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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-01-29 · Heft 5 (29.1.1867) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 5 (29.1.1867)
Date
1867-01-29
Page
Seite 96 (sequence 16)
Language
German
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se die sich dem heiligen Berufe eines israelitischen Geistlichen widmen werden." — Zu Herbeischaffung der Mittel für ein solches Institut wird vorgeschlagen, daß von jedem Mitglied des Ordens ein freiwilliger Beitrag von durchschnittlich 10 Dollars erhoben werde, was die Summe von 70 bis 80,000 Dollars geben würde, womit das Institut begründet werden könnte. Zur Unterhaltung desselben sollte jedes Mitglied sodann jährlich 5 Dollars beitragen, was die Summe von 35—40,000 Dollars jährlich ausmachen würde. Peixotto, der ein gebildeter Kaufmann ist, dem die heiliche Sache des Judenthums sehr warm am Herzen liegt, hat auch eine Rundreise in verschiedenen Theilen des Landes gemacht, wo er theils in den Logen, theils in den Synagogen begeisternde Ansprachen an unsre Glaubensbrüder gehalten, um ihr Interesse für ein solches Institut zu erwecken. Es haben sich indessen andererseits auch Stimmen vernehmen lassen, welche in der Errichtung eines solchen spezifisch jüdischen Instituts ein separatistisches Streben zu sehen glauben, welches in einem so freien Lande doppelt verwerflich sei, während der beabsichtigte Zweck durch Errichtung guter Religionsschulen erreicht werden könnte. Ueber den weiteren Gang dieser Angelegenheit werde ich in einem späteren Artikel in diesen Blättern berichten.*) *) Der von Herrn Peixotto geschilderte Zustand paßt doch wohl nur auf die englischen Juden, die in Amerika eine außerordentliche Indolenz bis jetzt bewiesen haben. Ein großes Kontingent englisch redender Juden wird diesen durch die Nachkommen der aus den Ländern des europäischen Kontinents Eingewanderten, namentlich Deutschen, hinzugefügt. Wenn nun allerdings ein Theil dieser für die Religion ihrer Väter nicht sehr beeifert ist, so enthält doch der andere lebenskräftige Elemente, welche das stockende Blut in den Adern der englischamerikanischen Juden in Bewegung bringen werden. Wir erkennen daher den Eifer des Herrn Peixotto als einen sehr rühmenswerthen an, müssen aber doch dabei bleiben, daß sein Ziel, eine jüdische Universität für alle Fakultäten in Nordamerika zn gründen, verfehlt, ja gefährlich fei. Und zwar von zweien Gesichtspunkten aus. Der eine, der schon mehrfach erörtert worden, die hierin sich bewährende Ausschließlichkeit, welche weder den politischen Verhältnissen noch der wahren Wissenschaftlichkeit zuträglich ist. Der andere, daß hierdurch die Mittel, welche zur Herstellung einer oder mehrerer jüdisch-theologischer Fakultäten, also Rabbinerschulen in ihren verschiedenen Graden erforderlich sind, zersplittert würden, und so der Realisirung dieses hochwichtigen Projektes neue Hindernisse, vielleicht Vereitlung geschaffen würden. Die Redaktion. Anzeige«. Bekanntmachung. Aus der I. H. Breßlau'schen Stiftung hat für das abgelaufene Jahr wieder eine Summe von beiläufig fl. 300 zur Vertheilung zu kommen. Nach Utztwilliger Verfügung des Testators sollen hiervon „Arme Knaben isr. Glaubens, welche im König- „reiche Baiern geboren sind und sich einem Hand- „werke oder der Oekonomie widmen, in Erlernung „derselben auf einer Handwerks-, polytechnischen oder „landwirthschaftlichen Schule, oder auch bei einem „Gewerbs-Meister, unterstützt werden." Desfallsige Bewerber wollen daher ihre mit legalen Belegen versehenen Gesuche bis längstens 15. Februar l. I. hierorts zur Vorlage bringen. München, den 9. Januar 1867. Die Administration der israel. Cultus-Gemeinde. Concurs. Bei der isr. Cultus-Gemeinde zu Teplitz in Böhmen ist die Stelle eines Ober-Cantors, vom 15. Mai 1867 angefangen, vacant. Jährlicher Gehalt fl. 700 öst. Währung, freie Wohnung und die üblichen Emolumente. Bewerber um diesen Posten, welche gründliche musikalische Bildung, Kenntniß des Thoravorlesens rc. Nachweisen, haben ihre Gesuche unter Angabe des Alters, und bisheriger Verwendung an die unterzeichnet« Cultus-Gemeinde-Repräsentanz bis 15. März l. I. einzusenden. Teplitz, I. Januar 1867. Von der isr. Cultus-Gemeinde-Repräsentanz. Concurs. An der dreiclassigen israelitisch-deutschen Schule zu Bielitz, öfter. Schlesien, ist die Stelle eines dirigirenden Lehrers (eventuell Schuldirectors) mit einem jährlichen Gehalte von fl. 700 bis fl. 800 Oest. Whrg. sofort oder im Laufe dieses Schuljahres zu besetzen. Bewerber um diesen Posten haben sich über ihre theoretische Ausbildung, ihre Befähigung zum deutschen und hebräischen Unterricht, über ihre Moralität und bisherige praktische Verwendung im Schulfache legal auszuweisen, und ihre mit diesen Ausweisen versehenen Gesuche bis 15. März 1867 an den gefertigten Cultus- Vorstand franco einzusenden. Der israel. Cultus-Borstand in Bielitz. In der hiesigen jüdischen Gemeinde ist die Stelle eines y'iwi Y1- V® vacant. Das jährliche Einkommen ist fest 200 Thlr. Nebenemolumente circa 100Thlr. Außerdem für Privat-Unterricht mit 12 Kindern 120 Thlr. Qualificirte Bewerber wollen sich schleunigst Behufs Prvbehaltung persönlich melden. Reisekosten werden nicht erstattet. Raszkow (Posen), im Januar 1867. Der Corporations-Vorstand.

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