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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-01-15 · Heft 3 (15.1.1867) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 3 (15.1.1867)
Date
1867-01-15
Page
Seite 52 (sequence 12)
Language
German
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52 auch von ihr eingereichten Bitte um Enthebung des Dr. Z. nur durch den Handelsmann H. beredet worden zu sein, welcher die Vormundschaft selbst führen wollte, so beschloß das Oberlandesgericht, den bezirksgerichtlichen Bericht zur Kenntniß zu nehmen und über die Anzeige des Handelsmannes H. keine weitere Verfügung zu treffen. —. Wie wir seiner Zeit berichteten, hatte der niederösterreichische Landtag am 15. Februar 1866 beschlossen, die Aufnahme «katholischer und jüdischer Kinder in die Findelanstalt zu beanspruchen. Diesem Anträge ist bis jetzt höheren Ortes keine Folge gegeben worden. Es wurde daher in der Sitzung vom 21. Dezember beantragt, unmittelbar bei seiner K. K. Majestät einzuschreiten, welches Ansuchen durch eine unmittelbar an Allerhöchstdieselbe zu richtende Eingabe des Landtages, so der Ausschuß vorzulegen sich vorbehält, geschehen solle. Bischof Feßler ergreift das Wort, um zu constatiren, daß in keinem Gesetze bis jetzt der Grundsatz der Gleichberechcigung ausgesprochen worden sei. Da er (Redner) nur negire, so müsse er den Beweis, daß jener Grundsatz der Gleichberechtigung ausgesprochen sei, dem Berichterstatter anhcimgeben. Berichterstatter Dr. Mühlfeld: Am 1. Mai 1861 hat die kaiserliche Thronrede die Gleichberechtigung der Confessionen in Oesterreich ausgesprochen, ebenso hat das Patent vom 8. April 1859 in Bezug auf Akatholiken der Gleichberechtigung derselben in bürgerlicher und politischer Richtung Ausdruck gegeben. Dies sind die beiden Grundpfeiler, auf die ich hinzuweisen habe. Der Antrag wurde hierauf angenommen. —. Der Dichter S. H. Mosenthal wurde zum kaiserlichen Rathe ernannt. — Die Oper von Professor Julius Sulz er „Johanna von Neapel," die bereits in Prag mit Beifall ausgenommen worden, wird nun auch im Wiener Hofopertheater zur Aufführung kommen. Pest, 27. Dezember. Es wird wohl wenige Städte geben, in welchen öffentliche Theatervorstellungen zu Gunsten jüdischer Anstalten gegeben werden. Hier ist das der Fall. Die am verflossenen Samstag im Stadttheater zu Gunsten des israelitischen Spitals veranstaltete Vorstellung hat ein Reinerträgniß von 1166 fl. ergeben. — Wie alljährlich finden auch diesen Winter populär-wissenschaftliche Vorlesungen in den Räumlichkeiten des „Israelit» magyar egylel“ statt. Samstag, den 29. Dezember Abends, genau um halb 6 Uhr, wird nach geschehener Eröffnung durch den Vcreins-Vizepräses M. Mez ei, Herr Religionslehrer Heinrich Deutsch einen Vortrag über den Chassidismus halten. — Bei der am 22. Dezember abgehaltenen Generalversammlung des „Pester allgemeinen israelitischen Kranken- und Leichenvereins" zeigte sich das Vereins- Vermögen im Betrage von 24,328 fl. 61 kr. ö. W. und hat sich trotz der namhaften Auslagen, welche die Vorkehrungen gegen die grassirende Epidemie in Anspruch nahmen, um 418 fl. 37 kr. erhöht, auch wurde der schon im Jahre 1864 gestellte und zum Beschlüsse erhobene Antrag zur Errichtung eines Waisen-Jnstitutcs für verwaiste Kinder, deren Eltern Mitglieder dieses Vereines waren, dringend erneut, da die seither gemachteil traurigen Elffahrungen die möglichst beschleunigte Errichtung einer solchen humanen, und zeitgemäßen Anstalt erheischen. Es lvurde beschlossen, zu diesem Zwecke die geeigneten Maßnahmen einzuleiten; auch wurde hierzu noch in der Versammlung der Betrag von 1695 fl. gezeichnet und eine bedeutende Summe gleich bar erlegt; ferner haben 2 unbekannt bleiben wollende Herren, der Eine 56 fl. iit den Fond, der Andere 2 Klafter hartes Brennholz für unbemittelte Familien gespendet. Frankreich. Paris, im Dezember. Die Kaiserin hat dieser Tage den Großrabbiner Isidor empfangen und sich mit ihm über die Lage der „gefallenen Mädchen" unterhalten, welche gegenwärtig nicht mehr in St. Lazare, sondern in Zufluchtshäusern untergebracht sind-, die ein Comitv von Israeliten auf Anregung der Kaiserin hat anlegen lassen. — Ein kaiserliches Dekret bestätigt die Wahl des Herrn Isidor zuur Groß-Rabbinen des Centralkonsistoriums. Die Jnstallationszere« monie wird Ende Januar stattfinden. — Die Französische Akademie hat einen Preis von 2566 Francs den Dichtungen unseres Glaubensgenossen Herrn Eugen Manuel „Pages intimes“ verliehen. Die Akademie theilte in diesem Jahre nur zivei solche Preise aus.

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