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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-08-02 · Heft 32 (2.8.1864) · p. Seite 496

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 32 (2.8.1864)
Date
1864-08-02
Page
Seite 496 (sequence 6)
Language
German
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4SS beit in den ägyptischen Steinbrüchen verdaiNmten Ebicüers, eine etwa zwanzigjährige Jungfrau, von deren hohen geistigen und körperlichen Vorzügen ei» sehr hervorragender ägyptischer Hauptmann so gefesselt wird, daß er, Stellung und Reichthum aufgebend, mit ihr in weite Ferne entflieht und, ihr zu Liebe, nicht bloS seinen ägyptischen Namen Ahm es, welcher „Sohn deS Monves" bedeutet, in Abijah (mein Vater ist „Iah") umwandelt, sondern auch sein ganzes Heidenthum — innerlich wie äußerlich — mit dem Ebräerthume vertauscht und später sogar unter seineri Landsleuten einen massenhaften Uebertritt zum Glauben Hanna's herbeifährt. Hannah wird auch die (wenngleich nur indirecte) Veranlassung zum Aufstande deS Volkes, zur Empörung gegen die verhaßte Dynastie, zuletzt endlich zum völligen „Sturze der Romessiden" und hierdurch zur Begründung einer neuen und bessern Aera. — Von diesem allem aber ganz abgesehen, gibt der Vers. — in der Erzählung sowohl als auch am Schlüsse derselben — sehr interessante und belehrende Noten, in denen er Stellen citirt aus Lepsius, dem ägyptische» Schriftsteller Manetho, der ägyptischen Merthumskunde, dem sogenannten Todtenbuche u. s. w. u. s. w. — Besonders interessant und originell ist manche Namenserklärnng, wie z. B. Petenseni „Mann der Sonne", Amnu-munk-ter „Ammon, der Welt Baumeister", ChoriS (auch Konsu oder Zoni) „der Starke", Ahmes „Sohn des Mondes" und m. dgl. — Die Bemerkungen über der Aegypter UnsterblichkeitSglauben, die Einbalsamirung ihrer Leichen, die Begräbnißfeierlichkeit, die Trauergebräuche rc. sind säMmtlich so ansprechend und belehrend, daß wir uns Vorbehalten, später noch einmal auf daS Werk zurückzukommi». — WaS Hannah noch betrifft, so ist der Monotheismus dasjenige, was sie, Ahmes und seinen Landsleuten gegenüber, am feurigsten vertheidigt. „Unter den vielen und weisen Gesetzen — sagt sie in einer begeisterte» Schilderung ihrer Religion — unter den vielen und weisen Gesetzen, die uns Moses gegeben, mögen manche sein, die mit den eurigen Lbereinstimmen, aber die Hauptsache, das Beste, Schönste, Erhabenste, waS unsere Priester lehren — der eine, lebendige Gott — ist unser alleiniges Eigenthum. Ihn brachten die Söhne Israels mit nach Aegypten, ihn nahm daS Volk Israels nach Hunderten von Jahren mit sich fort und ließ euch eure stummen, kraftlosen, steinernen Götzen, die es verachtete. Einmal in der Wüste machten sie eS euch nach und förütten sich ein goldenes Bild eures ApiS; aber Gott strafte sie Und rief ihwea zürnend zu: Ich bin der Herr, dein Gott....... du sollst nicht andere Götter haben außer mir!" — L. Weyl. Zeitiittgsnachrichterl. Deutschland. Frankfurt, 15. Juli. Wenn auch der Senat noch Nicht das Gesetz über die volle Gleichstellung unserer israelitischen Mitbürger mit den christlichen publicirt hat, so scheint derselbe doch schon eine andere Handhabung des noch bestehenden zu üben. Während vor noch nicht langer Zeit es als etwas Ungeheuerliches angesehen worden wäre, wenn ein Israelit eine wirkliche StaatSdietierstelle (Notar- und Physicatsstellen sind dies nur im weiteren Sinne) erhalten haben würde, so begrüßt man jetzt solches mit Freuden. Der erste Israelit, welcher im Verwaltungsfache angestellt wurde, ist Herr Dr. E. Oppenheim, Actuar des LandverwaltungSamteS. Derselbe wurde diese Woche verpflichtet. Frankfurt a/M., 15. Juli. iPrivatmitth.) Wie ein deutscher Fürst die herrliche Straßenbeleuchtung Londons für eine kleine Illumination hielt, womit ihn die Stadt empfangen wollte, so hielt sich auch früher die Menschheit für Ziel und Zweck der ganzen Schöpfung. Der jüdische MysticismuS ging noch einen Schritt weiter und gipfelte die ganze Menschheit auf Israel und ganz Israel culminire wiederum in 36 Gesetzestreuen. Dieser Satz liefert den Commentar zu nachfolgender Mittheilung. Durch die beschlossene Stadterweiterung und Verlegung der Accislinie an die Stadtgrenze sollten auch sofort die Stadtthore abgebrochen werden und somit Frankfurt aufhören ein, nach talmudischer Terminologie, „begrenzter Raum" vrpn rvnzn zu sein. Selbstverständlich wird hierdurch die freie Bewegung am Sabbath sehr beengt, wenn ein talmudisches Sabbathgesetz nicht ganz abrogirt werden sollte, wie es mit so vielen anderen Gesetzen, wie z. B. das Zinsennehmen, der Fäll ist. Unsere vergnügungssüchtigen Orthodoxen, die den Sabbath nicht allein mit dem Lesen des Israelit und Jeschuruns, selbst mit seinem neugeborenen Namensvetter, zu Haufe zubringen wollen, pflegten daher

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