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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-01-01 · Heft 1 (1.1.1867) · p. Seite 12

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 1 (1.1.1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Birnbaum, im Dezemb. (Privatmitth.) An die von dem Redakteur d. Z. unterm 11. v. M. im Aufträge von mehr als 300 Gemeinden eingereichte Petition wegen Aufhehung des verfassungswidrigen Gesetzes vom 23. Juli 1847 haben sich 25 Mitglieder des „Vereins zur Unterstützung jüdischer Cultusbeamten in Preußen" in einer besonderen, unterm 6. d. M. dem Hause der Abgeordneten eingereichten Petition angeschlossen und gleichzeitig, mit Rücksicht auf die durch die Verfassung ausgesprochene Gleichberechtigung aller Culte, auf legislative Regelung der Verhältnisse der israelitischen Cultusbeamten angetragen, wie solches in minder constitutionellen Staaten längst geschehen ist, in denen für den jüdischen Cultus, im Budget für die Cultusminister, gewisse Summen festgesetzt sind. Auf den Antrag des Vorstandes um Genehmigung der unterm 7. Mai c. festgesetzten Statuten des gedachten Vereins, ist von der Königlichen Regierung zu Posen folgender Bescheid erfolgt: Auf den Antrag vom 4. d. M. eröffnen wir Ihnen, daß das uns mittelst desselben überreichte Statut des Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger Cultusbeamten und Lehrer, dessen wohlthätige Absicht wir gern anerkennen, einer besonderen Genehmigung unsererseits nicht bedarf. Posen den 7. December 1866. Königliche Negierung Abtheilung des Innern, gcz. v. Seltzer. An den Religionslchrer Herrn Simon Levh Wohlgcboren in Birnbaum. Nr. 2624/12 I. Aus der Pfalz, 19. Dezember. (Privatmitth.) Unser hoher Landtag wird sicherem Vernehmen nach den 5. Januar in München wieder tagen. Es gilt daher, jetzt zu zeigen, daß noch Männer von Thatkraft unter uns weilen. Die hohe Staatsregierung, so wie die Kammer der Abgeordneten sind uns geneigt. Also ist es Zeit, recht bald eine Petition an das hohe Haus der Abgeordneten zu richten, worin wir die volle bürgerliche Gleichstellung verlangen. — Es ist mit innigem Danke anzuerkennen, was unsere hohe Staatsregierung schon gethan hat. Allein, so lange nicht durch ein Gesetz ausgesprochen ist, was unser Recht ist, sind wir nicht völlig emancipirt. Es steht z. B. heute noch den politischen Gemeinden in der Pfalz frei, zum Gehalt des Lehrers etwas beitragen zu wollen, und betrachten sie es, namentlich noch auf dem Lande, vielfach als eine Gnade, wenn sie uns 150 oder 200 fl. zum Gehalt des Lehrers gewähren. Welche große Lasten wir dadurch zu tragen haben, läßt sich leicht ermessen. - In Frankreich, England, Belgien und Italien ist man über diese Frage schon längstens einig und in Bayern wird es uns jetzt ganz gewiß gewährt, wenn wir darum ansuchen. Regierung und Volk sind uns wohlgesinnt. Wir haben fürwahr im Volke das nicht zu fürchten, was sich im vorigen Jahre in der Schweiz ereignete. Die Vorurtheile verschwinden nach und nach ganz. Also, ihr Männer, die ihr ein Herz habt für eure Glaubensgenossen, verfasset unverzüglich eine Petition, lasset sie alsbald zur Unterschrift circuliren, denn die Zeit ist kurz. Ihr werdet gewiß den Dank eurer Nachkommen ernten, awb vn?:" vrr -n:s:n □:* Q'pcnyr: 8vi •snro;: msTia d’M Es kann auf ähnliche Weise geschehen, wie es der hochwürdige Herr Redakteur dieser Zeitung gethan hat, alle Gemeinden Bayerns können durch Vollmacht ihre Zustimmung zu der Petition ertheilen. An Männern, welche die Petition verfassen wollen, fehlt es uns nicht. Wir haben davon in der Pfalz, wie auch im jenseitigen Bayern. Darum also nicht gesäumt; in diesen geschätzten Blättern wolle sich der weitere Meinungsaustausch kund geben, und es wird, so hoffen wir, recht bald zu einem glücklichen Resultat führen. Ehrlich, Lehrer. Frankreich. Paris, 20. Dezember. Vor Kurzem wurde hier der Lehrstuhl der Therapie und Materia medica erledigt; die Facultät hatte drei Candidaten in Vorschlag zu bringen, nnd stellte den Oe. Söe an die Spitze. Oe. See ist Israelit. Als ein Zeichen, daß selbst in Frankreich nach so langer Zeit und so vielen Beispielen unter Umstanden das alte Borurtheil immer noch hervorgeholt wird, machte es sich bemerklich, daß alsbald einige Blätter betonten, See sei Israelit. Der legitimistischen und klerikalen Gazelle de France mußte man dies schon Nachsehen; es liegt in ihrem System.

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