatmitth.) Soeben ist der Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars erschienen, indem das Seminar seine dreizehnte Stiftungsfeier begangen (den 27. Januar). Vorangeht eine sehr gründliche Abhandlung über „das jüdische Maaßsystem und seine Beziehungen zum griechischen und römischen", von vr. B. Zuckermann, der in einer früheren Abhandlung über talmudische Gewichte und Münzen eine Untersuchung veröffentlicht hat. — Der Bericht selbst theilt mit, daß diesmal drei „entlassen werden" und daß das Rabbinerscminar 54 Hörer zählt, unb zwar 24 Preußen, 25 Oestcrreicher, 3 Badenser, 1 Württemberger und einen aus Lippe- Detmold. Dagegen zählt das Lehrerseminar nur — 4 Hörer. Beide Zahlen sprechen allerdings für sich. Bekannt ist, daß während des Jahres vr. I. BernayS nach Bonn als außerordentlicher Professor und Bibliothekar ging und an dessen Stelle vr. Rosin aus Berlin trat. Das Seminar hat wieder verschiedene Gaben, namentlich Stipendien, erhalten, ohne daß sie freilich in diesem Jahre so reichlich wie in dem frühren flössen. — Bor Kurzem feierte hier der Briefträger Würkheim iJude) sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Der noch immer rüstige Mann erhielt von der Regieruug das Prädikat Oberbriefträger und 50 Thlr. Die Kaufleute seines Briefbezirks machten ihm ein Geschenk von einigen hundert Thalern und seine Collegen erwiesen ihm verdiente Ehre. Merzig, 29. Januar. (Privatmitth.) Um zu zeigen, welche tiefe Theilnahme selbst in der kleinsten Gemeinde die letzten, unser Recht betreffenden Vorgänge im preußischen Abgeordnetenhause erregten, mag hier mitgetheilt werden, daß aus dieser Gemeinde vor den Verhandlungen Besprechungen mit dem Abgeordneten des Kreises, Herrn Dr. Techow stattfanden, und gleich nach dem Schlüsse jener, an welchen Herr Dr. Techow einen so rühmlichen Antheil genommen, ein Danktelcgramm an denselben erlassen wurde. Meisenheim, im Januar. (Privatmitth.! Vor einigen Wochen (am 17. und 18. Dezember) wurde 7

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.