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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-08-09 · Heft 33 (9.8.1864) · p. Seite 517

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 33 (9.8.1864)
Date
1864-08-09
Page
Seite 517 (sequence 11)
Language
German
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SIT eine sichere Garantie dafür, daß in Zukunft der Frieden in der Gemeinde erhalten bleibt und Erscheinungen, wie sie nach Rabbinerwahlen in anderen Gemeinden der Provinz aufgetreten, in Lissa nicht Vorkommen werden. Hier erwartet den Erwählten ein großer und schöner Wirkungskreis, der ihm aber nur erleichtert werden wird durch die vorhandene bedeutende Intelligenz sowie durch den längst und vielfach bewährten Sinn der Lissaer für alles, was dem Gemeinwohl frommt und den vernünftigen Fortschritt fördert. An der vierclassigen Gemeinde-Clementar- Schule übernimmt der Rabbiner den gesammten Religionsunterricht, und wäre es sehr zu wünschen, wenn ihm derselbe auch bei den das Gymnasium und die höhere Töchterschule besuchenden Kindern jüdischen Glaubens recht bald anvertraut würde. Unter allen Mitbewerbern des Herrn vr. B. — und ihre Zahl war keine geringe — sind nur noch zwei, nämlich: Rabbiner Freimann aus Filehne und Rabbiner vr. Hamburger aus Strelitz, in der Synagoge zu Lissa gehört, und beider Predigten sind mit entschiedenem Beifall ausgenommen worden. In zwei anderen großen Gemeinden der Provinz, welche ebenfalls seit lange schon Rabbinats-Vakanzen ausgeschrieben, in' R«witsch nämlich und in Gnesen, hat man bereits verschiedene Candidaten mit Probepredigten auftreten lassen, sich aber zur Wahl bis jetzt noch immer nicht entschlossen. — Vorsicht ist allerdings eine lobenswerthe Tugend, das kann niemand in Abrede stellen. Doch allzulanges Erwägen und Bedenken, allzu ängstliches Zögern und Zaudern in solchen Angelegenheiten — wohin führts gewöhnlich! — Wie die Erfahrung nur schon allzu oft gelehrt: zur Verschleppung — und diese dann zur gänzlichen Erschlaffung. — Ein altes Sprichwort sagt: „Man schmiede das Eisen, weil es warm ist." — Sehr erfreulich jedenfalls ist die Erscheinung, daß jetzt allenthalben im Großherzogthume, wo man einen Rabbiner anstellt oder anstellen will, diesem auch die Mitarbeit an der Schule zur Pflicht und Bedingung gemacht wird. Als „jüdische Schulen" werden unsere Gemeinde-Unterrichts-Anstalten hierdurch sicherlich nur gewinnen. Daß aber unser Gemeindeschulwesen überhaupt, welches vor einem Jahrzehnt noch in seiner herrlichen Blüthe dastand und zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigte, jetzt seine Kreise immer enger zieht und in seinem Aussehen immer matter und blasser wird — ist, wenn auch gerade kein unerklärliches» so » doch jedenfalls ein sehr betrübendes Phänomen. Selten, äußerst selten hört man jetzt bei uns, daß eine Schule erweitert resp. um eine Classe vermehrt worden, desto häufiger aber — und leider nur zn häufig — das Gegentheil. — Was hat z. B. Schwerin a. d. W. nicht noch in den fünfziger Jahren für eine herrlich entfaltete vierclassige Elementarschule gehabt! Jetzt ist es blos eine zweiclassige Anstalt. Aehnliche Erscheinungen sind in Rawitsch, Meseritz, Lissa u.s. w. vorgekommen. — Wenns nur am Ende nicht dahin käme, daß man, wie in den älteren Provinzen Preußens, auch bei uns die jüdische Elementarschule nach und nach ganz eingehen ließe und sich blos mit der sogenannten „Religionsschule" behelfe! — Das verhüte Gott! — Der Gemeinde Kempen ist von einem ihrer Kinder, dem jüngst aus Amerika heimgekehrten Herrn Henry Schaps, die Summe von Eintausend Thalern zum Bau eines jüdischen Krankenhauses geschenkt worden. Thorn, im Juli. (Br. Z.) Auf die von fast sämmtlichen jüdischen Gemeindemitgliedern in Thorn, die ihre Kinder das dortige königl. Gymnasium resp. Realschule besuchen lassen, besonders eingereichten Gesuche um Freigebung des zweiten Feiertages hat das königl. Provinzial-Schulcollegium einem Mitglieds zur Mittheilung an die übrigen Gesuchsteller eine Antwort zukommen lassen, die sich im wesentlichen den Auslassungen des Gymnasialdirectors vr. Passow über diese Frage anschließt, wonach 1) die jüdischen Schüler wegen ihrer verhältnißmäßig großen Anzahl — es besuchen ungefähr 60 das Gymnasium — in Bezug auf den zweiten Feiertag nicht besonders berücksichtigt werden können; 2) der zweite Feiertag als nicht-biblische sondern nur talmudische Satzung unberücksichtigt bleiben müsse. Die Gemeindemitglieder werden sich nunmehr an das Cultus-Ministerium wenden und, sollte auch dieses die obige Ansicht theilen, eine Petition an beide Häuser des Landtages vorbereiten. Donaufürstenthümer. Bukarest, 10. Juli. Die „Presse" läßt sich von hier schreiben: „Das Ministerium Cogolnitscheano läßt in den ihm zur Verfügung stehenden Journalen das 33**

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