Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 46 (8.11.1864)
- Date
- 1864-11-08
- Page
- Seite 715 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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715 Literarischer Wochenbericht. Berlin, im October. (Berichtigung.) In Nr. 41 d. Blätter S. 641 soll ich von einem Recensenten die freundliche Mahnung „hinnehmen", künftig vorsichtiger im Erklären talmudischer Stellen zu sein, als es in der „Kritischen Lese." S. 8 der Fall ist, wo ich m mit “pn znsammenstelle. Dankbarkeit für Belehrungen ist eine meiner Tugenden und ich gebe ihr sogleich thätigen Ausdruck, indem ich den freundlichen Mahner meinerseits freundlich mahne, künftig doch ja den 16. Vers des 20. Capitels im Exodus zum Gegenstände seiner werthen Beherzigung zu machen, was er bei Gelegenheit seiner Beschäftigung mit meiner Schrift aus meine Kosten unterlassen hat, und sogar wahrend der allerheiligsten Tage der Buße! Es ist eine weite Kluft zwischen der Wahrheit und der Behauptung, daß meine Erklärung dem Träumenden nur das Wort m, nicht die körperliche Gans selbst lasse. Für den aufmerksamen, nicht Worte aus dem Zusammenhang reißenden Leser ist der Sinn meiner Darstellung kein anderer, als, daß das im Traume erscheinende Thier in sich kein Verhältniß zur Weisheit habe, aber die aus Humanität fließenden Deutungsversuche gewinnen dasselbe aus dem Namen, wie dies ja auch bei mehreren anderen Thieren, z. B. beim Elephanten, Huhn und gar gewaltsam beim Kameel geschieht. Den talmudischen Gebrauch aber, durch Vergleichung von Wörtern wie r» und ■pn eine Grundlage für kühne Schlüffe zu schaffen, wird niemand leugnen, der mit mehreren -»*npn ba*, nanp oder vertraut ist. Die gelehrten Rabbinen, deren Deutung der Traumdeutung ich dort S. 9, Anm. 1 bekämpfe, werden die letzten sein, welche mir hierin widersprechen. F. Le brecht. Bonn, 30. October. Angekommen: „Wörterbuch der deutschen Sprache. Mit Belegen von Luther bis auf die Gegenwart. Von Dr. Daniel Sanders. Leipzig, 1864. 31. Lieferung." Diese Lieferung des durch Umsicht und Fleiß ausgezeichneten Werkes reicht von tr bis wa, und geht somit dieses Wörterbuch seiner Vollendung entgegen. — Der zweite Theil der Ausgabe der npsnN T von Herrn Salomon Levy aus Schrimm in Octav, den Text, die und einen neuen Commentar des Herausgebers enthaltend, welcher letztere zwar weitläufig ist, aber das Verdienst hat, mit Sachkenntniß und Scharfsinn parteilos dem Ursprünge und der Entwickelung der gesetzlichen Bestimmung nachzuforschen. Die Ausgabe ist sehr handlich und die Ausstattung gut. — Für die Freunde der neu-hebräischen Poesie hat die jüngste Zeit eine reichliche Lese gebracht. Denn außer den jüngst besprochenen Poesien liegt uns jetzt die Bearbeitung des göthe'schen Faust von Di*. Max Letteris unter dem Titel vor: p nn rmiM b? ttö ivina-p mb i*ipm 137373 mabsm ‘"[brr rpma* rpntöE?"i piabi biatiab* Es kann gefragt werden, ob der ganze Stoff dieser Tragödie für die hebräische Muse passe, jedenfalls aber ist die Verarbeitung des „Faust" in der hebräischen Sprache ein so kühner Gedanke, daß er von vornherein Achtung vor dem weckt, welcher ihn gefaßt und an die Ausführung desselben gegangen ist. Glücklicherweise nun erstand er in einem Meister der neuhebräischen Poetik, der daraus ein Werk zu machen verstand, welches zu den Zierden der letzteren gehört. Für denjenigen, welcher den Faust zur Hand zu nehmen und mit dieser Bearbeitung zu vergleichen vermag, ist es ein interessantes Studium, zu beobachten, wo, wie und wieweit diese vom Original abgewichen, sowie den Kampf zu verfolgen, welchen der hebräische Dichter mit dem schwierigen und für ihn oft zähen Stoff zu bestehen hatte. Wir meinen nun nicht, daß das Resultat immer ein glückliches war, auch nicht, daß sich überall ein völliges Verständniß des göthe'schen Textes zu erweisen scheint. Es wird dies aber durch die Fülle des Schönen und Zutreffenden in Gedanken und Ausdruck weit überwogen, und indem wir darüber dem Dichter Glück wünschen, machen wir unsere Leser um jener anregenden Vergleichung wegen doppelt auf das Werk aufmerksam. — nm, „Ruth. Ein episch-lyrisches Gedicht in vier Gesängen von E. Baumgarten. Wien, 1865." Es ist dies eine Jugendarbeit, die der Verfasser in späterm Lebensalter der Oeffentlichkeit übergibt, und das Gedicht hat die Vorzüge und die Mängel einer solchen. Das Beste in demselben sind die lyrischen Einlagen, die oft zart und innig empfunden und schwunghaft ausgedrückt sind. Dagegen ist der epische Theil etwas trocken und die Sprache nicht selten ungelenk. — nbiso . b'b D->-nan p baw rn anipn bs itö« -1 bö.-t nn •nworm 113*11373?! Dip?33 du33 pian bD 0*373 Von I. CH.stud. Viel Witz und sehr flüssige Sprache. Als Anhang einige hübsche Gedichte, unter denen Uebertragungen von Heine. —