Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1867)
- Date
- 1867-01-08
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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n Jubilar im festlich geschmückten Gemeinde-Zimmer überreicht. Die Ansprache, welche hierbei von Herrn S. Allmayer, dem ältesten Mitgliede des Fest-Comitss, gehalten wurde, war sehr gemüthvoll und tief durchdacht, und athmete eine Fülle talmudischer und biblischer Gelehrsamkeit. Die Erwiderungs-Rede des Jubilars entsprach der Anrede würdig in Geist und Form. Der Shnagogen-Chor trug verschiedene dem Fest entsprechende Gesänge, namentlich ein von dem Lehrer zu Schweich, Herrn M. Levy, verfaßtes und vom hiesigen Cantor, Herrn Schmahl, componirtcs Festgedicht, das die Verdienste des Jubilars ausführlich schildert, in allgemein ansprechender, künstlerischer Weise vor. Schon vor Beginn der Feier hatte der Regierungs- Präsident, Herr Gärtner, dem Jubilar persönlich seine lind des Regierungs-Collegiums Glückwünsche überbracht, und wohnte darauf der Feierlichkeit bei. Zahlreiche Geschenke waren von Landgemeinden und Privat- Personen eingetroffen, auch ließ die Gemeinde von Saarlouis durch einen besonderen Dcputirten einen schönen Pokal überreichen. Aus allen Theilen Deutschlands, Frankreichs (u. A. vom Consistorium zu Paris), Hollands und Ungarns waren glückwünschende Zuschriften und Telegramme eingelaufen. Samstags Bormittags nach Beendigung des rv^r.ia- Gebetes, bestieg der langjährige Freund des Jubilars, Herr Lehrer Levy von Ottweiler, die Kanzel, um in einer schönen Festpredigt ein Bild der 25 jährigen Wirksamkeit des Jubilars zu geben. Er schilderte aus eigener, 41jähriger Erfahrung den beklagenswertsten Zustand der jüdischen Schulen und Synagogen unseres Regierungs-Bezirks, den in Folge dessen gesunkenen moralischen Zustand der Israeliten, und wies darauf nach, wie durch die unermüdliche, keine Anstrengungen noch Hindernisse scheuende Thätigkeit des Herrn Ober- Rabbiners unsere heutigen, erfreulichen Zustände herbeigeführt wurden, da jetzt auch die kleinste Dorfgemeinde einen guten Elementar-Lehrer und ein passendes Haus für einen geordneten Gottesdienst besitzt. Diese Auseinandersetzung, welcher sich die gebührende Anerkennung des sonstigen segensreichen Wirkens des Jubilars, namentlich seiner Thätigkeit für die allgemeinen Interessen des Judenthums anschloß, fand nicht nur bei den Gemeinde-Mitgliedern, sondern auch bei den anwesenden Spitzen der Behörden, den Herren Regierungspräsident, Landrath und Bürgermeister von Trier lebhaften Anklang. Der tief ergriffene Jubilar, der darauf unter dem feierlichen Gesänge des Synagogen-Chors die Kanzel bestieg, lehnte seine innig zum Herzen sprechende Rede an die Worte des Psalmisten, Ps. 84, 12 an. Möge das Fest das Band, welches den hochwürdigen Jubilar an seine Gemeinde fesselt, noch inniger knüpfen! Bayreuth, im Dezemb. (Privatmitth.) Zu den vielen hervorragenden Verdiensten, die Sie sich um das Judenthum erworben, fügten Sie ein neues durch die Aufforderung zu Petitionen der israelitischen Gemeinden Preußens und des norddeutschen Bundes um thatsächliche Verwirklichung der Rechtsgleichheit der Juden mit ihren Mitbürgern. Da unseren Kammern der Entwurf eines Gewerbegesetzes vorgelegt wird, machte ich dem hiesigen Cultusvorstande den Vorschlag, eine Petition um Aufhebung der Ausnahmegesetze einzureichen. Es wäre von großem Gewichte, wenn sämmtliche Cultusgemeinden Bayerns ebenfalls in diesem Sinne Petitionen einreichten, wie auch der hiesige Cultusvorstand meinen Antrag angenommen und die auf seinen Wunsch verfaßte Petition an den König sich angeeignet hat. Ich wähle Ihr vielverbreitetes, alles Gute fördernde Blatt, um durch dasselbe die Gemeinden des diesrheinischen Bayerns anzugehen, sich die beifolgende Petition anzueignen, oder eigne in gleichem Sinne einzureichen. Auch die Gemeinden der Pfalz sollten für die Ausführung des 8 5 Tit. IV der Verfassung ldie Anstellungsfähigkeit eines jeden Bayern» und für Aufhebung des Judeneides in geeigneten Vorstellungen an die Krone sich eisrigst verwenden. Ich ersuche Sie daher ergebenst, diese Eingabe im Interesse der bayrischen Israeliten in Ihrem Blatte veröffentlichen und so zur Kenntniß der Gemeinden bringen zu wollen; so werden Sie auch hier zum Segen und Gedeihen der guten Sache Mitwirken. Di'. Fürst, Rabb. Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr! In Vertrauen auf die so vielfach und wieder neuerdings bekundeten landesväterlichen wohlwollenden und liebevollen Gesinnungen Ew. Mai. erlauben sich die allerunterthänigst treugehorsamst Unterzeichneten Vertreter dieser Cultusgemeinde dahier, sich an E. Kgl. Majestät zu wenden, um die Aufhebung der letzten Reste der auf Ew. Maj. israelitischen Unterthanen lastenden 2