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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-12-27 · Heft 53 (27.12.1864) · p. Seite 826

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 53 (27.12.1864)
Date
1864-12-27
Page
Seite 826 (sequence 8)
Language
German
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826 Relief, daß, während in einer katholischen Kirche gegen die „Ungläubigen" gepredigt wurde, Hunderte von armen Katholiken vor der Wohnung des Verstorbenen die Almosen in Empfang nahmen, welche er, der Jude, den Christen hinterlassen hatte. (Es ist für unsere Zeit bezeichnend, daß derjenige Geistliche „energisch" genannt wird, welcher die Unduldsamkeit, die confessionelle Spaltung, den Hader der Bürger eines Staates und einer Stadt mit aller Macht zu fördern und auf die Spitze zu treiben sucht, während doch im Gegentheil der Religionslehrer als „energisch" gerühmt werden sollte, welcher die Kraft seines Amtes und seines Geistes auf die Liebe und den Frieden, auf die Würdigung alles Guten und Gottgefälligen innerhalb seines Wirkungskreises verwendet. Aber was auch geschehe, die gegenwärtige Menschheit lernt doch immer mehr das Echte und Rechte erkennen und ehren, und wenn die Zeloten auch im Stande sind, den Eifex eines gewissen Kreises nach ihrer Weise zu beleben und zu schärfen, so wird dieser Kreis doch immer kleiner und zieht sich in seiner Absonderung immer enger zusammen. Die Red. d. A. Z. d. I.) Wien, 13. Deeember. (Kleine Nachrichten.) Ein Wohlthäter, der unbekannt bleiben will, hat der hiesigen jüdischen Gemeinde für ihre Humanitären Anstalten 1500 fl. gespendet. Der Unterstützungs-Verein für israelit. Studenten hielt gestern seit seinem dreijährigen Bestände die erste General-Versammlung. Von 120 Mitgliedern waren nur 14 erschienen, die einen aus 7 Mitgliedern bestehenden Vorstand zu wählen hatten. Sie wählten 6 von den bisher fungirenden Vorstehern und statt des Herrn Moriz v. Königswarter den Herrn vr. Schiffmann. Die Anträge, die Schüler der Handels-Akademie und der Akademie der bildenden Künste mit unter diejenigen einzubeziehen, welche vom Vereine Unterstützung erhalten, wurde einstimmig abgelehnt. Wir haben bereits in d. Bl. über die bedeutenden Leistungen dieses Vereins auS dem letzten Jahresberichte referirt. Die geringe Betheiligung an der General- Versammlung darf nicht als ein Zeichen der Gleichgiltigkeit gegen den Verein angesehen werden, da das Interesse für ihn sich doch wohl am meisten in den ihm zu Gebote gestellten Mitteln bethätigt. Ist man mit der Verwaltung zufrieden, so erweckt eine Neuwahl des Vorstandes kein besonderes Interesse. Viel auffallender möchte es sein, daß jüngst zur Neuwahl der Gemeinde-Vertreter von 12,000 Wahlberechtigten sich nur ungefähr 200 eingefunden. Es mußte daher, da das Statut zwei Drittel der Wähler anwesend verlangt, ein neuer Wahltermin ausgeschrieben werden, in welchem dann statutenmäßig die absolute Stimmenmehrheit der Anwesenden die Wahl giltig macht. Es wiederholt sich dies bei jeder Neuwahl und die gedachte Bestimmung des Statuts gehört eben zu den veralteten, wie sie in kleinen, nicht aber in großen, durch ausgedehnte Stadtviertel zerstreuten Gemeinden noch am Platze sind. Wir wollen diese geringe Theilnahme nicht entschuldigen, jedenfalls aber bietet sie doch den negativen Beweis, daß Hader und Parteiftreit nur in geringem Maße vorhanden sind. Prag, 13. Deeember. (Privatmitth.) Man kann unserer Zeit nicht den Vorwurf machen, daß sie dem Verdienste seine Krone vorenthält, vielmehr ist sie allenthalben bestrebt, in Dankbarkeit überall da nach Gebühr Anerkennung zu zollen, wo ein wahres Verdienst berechtigt ist, Anspruch auf ein solches zu machen. Wir weisen mit diesen Worten auf den an hiesiger Universität als ordentlichen Professor der Rechte angestellten, allgemein hochgeachteten und rühmlichst bekannten Hrn. vr. Wessely hin. Derselbe feierte am 28. November sein 25jähriges Jubiläum, von dem Tage angerechnet, an welchem derselbe in die Reihe der öffentlichen Lehrer eintrat. Herr Professor vr. Wessely hat ein thatenreiches, der Wissenschaft gewidmetes Leben hinter sich und die vielfachen Beweise der Liebe und Verehrung, die dem Jubilar von nah und fern geworden, waren eine wohlverdiente Anerkennung seiner vielfachen Verdienste. Die hiesige Gemeinde, vertreten durch die Herren Ernst Wehli, Stadtrath vr. Wiener und Leopold Edler v. Portheim, überreichte demselben eine auf das schönste ausgestattete Adresse, welche von dem Präses der Cultus-Repräsentanz, dem genannten Hrn. E. Wehli, verlesen wurde, deren Inhalt nachstehend folgt: „Hochgeehrter Herr Professor! Wenn irgend etwas „geeignet ist, uns israelitischen Glaubensgenossen das „Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erhöhen und das „uns einigende Band fester und unauflöslicher zu knü- „pfen, so ist es wohl der Antheil und die Freude an „der erfolgreichen Arbeit und Ehre eines jeden Einzel- „nen von uns. Und so beglückwünschen wir uns und

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