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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-12-06 · Heft 50 (6.12.1864) · p. Seite 777

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 50 (6.12.1864)
Date
1864-12-06
Page
Seite 777 (sequence 5)
Language
German
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Handel und Schrift, .durch Karthago und Phönizien, durch die arabischen Eroberungen und durch jene andere, eigentümliche Eroberung, wodurch lich die jüdische Bibel zur Herrin so vieler Nationen gemacht." Nun, wir haben nichts dagegen, wenn Herr Micheler sich als Bramine die Finger in den Ballen wachsen oder an der großen Zehe sich aufhängen, oder-von dem Wagen des Aerttauth sich zermalmen und seine Witwe verbrennen lassen will, oder als Grieche sich unter die Bacchantinnen, Satyrn und Faunen mischen und seinen Jupiter als Stier oder Schwan anbeten und seine Zukunft aus den Eingeweide« der Opferthiere erfahren will. In dem Lichte dieser Weisheit wird es ihm wohl sein. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 20. November. Angekommen: Zwei Reden, gehalten am Vorabend und am Morgen des Neujahrsfestes 5625 im Tempel der Ziongemeinde zu Chicago von B. Felsenthal. Chicago, 1864. Zu Chicago hat sich eine Reformgemeinde unter dem Namen „Ziongemeinde" gebildet, die einen würdigen Tempel sich gebaut hat. Bei seiner Einweihung wurden die vorliegenden Reden gehalten. Wir haben es hier mit einem sehr beredten deutschen Redner zu thun, der Schwung und Energie, tiefe Empfindung und Klarheit der Gedanken vereinigt. Zn der ersten Rede führt er besonders den Gedanken aus, wie jetzt, im Gegensatz zu dem einen Tempel in Jerusalem, die Stätten der Anbetung des einzigen Gottes, die Verkündigung des Gotteswortes sich über alle Länder der Erde, von Ocean zu Oeean ausgedehnt haben und von welcher Bedeutung dieses Moment in der Geschichte und Entwickelung des Menschengeschlechts ist. In der zweiten Rede zieht er das Schwert der Beredsamkeit gegen den Unglauben und den Formglauben nach beiden Seiten hin und eifert insonders für die Heiligung des Sabbaths und der religiösen Feste.— Rede bei dem Trauergottesdienste des Königs Wilhelm I. von Würternberg. Gehalten zu Jebenhausen von Rabbiner Herz. Göppingen, 1864. Der verstorbene König verdiente von feinem Volke und insonders von den Israeliten betrauert zu werden, und es geschieht dies in der vorliegenden Rede in würdiger und gehaltvoller Weise. -- Trauerredegehalten am Sarge Jakob Kernes von Dr. SB. A. Meisei, Oberrabbiner. Pesih, 1864. Der Tod Jakob Kernes hat nicht blos in den nächsten Kreisen eine tiefe Theilnahme geweckt. Was der Mann war, gibt äußerlich die Aufzählung seiner Aemter und Thätigkeit, welche die Trauerrede folgendermaßen gibt: „Jakob Kern war Bürger der Stadt Pesth; Jakob Kern war k. k. priv. Großhändler; Jakob Kern war Director der ungarischen Commerzialbank; Jakob Kern war Gründer und Director der pesther „Lloydgesellschaft;" Jakob Kern war Rath der Handels- und Gewerbekammer; Jakob Kern war Deputirter des k. k. priv. Großhandlungsgremiums; Jakob Kern war Präses des Handwerker¬ und Ackerbauvereins der hiesigen israel. Cultusgemeinde; Jakob Kern war Censor der österreichischen Nationalbank; Jakob Kern war Ausschuß der Handelsakademie; Jakob Kern war Ausschuß des Blindeninstituts und des Kinderspitals; Jakob Kern war berufen in die Reichscommission zur Berathung der finanziellen Angelegenheiten Oesterreichs im Jahre 1850 nach Wien; Jakob Kern war eines der thätigsten, edelsten, ausgezeichnetsten Mitglieder unserer Gemeinde; Jakob Kern war eines der ersten Mitglieder unseres „heiligen Vereins" und fast aller Institute und Vereine der Wohlthätigkeit und des Heils; Jakob Kern, das ist das Letzte, und das setzt ihm die Krone auf, war ein Jude im vollsten, wahrsten, edelsten Sinne des Wortes, ein Mensch in der weitesten Bedeutung dieses Ausdruckes." Ein solcher Trauerfall war des Redners Werth und er hat sie in würdigster Weise gelöst. Mit Geschick knüpfte er an Moed Katan 25, 2. an, um in gleichem Maße den Schmerz und den Trost zum Ausdruck zu bringen, und hob besonders hervor, wie Kern ein glänzendes Beispiel der Vereinigung des Menschen, Patrioten und Israeliten aufstellte. — Unter dem Titel „Aharonsstab" gab Rabbiner vr. A. Ehrentheil in Horic „homiletische Betrachtungen über die Hafthoras" heraus, die wir seiner Zeit besprachen. Jetzt hat der Vers, dieselben durch einen Anhang „Chol hamoed, homiletische Betrachtungen über die Hafthoras für die jüdischen Festtage" vermehrt. Wir widmen denselben unseren vollen Beifall, wenn wir auch eine concinnere und correctere Sprache wünschten. Die Gabe wird vielen willkommen und zur Anregung sein. — w-rpn "zind ->L18, Concordanliae Bibliorum Hebraicae et Chaldaicae. Editore Bernharde» Baer. Stettini, 1861. Es liegt uns jetzt diese Coneordanz, die in 5 starken Quartheften erschienen, vollständig vor. Der Verlag derselben ist vor kurzem

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