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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-01-01 · Heft 1 (1.1.1867) · p. Seite 8

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 1 (1.1.1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 für die bildende Kunst fruchtbarer sein müssen? Es ist dies thalsächlich nicht der Fall; doch glauben wir, wenn ihre guten staatlichen Einrichtungen aus der Zeit ihrer Könige fortbestanden hätten und es ihnen gelungen wäre, ihre selbständige Stellung unter den Völkern des Orients zu behaupten und ihre Macht zu erweitern, wie es den stamm- und sinnverwandten Arabern, die das Bilderverbot nicht minder streng handhabten, gelungen ist, so würden ihre Leistungen vielleicht ebenso bedeutend sein, als deren, und die Juden hätten nicht nöthig, den arabisch-maurischen Styl für ihre heutigen Tempelbanten zu adoptiren. Es bleibt uns zur Vervollständigung noch übrig, die Sinn- und Stammverwandtschaft der Araber, deren Baustyl hier in Betracht kommt, mit den angeführten geschichtlichen Beziehungen zu vergleichen , um die Anwendung ihres Baustyls für israelitische Gotteshäuser erklären und rechtfertigen zu können. Die Araber leiten ihre Abstammung von Abraham, dem Erzvater der Hebräer ab. Wie ihre Sprache auch zu der semitischen Gruppe gehört und ihre Lebensansichten denjenigen der Israeliten entsprechen, so war auch ihre Hauptbeschäftigung Ackerbau und Viehzucht. Die Lage des Landes, mit der unermeßlichen Wüste, welche weder abwechselnde landschaftliche Bilder mit üppiger Vegetation, noch mannigfache Gebirgsformen aufzuweisen hat, zeigt uns nirgends bestimmte Linien. Ueberhaupt mangeln alle Anhaltspunkte, die einen ruhigen festen Blick gewähren, und die Phantasie schweift in das Unendliche, was für die Erfassung bestimmter Gestalten störend wirkt. Hierin liegt auch die Verwandtschaft des Charakters des jüdischen Volks mit dem der Araber; daher auch der abstracto Monotheismus der beiden Völker, der schon früher gemeinsam war, und der sie beide zu dem bilderlosen Cultus führte. — Der uralte schwarze Stein in Mekka, den die Sage mit Adam in Beziehung brachte und den die Araber lange vor Muhammed in der Kaaba verehrten, war ein Ausdruck des auf Bilder verzichtenden Gottesdienstes. Die Araber hatten von Hause aus keine nationale Kunst und leisteten ebenso wie die Juden in der Plastik so viel wie nichts; ihre Phantasie liebt das Willkührliche, Schrankenlose, das Mährchenhafte, was sich auch in ihrer Architektur abspiegelt, es fehlen ihr alle bestimmten Formen. Ebenso wie in der jüdischen Architektur, die wir oben kennen lernten, finden wir auch hier den Jnnenbau hauptsächlich betont; die Wände ihrer Moscheen von einem bunten Spiel von Linien und mit einer unerschöpflichen Fülle von reizenden Bildern bedeckt; so daß man hier immer an die prächtigen Teppiche des Orients und dann wieder an die leichten Zelte des Nomadenlebens erinnert wird. Dieser arabische Styl erhielt seine edelste Ausbildung in Spanien, so lange es im Besitz der Mauren blieb, wo bei dem Bau der Alhambra dieser maurisch-arabische Styl seinen Höhepunkt erreichte und uns als Muster für diese Kunstrichtung mit bezaubernder Pracht für alle Zeiten entgegenstrahlt. Wie man ein Volk nach seinen zurückgelassenen Baudenkmälern beurtheilt, danach auf seine Lebensfähigkeiten und Anschauungen schließen kann, eben so, glauben wir, kann man auch umgekehrt aus letzteren auf die denselben entsprechende Bauweise schließen. Hätten die Juden nicht in so ungünstigen politischen Verhältnissen gelebt und wäre es ihnen gelungen, sich einen einheitlichen Staat zu schaffen, so hätten sie wahrscheinlich einen Baustyl hervorgebracht, der ähnlich dem maurisch-arabischen gewesen wäre". — Literarischer Wochenbericht. Bonn, 21. Dezemb. (Notizen.) In jüngster Zeit sind angekommen: an Predigten, die durch die jüngsten politischen Vorgänge veranlaßt wurden: Friedensfeier am 11. Nov. gehalten zu Cassel von Dr. L. Adler. Cassel 1866. — Die Gefühle, die der eingetretene Regierungswechsel in uns erweckt. Predigt, gehalten zu Wiesbaden am 13. Okt. 1866, von S. Süßkind, Rabbiner. Wiesbaden 1866. — Die drei Grundsäulen der Welt, Friedenspredigt, gehalten zu Memel am 11. Nov. von Dr. Rolf, Prediger. Memel 1866. — Friede den Nahen und Fernen, Predigt gehalten zur Friedensfeier in Lissa von Dr. Samuel Bäck, Rabbiner. Lissa 1866. — Ehrentod der Braven. Rede, gehalten zur Seelengedächtnißfeier für die im jüngsten Kriege gefallenen Soldaten israelitischer Religion am 11. Nov. 1866 zu Horic von Dr. Adolf Ehrentheil, Rabbiner. Prag 1866. — Der Feldzug. Eine Reihe von acht Kanzelvorträgen an den Tischri-Feiertagen des Jahres 5627, gehalten in der Meisel-Synagoge zu Prag von Dr. A. Stein, Rabbiner. Prag 1866. — Zwei Predigten, gehalten in der Synagoge zu Flehingen von L. Schleßinger, oaml. pliil. Karlsruhe 1866. —

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