Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 45 (1.11.1864)
- Date
- 1864-11-01
- Page
- Seite 704 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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704 legenheit sollten haben Einfluß ausüben dürfen. Das Borsteheramt berichtete daher über die von ihm getroffene Wiederwahl und deren Motive in einer Jmmcdiat- Eingabe direct an Se. Majestät den König, ersuchte den Herrn Handelsminister, welcher vielfach Gelegenheit gehabt hat, es wahrzunehmen, daß das Vorsteheramt sich bei seinen Geschäftsangelegenheiten nur von rein sachlichen Rücksichten leiten läßt, um seine Befürwortung und präsentirte den Wiedergewählten reglementsmäßig abermals dem königl. ostpreußischen Tribunale. (Es wird hieraus wohl niemand im Dunkel bleiben, wo die Motive gelegen sind.) Frankreich. Paris, 19. October. Am Versöhnungstage findet bei Rothschild ein eigenthümliches Banket statt. Derselbe ladet nämlich an diesem Tage alle israelitischen Officiere, die er in der Synagoge findet, zu sich zu Tische. Die Zahl seiner Gäste — cs werden natürlich noch andere gebeten — soll dieses Jahr sehr bedeutend gewesen sein. Es waren allein 160 Officiere anwesend. — (So schreibt die „K. Z."; daß die Zahl 160 Officiere, wenn sie eben nur Juden sein sollen, übertrieben ist, leuchtet ein.) Italien. Turin, Anfang October. (Educ. Isr.) Der Ritter I. Artom, der persönliche Freund des verstorbenen Cavour, wurde zum Commandeur des Mauritius- Ordens ernannt. Er kehrt nach Paris als Ister Rath der italienischen Botschaft daselbst zurück. Belgien. Brüssel, 18. October. (Privatmitth.) Von Papa wird in Nr. 39 Ihrer gesch. Zeitg. der Wunsch ausgedrückt, den Sie, Herr Redacteur, unterstützen, daß es wünschenswerth sei, wenn eine Medaille geschlagen würde, welche auf der einen Seite das Bildniß des Sir Moses Montesiore, auf der anderen die Erinnerung an seine vorzüglichsten Unternehmungen zum Besten seiner Glaubensgenossen trüge, um als Schulprämie u. dgl. unter die Jugend vcrtheilt zu werden. Diese Idee wird allenthalben Anklang finden und ist um so leichter ausführbar, als eine solche Medaille bereits geschlagen ist, eine herrliche Arbeit des Herrn Ch. Wiener, seit kurzem zum Hofgraveur des Königs von Portugal und Graveur an der Münze zu Lissabon ernannt, seither in London wohnhaft und Bruder der als Graveur und Bildhauer berühmten I. & L. Wiener von Brüssel. Die in Rede stehende Medaille, 67 Millimeter im Diameter und 4 Millimeter dick, trägt auf der einen Seite das sehr gelungene, etwas geschmeichelte Bildniß des edlen Sir Moses und der LadyJudith Montesiore (letzteres nach einem Portrait gearbeitet) mit der Inschrift: „Judith Lady Montefiore, Sir Moses Montefiore Bart. F. R. S.; die andere Seite hat die von Herrn Dr. Adler in London angeordnete Inschrift: (na®) crV'3tt}M!Vi •tjrviSaöa sm rrn bs rr®a b“m abwb tranaa D'a'in 'p-n^ai »■'pan “iirra mw (bsr:t) -i?> Sie ist mit einem Laubkranz umgeben, von welchem der linke Halbzirkel die Symbole der 3 vereinigten britann. Königreiche (die Distel, die Rose und der Epheu) und der rechte Halbzirkel die gewöhnlichen Symbole, als Lorbeer, Olivenblätter und Cichlaub trägt. Dieses Laubwerk ist mit einem Band umflochten, das dasselbe in 6 Theile theilt und auf welchem die Worte gravirt sind: oben Dibiam, rechts ab i"n pffiai, weiter unten-f-in toD-n, unten die Schleife; von oben links ab rp"“in und weiter unten ■’p-na nahn* Diese Medaille ist in Gold, Silber und Bronze geschlagen. Sie wurde im Aufträge der israelitischen Gemeinde in London geprägt; die goldene, im Werthe von Frcs. 1500 (400 Thlr.), wurde dem edlen Sir Moses Montefiore überreicht.*) L. Kahn. Großbritannien. Aus Nordengland, im October. (Privatmitth.) Aus Hüll haben wir folgende gottlob vereitelte Handlung der Unduldsamkeit zu melden. Diese wichtige Hafenstadt wird von zahlreichen Deutschen bewohnt, denen es vor längerer Zeit mit vereinten Kräften ge- *) Es käme nun darauf an, daß eine öffentliche Bekanntmachung den Preis und die Bezugswege der Medaille kundgebe, denn nicht das Vorhandensein einer solchen Medaille genügt, sonder» daß sie bezogen werden kann und zu möglichst billigen Preisen. Die Redaction.