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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-01-15 · Heft 3 (15.1.1867) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 3 (15.1.1867)
Date
1867-01-15
Page
Seite 53 (sequence 13)
Language
German
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5B Don aufürsten thünter. Bukarest, im December. Ein Telegramm der öffentlichen Blätter giebt an, daß der Fürst den Juden in Bukarest als Entschädigung für den zerstörten Tempel 2000 Dukaten aus seiner Privatschatulle bewilligt habe. Diese Gabe des Fürsten ist hoch zu schätzen, kann aber die Verpflichtung der Regierung nicht beseitigen, da der zerstörte Bau 30,000 Ducaten gekostet hatte. —. iNach den Arch. Isr.) Während seiner Reise in Rumänien hielt sich Fürst Karl l. auch in Jbraila auf. Nachdem er in dieser Stadt am 15. November Abends angekommen war, empfing er am nächsten Nachmittage eine Deputation der israelitischen Gemeinde, die aus den Herren Samuel und Jacob Löbel und Albert Pincles bestand. Der erste dieser Herren hat u. A. in Erinnerung gebracht, daß die israelitische Gemeinde einen Tempel mit einem Chor und geordneten Gottesdienste besitze, welcher der erste dieser Art in Rumänien ist. „Was," sagte der Fürst, „Sie haben hier einen so gut organisirten Tempel!" Es ist wahrscheinlich, daß dieser Ausruf bei ihm dem Gedanken an die Tempelzerstörung in Bukarest entschlüpfte. Herr Jacob Löbel führte hierauf die Unterredung auf das Gesetz, welches den Juden nicht erlaubt, liegende Güter zu besitzen. „Ein solches Gesetz existirt nicht oder sollte nicht existiren", sagte der Fürst; „übrigens notire ich mir diesen Punkt." Dann sprach HerrPineles über den Jugendunterricht und zeigte, daß die Juden genöthigt seien, ihre Kinder im Auslande erziehen zu lassen. „Weshalb schicken Sie Ihre Kinder nicht in die rumänischen Schulen?" fragte der Prinz. „Dies ist nur möglich", erwiderte Herr Pineleö, „für unsere vorgeschrittene Jugend, aber nicht für unsere Kinder in zarterem Alter, weil die ösfentlichen Elementarschulen keinen Laiencharakter an sich tragen." „Diese Bemerkung," sagte der Prinz „ist nur zu gegründet; sie hängt unglücklicher Weise mit der finanziellen Lage des Landes zusammen, welche es noch nicht erlaubt, die jüdischen Schulen zu unterstützen." „Auch fordern wir nichts in dieser Beziehung," entgegncte Herr Pineles. „Wir erbitten nur den Schutz der Regierung, damit die Orthodoxie nicht überwiege. In diesem Falle werden wir eine Schule aus unseren eigenen Mitteln erhalten können." „Auch das ist ein Punkt," sagte der Fürst, „den ich mir bemerke." Hierauf war die Audienz zu Ende. Am Abende wurde der Redner der Deputation zur Tafel des Fürsten eingeladen. Großbritannien. London, im December. (Jew. Chr.) Herr Aid er man Philipps, früherer Lordniahor, hat vom Premierminister Lord Derby ein Schreiben erhalten, in welchem ihm dieser anzeigt, daß die Königin ihn, den Alderman, in den Ritterstand erhoben habe. Ich kann Ihnen die Versicherung hinzufügen, heißt cs in dem Schreiben, daß Sie diese Ehre weniger dem Zufall, daß Sie den König der Belgier in dem Mansion-Hause zu bewirthen Gelegenheit hatten, zu verdanken haben, sondern der bewunderungswürdigen Weise, in welcher Sie die Pflichten Ihres hohen Amtes versahen, besonders aber Ihren werthvollen Leistungen während der Cholera in London und der Hungersnoth in Indien. Holland. Amsterdam, im December. Herr Gode fr oy ist abermals von hiesiger Stadt in das Abgeordnetenhaus gewählt worden. Anzeigen. Zu besehende Rabbiner-Stelle. . Die orthodoxe Gemeinde „ Rodeph Schalom" in Clinton Street, Rew-Iork, wünscht einen Rabbiner und tüchtigen deutschen Prediger, welcher gute theologische Kenntnisse besitzt und mit guten Zeugnissen versehen ist, auf 3 Jahre mit 2500 Dollars Gehalt per Jahr anzustellen. Reflectantcn wollen sich längstens bis zum t 4. April 1807 an den Präsidenten der Gemeinde, Mr. SalomvN Heymann, No. 81, 7tcn Street, schriftlich wenden. NB. Die Gemeinde vergütet keine Reisekosten. Im Aufträge des Vorstandes _Philip Michaels««, Seeretary. Die außer freier Wohnung und Feuerung mit 250 Thalern dotirte Lehrer- und Cantor-Stelle hiesiger Gemeinde wird am I. April d. I. vacant. Qualifizirte Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Atteste franco baldigst wenden an den Vorstand der Shnagogen-Geineinde zu Preuß. Oldendorf.

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