Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1867)
- Date
- 1867-01-29
- Page
- Seite 94 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3224737-3226581-3226587--24636-3260101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- hazzan 1× ep/1004827
OCR text
'94 zu machen, daß es sehr zweckmäßig sei, wenn regelmäßig jährlich eine gewisse Summe für unser Waisenhaus auf den Gemeinde-Etat gebracht würde, damit wir auf diese Weise in den Stand gesetzt werden, in außergewöhnlichen Fällen hülsreiche Hand leisten zu können. Paderborn, den 16. December 1866. Das Curatorium des israel. Waisenhauses für Westfalen u. Rheinland. (Diese Angelegenheit spricht in ihrer Dringlichkeit zu sehr für sich, als daß wir noch Worte der Empfehlung hinzuzufügen brauchten. Für Witwen und Waisen zu sorgen, hat das Jndenthnm vom Beginn an für eine der heiligsten Pflichten erklärt und seinen Bekennern an's Herz gelegt! Redaktion.) Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 18. Januar. Unter den fünf Kandidaten, welche die hiesige deutsche Partei für den neu zu wählenden Landtag aufgestellt, befinden sich nicht weniger als vier Juden: der gewesene Stadtrath Fürst, Fabrikant Eduard v. Portheim, Dr. Wiener und Dr. Tedesco. Letztere beide Herren waren bisher stets Abgeordnete der Präger Josephstadt. Italien. Vom Po, 5. Jan. (Privatmitth.) Der Rabbiner Lolli aus Görz, ein ehemaliger Zögling der Rabbinerschule zu Padua, ein tüchtiger und fleißiger Mann, der bis jetzt provisorisch fungirte, wurde als Nachfolger des sel. Luzzatto definitiv angestellt. Der Oberrabbiner von Padua, H. Mterbi, dessen Sermoni Sie vor Jahren günstig beurtheilten, hat nun sein Amt niedergelegt: er ist seit anderthalb Jahren geisteskrank! Schade, da er einer der besten Rabbiner war, die von der Rabbinerschule ausgegangen sind: guter Prediger und guter Lehrer. Der Verlust ist sehr fühlbar in einem Lande, wo die fähigen Rabbiner keine geläufige Waare sind. Sollte das Seminar aufhören, das fast die einzigen wissenschaftlich gebildeten Rabbiner gegeben, es wäre für das italiänische Rabbinat ein harter Schlag. Nordamerika. Neu-Iork, im December. (Privatmitth.) Vor einigen Wochen fand hier unter großer Feierlichkeit die Grundsteinlegung des neuen Tempels der Jmanu-El- Gemeinde statt. Sowohl der Rabbinerder Gemeinde, Di S. Adler, als auch der Rabbiner der Adath-Jeschurun- Tempelgemeinde, Di. Einhorn, und der Prediger Gutheim aus Neu-Orleans hielten bei dieser Gelegenheit Reden, der letztere in englischer und die beiden ersten in deutscher Sprache. Dieser Tempel, dessen Bau erst in 2 Jahren vollendet werden kann, verspricht eines der großartigsten jüdischen Gotteshäuser zu werden. Die Baukosten sind auf 600,000 Dollars veranschlagt. Die erst vor 3 Jahren gegründete Adath-Jeschurun-Gemeinde hat seit der Einweihung ihres neu erbauten Tempels und dem Amtsantritt des Dr. Einhorn einen ungeheuren Aufschwung genommen, so daß die Gemeinde aus eignem Antriebe den Gehalt des Rabbiners auf 5000 und den des Cantors auf 3000 Dollars erhöht hat. Es ist dies die größte Gage, die bisher jüdischen Beamten hier zu Lande zu Theil geworden. So bedeutend indessen diese Gage nach europäischem Maaßstabe erscheinen mag, ist sie nach den hiesigen gegenwärrigen Verhältnissen durchaus keine übermäßige zu nennen, da ein Beamter, der standesgemäß leben will, hier selbst bei einem solchen Gehalte keine Reichthümer zu sammeln vermag. Während bis vor 2 Jahren nur eine jüdische Kanzel hier in Neu-Iork war, von der deutsch gepredigt wurde, geschieht dies gegenwärtig all sabbathlich von 7 Kanzeln. Bon zweien kann dies indessen nur uneigentlich gesagt werden, da das, was von ihnen herab geboten wird, weniger Zeitgemäß ist und mehr den Charakter der früheren Deraschoth an sich trägt. Auch die Zahl der Gemeindeschulen zum Religionsunterricht der Jugend ist in diesem Zeiträume von 1 auf 6 gestiegen. Die englische Kanzel ist gegenwärtig nur vom Chasan Jsacs, dem Redakteur des Jewish Messenger, vertreten, welcher zuweilen in seiner Gemeinde Schaare Tefillah predigt. Die Kanzel des Di. Raphall ist seit einem Jahre außer Wirksamkeit, da dieser einst so thätige Kanzelredner wegen Altersschwäche in den Ruhestand versetzt worden, und es, bei dem Mangel an guten englischen Predigern, oer Gemeinde noch nicht gelungen ist, einen Nachfolger für ihn zu finden. Die von Ihrer Zeitung vor mehreren Wochen ge-