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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-08-16 · Heft 34 (16.8.1864) · p. Seite 530

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 34 (16.8.1864)
Date
1864-08-16
Page
Seite 530 (sequence 8)
Language
German
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530 dem Holländischen übersetzt. Leipzig und Hartem, 1864. — Israelitische Moral-Theologie. Vorlesungen von Samuel David Luzzatlo. Aus dem Italienischen übersetzt von Rabbiner Dr. L. E. Igel. Czernowitz, 1864. — Die mosaische Religion. Katechismus von I. Löwenheim, Lehrer. Eisenach, 1864. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Eßlingen, 24. Juli. (Schw. M.) Heute fand unter dem Borsitz des Herrn A. Hochberger eine Versammlung von Israeliten des Landes statt, um eine Petition an Regierung und Ständcversammlung wegen Reorganisation der Israel. Oberkirchenbehörde rc. zu berathen. Es waren alle religiösen Parteien vertreten, so daß die Debatten ziemlich lebhaft geführt wurden. Darüber, daß die israel. Oberkirchenbchörde einer Reorganisation bedürfe, waren indessen alle einig, und es wird gewünscht, daß von den Mitgliedern ein Drittel, welche den engern, geschäftführenden Ausschuß bilden sollen, von der Regierung ernannt und zwei Drittel vom Lande gewählt werden sollen. Vielseitig wurde auch der Wunsch ausgesprochen, den Gemeinden in kirchlichen Dingen die Autonomie zu gewähren, man nahm jedoch von dieser Bitte als verfrüht vorläufig Abstand; alle übrigen Beschlüsse wurden jedoch der Zeit und dem Fortschritt gemäß gefaßt, und es war erfreulich zu sehen, welch reger Sinn für religiöses und öffentliches Leben unter den Israeliten herrscht. Gunzenhausen (Baiern), 2. August. (Privatmitth.) Der hiesige allgemeine Schullehrer-Verein, zu welchem fast alle Schullehrer des Districts und mehrere aus benachbarten Districten zählen, hat den Lehrer Herrn Krämer zu Altenmuhr zu seinem Stellvertreter oder Bevollmächtigten bei der am 30., 31. August und 1. September d. I. in Regensburg stattfindenden bairischen Lehrer-Versammlung einstimmig gewählt. Bedenkt man, daß nur 3 Lehrer israelitischer Religion diesem Vereine angehörcn, so darf diese Wahl als ein erfreuliches Zeichen der Zeit, beide Theilc ehrend, angesehen werden, zumal in diesen Kreisen das Vorurtheil gegen Juden sonst noch stark anzutreffen ist. Preußen. Berlin, im August. (Privatmitth.) Zum ersten Male nach dem Tode des Herrn Baruch Auerbach gibt sein nunmehriger Nachfolger, sein Sohn vr. Leonhard Auerbach, den Jahresbericht, und zwar den einunddreißigsten, über die jüdische Waisenanstalt. Die letzte Thätigkeit des Verewigten betraf im vorigen December die Anwerbung neuer jährlicher Beiträge, die allmählich nothwendig geworden, und er hatte darin einen solchen glücklichen Erfolg, daß abermals 4 Waisenknaben ausgenommen werden konnten, deren Zahl jetzt dreißig ist. Es verließen nämlich 5 die Anstalt und 9 wurden angenommen. Ebenso konnten 2 Mädchen mehr Aufnahme finden, deren Zahl jetzt 14 ist. Die Anstalt besitzt jetzt einen Fonds von 84,600 Thlrn. Alles in allem hat der Verstorbene innerhalb der 30 Jahre für die Waisenknabenanstalt allein 252,000 Thlr. herbeizuschaffen vermocht. Der neue Director wurde völlig statutenmäßig und von der Regierung bestätigt. Möge unter ihm die Anstalt einen gleichen gesegneten Fortgang haben. *) Österreichischer Kaiserstaat. Venedig, 31. Juli. Die öffentlche Stimme hat sich hier so allgemein gegen das Votum der hiesigen Notariatskammer, gegen die Zulassung der Juden zum Notariate, ausgesprochen, daß die Kammer ihren früheren Ausspruch zurückgenommen und sich unbedingt für die Zulassung der Juden zum Notariate erklärt hat. — Wien, 8. August. Der Bau der neuen Synagoge in der Leopoldstadt, Große Schiffgasse, ist bereits vollendet. Die Einweihung derselben wird am 15. September stattfinden. Es ist dies also hier die dritte Synagoge. — In einer böhmischen Landstadt entstand der Zweifel, ob der im Orte angestellte Rabbiner in die erste oder in die dritte Wählerclasse gehöre. Es wurde bei der Entwerfung der Wahllisten, und hierauf bezirks- *) Der Jahresbericht enthält auch eine Biographie des Herrn Baruch Auerbach, aus der wir einiges im „Jüd. Bolksblatte" mittheilen. Die Redaction.

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