Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 46 (8.11.1864)
- Date
- 1864-11-08
- Page
- Seite 720 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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720 len hierhergezogen ist, als befriedigend und mit Umsicht gearbeitet anerkannt werden. Möge sie nun auch mit Consequenz aus- und durchgeführt werden. Die äußere Ordnung und Anständigkeit ist durch die desfaUsigen Vorschriften gewahrt; hinsichtlich des Vorlesens aus der Thora, des Aufrufens, der Mi scheberach’s kann man mit den getroffenen Einrichtungen nur zufrieden sein; die Gebete werden theils vom Vorbeter und Gemeinde responsenweise theils vom ersteren mit Chor vorgetragen. Dem Rabbiner ist auch sein Theil von Gebeten übergeben worden, um sie langsam, nachdrücklich und weihevoll vorzutragen. Von den Piutim ist viel gestrichen worden; zu viel allerdings nicht, denn pi« und nbn, welche schon das westfälische Conststorium beseitigt hat, sind noch beibehalten, jetzt, mehr als ein halbes Jahrhundert später, -nm ba ist durch 'nnv ba ersetzt. Um so verwunderlicher ist es, daß das unveränderte n^amn 3N noch beinhalten ist. Solche Rachegebete sind in unserer Zeit durchaus zu verdammen. Eigenthümlich ist es, daß 3«3 'ü unter die „Halbfeste" gezählt ist. — Da diese Gebetordnung nicht ohne Kampf durchgegangen, und zwar nicht blos mit orthodoxen Persönlichkeiten — — so muß man der Ausdauer des Vorstandes dankbar sein.*; *) Wir können uns der Ansicht unseres Corresp. nur anschließen. Es scheint uns unverantwortlich, das Dip3 unter den ia« und das o^nmrt 3« in seiner bisherigen Gestalt noch heute beizubehalten, und glauben wir, daß dies in Köln nur übersehen worden. Im Jahre 186 l haben wir im „Jüd. Vvlksbl." Nr. 16 u. 27 uns hierüber ausgelassen und halten es daher nicht für überflüssig, Folgendes hier zu wiederholen. „Es ist Zeit, aus unseren Gebetbüchern die allerdings nur wenigen Phrasen und Gebetstücke zu entfernen, welche, aus der Zeit der fürchterlichsten Verfolgungen und zahlreichen Märtyrertode stammend, Bitte um Rache aussprechen. Wir brauchen es hier nicht auseinanderzusetzen, daß unsere Religion überhaupt jeden Act der Rache verwirft (3 Mos. 19, 18.) und die Bestrafung der Frevelthaten Gott anheimstellt (5 Mos. 32, 35.); noch weniger lehrt sie, daß an den schuldlosen Enkeln Lerer, welche unschuldiges Blut vergessen haben, diese Missethaten persönlich gerächt werden sollen (Jechesk. 18, 20.); am wenigsten aber kann zugegeben werden, daß in unserer Zeit, wo die gleiche und gerechte Behandlung aller Glaubensparteien sich immer mehr befestigt, Humanität und Toteranz von Tag zu Tag größere Siege feiern, in unseren Gotteshäusern die Bitte zu Gott ausgesprochen werden soll: Gott möge diese späte Strafe und Vergeltung früherer Geschlechter jetzt nachholen! In der That können wir Berlin, 28. October. Dem mehrerwähnten Bescheid hiesigen Consistoriums an den Magistrat wegen der Betheiligung eines Juden an der Wahl eines christlichen Predigers theilt die N. Pr. Z., wie folgt, mit: Dem Magistrat eröffnen wir auf den Bericht vom 1. d. M., daß wir Anstand nehmen müssen, die von dreist behaupten, daß kein Jude bei Recitirung dieser Phrasen sich wirklich etwas denkt oder den Wunsch hegt, den er mit seinen Lippen, der alten Gewohnheit gemäß, ausspricht. Dem Beispiele vieler Gemeinden zu folgen, welche derartige Gebctworte längst gestrichen haben, fordern wir daher alle Gemeinden auf. Am Neujahrs¬ und Versöhnungsfeste, wo wir die Gnade und Verzeihung Gottes erflehen, paßt es sich sicherlich nicht, in dem mit Recht so hoch gehaltenen Gebete isabn im« zu beten: Tis®n “pns» dt riapi is-myb Dips W« Wir haben nichts dagegen, finden es vielmehr ganz angemessen, daß das Andenken an die Märtyrer unseres Glaubens erhalten bleibe, nicht um Haß daraus zu ziehen, sondern Glaubenstreue, und im Bewußtsein zu erhalten, welche Opfer unseren Vätern der Bestand unserer Religion gekostet hat. Man möge daher das Gebet ä'amn 3« immerhin beibehalten, aber nur bis zu den Worten obi» ip'na n«ö ds — und von da ab, schon um die alte Melodie vollenden zu können, es durch andere Sätze und Schriftstellen ersetzen. Wir geben hier das ganze anannn 3«, wie es vorgetragen werden kann. Die Formel: iS'B'nsa nipm l'wwn TH3? tn naps haben wir durch die dem b« onsm «ba entlehnte Phrase ersetzt: oni« n'nv^i Diabisb rasa nnoa sowie die Stellen aus der Thora, den Nebiim und Chethubim durch andere von ungefähr gleicher Länge und ähnlichem Tonfall. Es lautet demnach: nps-' «in D'viLSN ■pnma « anama p» anonnn a« cnpn nibnp -waiaum D'wm aimortn < trama Diawm anamorr > atan nusnp b» dujbs maaia ri33 nrnsai ibp eptimu > nnss «b am«3i ai-mna n«B d3> miub iPTib« anar : ama ysm D3ip ■jisT rmasb 317133 snabisb VB3D -irö3 Drii« “pnDP Bbw ■»p'ns 1BD731 apy TB3> 71313 •'73 . D'7lb«7l «'« 711L13 riHN3 “N'nn« “>nm . 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