Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 32 (2.8.1864)
- Date
- 1864-08-02
- Page
- Seite 495 (sequence 5)
- Language
- German
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m gelten Häuser der allen Schule sie, wenn auch verstohlen, aufnehmen. So hat der Vers. in dem Art. „der 14te, der am Sabbath fällt", eine Talmudstelle in Pes. 66 zwar auf eine andere Weise wie Geiger erklärt, aber doch seine Hauptidee „Hillels Kampf gegen das Priesterthum" angenommen, jedoch mit der Umschreibung: Hillels Kampf gegen die dem haSmonäifchen Priesterthume befreundeten Sadducäer. Dem jüdischen Grundsätze gemäß, immer nur mit Gutem zu schließen, wollen wir noch auf einen der besten Artikel aufmerksam machen. Es ist dies der Art. Uscha, in dem er die Theorien von R. Jsmael und seine Divergenz von R. Akiba (dessen Charakteristik er im Art. Eschkal gibt) noch besser und ausführlicher als Grätz darlegt sowie auch erläutert, daß alle in Uscha gefaßten Beschlüsse nur gegen R. Akiba und seine politischen Tendenzen gerichtet wären. Von Grätz nimmt er hier auch seine ganze Darstellung der achtzehn Beschlüsse bei Eleaser ben Chananja an, mit der Emendation des Namens, nur konnte er sich von der alten Ansicht noch nicht trennen und behauptet, daß nicht dieser R. Jsmael sondern sein Vater, der Hohepriester, als Märtyrer gestorben sei; die diesem entgegenstehende Stelle: Wer R. Jsmael im Traume sieht, dem droht eine Gefahr, mußte er daher in R. Akiba corrigiren. — Wenn der Verf. bei der Fortsetzung dieses Werkes sich aller künstlichen Etymologien, lächerlichen Abbreviaturen und magidischen Weitschweifigkeiten enthält, die Resultate seiner Forschung klar und bestimmt darlegt und endlich auch nicht verschiedene Themata unter einem künstlichen Schlagworle aufstellt, dann könnte er mit Recht seiner Arbeit den Titel „Kritisch-talmudisches Lexikon" geben. K. Endingen, im Juni. Don Joseph Sargo. In dem neuesten Band seiner Geschichte erwähnt Grätz (Seite 229) neben Abraham Saba und Jehuda Chajat auch eines „wenig bekannten" Joseph Schraga. Ueber diesen Unbekannten erfährt man aber auch hier weiter nichts, als was das geschichtliche Werk Meorart Olam in einer kurzen Notiz über ihn bringt, baipn ainu) 5]ör>» Und doch ist dieser Mann nicht so unbekannt, wie Grätz meint. Hätte er sich die Mühe gegeben, die fast zuweilen von ihm eitirte Collec$äo de Livros ineditos de Hisioria Portugueza, eine für die Geschichte Portugals überaus schätzbare Quelle, genau und sorgfältig zu benutzen, so hätte er diesen wenig bekannten baipE noch von einer andern Seite kennen lernen. „Wozu aber in die Ferne schweifen? Das Gute liegt ja so nah." Schon das allbekannte historische W/erk Schalscheleth Ha-Kabbala gibt Aufschluß über ihn. Es heißt dort 49b: sjor “t-ido ßon m bnpw N27272N »a-nö V 127273 W731D1 D'©*» nbapn N722N2 Äbsiv trm •m*pona om wUM2 Vor allem muß bemerkt werden, daß der Name des Mannes gar nicht Joseph Schraga ist, wie Grätz, irregeführt durch das hebr. Ninra, meint, sondern Joseph Sargo oder Zargo, ein Name, der unter portugiesischen Adligen schon im 13. Jahrhundert vorkommt und auch in der jüdischen Literatur heimisch ist. Unser Joseph Sargo war nicht nur ein großer Philosoph sondern auch ein ausgezeichneter Arzt und ein liebenswürdiger Gesellschafter. Er genoß die Freundschaft der portugiesischen Grafen - Familie de Menezes. Vermutlich im Jahre 1394 als spanischer Flüchtling jung nach Portugal gekommen, wurde er Leibarzt des Grafen Pedro de Menezes. Auch dessen Sohn, der berühmte Held Duarte de Menezes, der Eroberer von Alcacer und später Graf von Viana, ließ sich von niemand anders behandeln als von „Mestre Joseph Zargo, hum Judeu, que era bom Phiiosopho“, und hielt wegen der großen Sorgfalt, welche er in seinen Euren auf den kränklichen Grafen verwandte, und wegen seiner Gelehrsamkeit sehr viel auf ihn. Don Joseph wurde Hausfreund des Grafen und der Vertraute der D. Leonora, seiner Schwester. M. s. Chunica de Cende D. Duarte de Menezes in Collecoüo u. s. w. Ul, 34, 63 ff. Wir werden das Weitere in der demnächst erscheinenden Geschichte der Juden in Portugal mittheilen und bemerken zum Schlüsse nur noch, daß Don Joseph Sargo die Vertreibung der Juden aus Portugal nicht mehr erlebt hat; lange vor der Katastrophe starb er. Dr. Kayserling. Frankfurt a/O., 10. Juli. „Vor dreitausend Jahren" oder „der Untergang der Romessiden" heißt ein unlängst von Dr. Max Uhlemann herausgegebener „culturhistorischer Roman", auf welchen wir das lesende jüdische Publicum umsomehr aufmerksam machen müssen, als er namentlich für Juden höchst wichtige und interessante Notizen aus.der alt-ägytischen Geschichte enthält und auch seinem Hauptinhalte nach mit einer sehr interessanten Jüdin sich beschäftigt. Diese ist Hannah, die Tochter eines gefangenen und zur Zwangsar-