Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1867)
- Date
- 1867-01-08
- Page
- Seite 28 (sequence 8)
- Language
- German
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28 gegenwärtig auf die Wirksamkeit der Abgeordneten jüdischen Glaubens, sobald sie in irgend einem Momente besonders hervortritt, gelenkt haben, so hat jüngst der Erfolg des Abg. Lasker eine Bedeutung, daß er an dieser Stelle bemerkt zu werden verdient. Die Frage der Verfassungsveränderung betreffs der Abgeordnetcnwahlen aus den annectirten Ländern war weder durch die Regierungsvorlage, noch durch den Commissionsvorschlag günstig beantwortet, und es war ein Antrag des Abgeordneten Lasker, der den Knoten löste, und sowohl die Zustimmung der Regierung, als auch eine große Majorität des Hauses erlangte. Glogau, 20. Dezemb. Dem Eisenbahn-Director Lehmann in Berlin, dem bekannten Herausgeber des „Magazin für die Literatur des Auslands" wurde gestern hier, durch eine städtische Deputation, das Ehrenbürger-Diplom überreicht. Pleschen, 18. Dezember. Der Kammerherr Gras Alphons Taczanowski läßt auf seine Kosten für die Stadt Pleschen und deren Kreis ein großes Lazareth bauen zur unentgeltlichen Aufnahme leidender Einwohner ohne Unterschied des Glaubens und der Nationalität. Im nächsten Jahre soll es bereits vollendet sein. Trier, den 24. Dezember. (Privatmitth.» Da die „Allgem. Z. d. I." bisher noch keine authentische Mittheilung über die Aufforderung an die Israeliten, das Friedensfest in den Synagogen zu feiern, gebracht hat: so theile ich Ihnen, geehrtester Herr College, hierbei die betreffende Verfügung an das hiesige israelitische Consistorium, in Abschrift mit. Ich erließ sogleich ein Rundschreiben an die Gemeinden unseres Bezirkes, in welchem ich sie aufforderte, am 11. das Friedensfest in den Synagogen zu feiern durch Rezitiren der Ps. 18, 21, 72, 110, 118, 150, einen Vortrag, wo solcher gehalten werden kann, und das übliche Gebet in hebräischer und deutscher Sprache. Obgleich ich dieses Circular erst am Freitag Nachmittag den 9. Novemb. abschicken konnte, so wurde, wie mir berichtet ward, doch das Fest in allen Gemeinden in der schönsten Weise gefeiert und wurden nicht unbedeutende Beiträge für die National-Jnvaliden-Stiftung gesammelt. Kahn. Euer Excellenz ersuche ich ergebenst mit Bezugnahme auf mein Schreiben vom 29. d. M. den Inhalt der Allerhöchsten Ordre vom 28. d. M., den FriedenSgottesdienst am 11. kommenden Monats betreffend, auch den jüdischen Gemeinden mitzutheilen und dieselben zur Feier des Friedensfestes gleichfalls zu veranlassen. Berlin, den 31. Oktober 1866. (gez.) von Wühler. An den Königlichen Wirklichen Geheimen-Rath und Oberpräsidenten der Rhein-Provinz, Herrn von Pommer-Esche Excellenz zu Nr. 1967. B. S. VI. Coblenz. Dem israelitischen Consistorium lassen wir die anliegende hohe Verfügung Sr. Excellenz, des Herrn Ministers der geistlichen rc. Angelegenheiten, sowie Abschrift des Allerhöchsten Erlasses vom 28. vorigen Monats zur Nachachtung zugehen. Trier, den 6. November 1866. Königliche Regierung; Abtheilung des Innern. (gez.) Linz. An Das israeliitische Consistorium 1. 5395. S. V. hier. Trier, den 16. Dember. (Privatmitth.) Gestern und vorgestern fand hier die Feier des 25jährigen Amtsjubiläums des hiesigen Conststorial-OberrabbinerS Herrn Joseph Kahn Statt. Bekanntlich ist unser Regierungs-Bezirk der einzige im preußischen Staate, dessen jüdische Gemeinden mit einer bis jetzt von Erfolg gekrönten, unglaublichen Zähigkeit der Einführung des durch die Verfassung aufgehobenen Gesetzes von 47 widerstanden und an der Consistorial-Verfassung sestgehalten haben. Die oben bezeichnete Feier lieferte den Beweis, daß unsere Gemeinden eben so treu wie an dem Gesetze auch an der dasselbe repräsentirenden Person des hiesigen, allbeliebten Ober-Rabbiners hangen, ja daß selbst die Regierungs-Behörden der unermüdlichen, segensreichen Thätigkcit jenes Mannes ihre Anerkennnng nicht versagen. Die Organisation des Festes selbst hatte ein aus den angesehensten Mitgliedern der hies. Gemeinden gebildetes Festkomits übernomnien. Ein passendes Ehren- Geschenk, zu dessen Beschaffung mehrere auswärtige Gemeinden mit der hiesigen sich vereinigt, wurde Freitags Abends unter zahlreicher Theilnahme dem