Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1867)
- Date
- 1867-02-12
- Page
- Seite 132 (sequence 8)
- Language
- German
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182 \ träge betrugen 66,300 Thlr., die Grundstücke warfen einen Neberschuß von 2686, die Beerdigungsanstalt von 1307 Thlr ab. An Gehältern, Remunerationen und Pensionen wurden 11398 Thlr., für den Gottesdienst 2526, für die drei Schulen 10359, für die Armenanstalten 20,315, für die Altersversorgungsanstalt 2000 Thlr. verausgabt. Es versteht sich, daß die genannten Anstalten die angegebenen Summen nur an Zuschüssen verbrauchten, während deren Etat viel größer ist, so daß auch der Gesammtetat der Gemeinden viel größere Ziffern erreicht. So hatten die drei Schulen über 7000 Thlr. Einnahmen und kosteten 17,300 Thr. Die Armenanstalten verursachten eine Ausgabe von 43,500 Thlr. Auf die Stände der neuen Synagoge wurden 37,763 Thlr. eingezahlt, dagegen verausgabte die Baukasse 82,800 Thlr. Die Beerdigungsanstalt nahm 12,266 Thlr. ein, und gab 10,959 Thlr. aus. Die Jnterimssynagogen erhielten sich durch sich selbst. Bonn, 3. Febr. (Privatmitth.lVor einigen Tagen erließ der Erzbischof von Cöln einen Hirtenbrief, in welchem er seine Heerde ermahnte, bei der Wahl in das norddeutsche Parlament nur für gute Katholiken, im Nothfalle aber allein für Christen zu stimmen. Der Erzbischof schließt also in erster Linie Juden, in zweiter Linie Protestanten aus. Wir meinen nun, daß es keinem Seelsorger verübelt werden darf, seinen Rath nach seiner Meinung frei auszusprechen, sobald ihm seine Kirche diese Pflicht auferlegt. Andersgläubigen ist es nur gestattet, daraus die Pflichten zu erkennen, welche jene Kirche ihren Geistlichen nach solcher Aeußerung aufzuerlegen scheint. Diese sind in dem gegebenen Falle: 1) sich in die politischen Angelegenheiten zu mischen, 2> sich innerhalb derselben streng an den confessionellen Standpunkt zu halten, 3) alle Andersgläubigen auszuschließen, ohne Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten unv Verdienste, 4) jedenfalls die Juden auszuschließen. Man erkennt also hieraus, daß die päpstliche Enchclika ihren vollen Bestand in der katholischen Kirche hat. Dies ist unter Anderen auch eine Antwort an die Juden Cohen und Mires, welche ihren Glaubensgenossen einreden wollen, daß die weltliche Herrschaft des Papstes ein Bedürfniß für das Judenthum sei! — Glücklicherweise hat die Auslassung des gedachten Kirchenfürsten nur geringe reale Bedeutung. In seiner eigenen Diöcese kommt es jetzt vor, daß die katholischen Klerikalen für einen Protestanten, gegen einen Katholiken als Abgeordneten stimmen. Aus diesem Grunde glauben wir auch, daß es am füglichsten ist, jenen erzbischöflichen Hirtenbrief weiterhin mit Stillschweigen zu übergehen. Aus Württemberg, im Januar. (Privatmitth.) Die Zeitung des Judenthums hat die Auszeichnung berichtet, die dem Lehrer unseres Bert hold Auerbach, dem Bernhard -Frankfurter, von seiner Gemeinde Nordstetten, dem Boden, dem die Schwarzwälder Dorfgeschichten entsprossen, geworden. Beim Volkslehrer gilt das Wort „Alles durch das Volk und für das Volk!" Die Liebe und Verehrung einer Gemeinde, die ihrem langjährigen Lehrer und Erzieher den Tribut des Dankes durch irgend ein Angebinde darbringt, ist ejn herrlicher Orden, die cc “ins-, der gute Ruf unter den Zeitgenossen begründet den Ruhm der Nachwelt und welch' schöneren Ruhm giebt es, als wenn man von einem Lehrer sagen kann: „er, der viele zur Tugend führte, lvird leuchten als Stern ewiglich." — Eine ähnliche Kundgebung wie gegen Bernhard Frankfurter in Nordstetten hat die Gemeinde Pflaumloch im würtembergischen Rieß ihrem würdigen emeritirten Lehrer Salomon Löwen stein zu Theil werden lassen. Die Schüler des würdigen Mannes, der vier Jahr zehnte der Volksschule in Pflaumloch Vorstand, ließen als Zeichen ihrer Liebe und Hochachtung dem verehrten Lehrer einen höchst werthvollen Pokal, der von Künstlerhand kunstsinnig mit Emblemen versehen, mit Adresse überreichen. Herr Löwen stein sagt in einem Dankschreiben an seine Schüler und Schülerinnen: „Schon der Inhalt dieser Adresse, die auch äußerlich ein Meisterstück der Kalligraphie ist, wäre mir, ohne den so werthvollen Pokal, eine Quelle höchster Freude, eine Labung meiner alten Lebenstage. Nicht sowohl das edle Metall und die überaus prachtvolle Arbeit, die mit dem Bilde unseres unsterblichen Moses Mendelssohn geziert ist, als vielmehr die edle Gesinnung und die Liebe, die sich in alle dem ausspricht, sowie der Beweis, daß Sie den Werth der Herzens¬ und Geistesbildung, zu der ich die Grundsteine gelegt, so hoch zu schätzen wissen, das ist's, was mir dieses Andenken so unschätzbar Werth und theuer macht." Das Comits der Schüler Löwensteins bildeten die Herren: S. Ellinger, Alex. Pflaum und Dr.